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Der Kulturladen, kurz KULA, ist ein soziokulturelles Zentrum in Konstanz. Er besteht in seiner jetzigen Form seit 1996 auf dem Gelände der ehemaligen Cherisy-Kaserne in einem ehemaligen Kasernengebäude. Das Programm ist vor allem durch die Mischung von Kunst und Kommerz geprägt.

Der Konstanzer Kulturladen

Das amtliche Geburtsdatum des KULAs ist der 6. Februar 1983. Eröffnet hat der Kulturladen ebenfalls auf dem Gelände der ehemaligen Chérisy-Kaserne, jedoch im kleineren ehemaligen Offizierscasino. Die Grundidee der Macher: Gelegentlich Konzerte veranstalten, in intimem Rahmen:

Dauer

"Im alten Kula hat sich Szenepublikum getroffen. Musikbegeisterte. Das war halt auch die Zeit, da war Grunge grad in, und sowas lief dann im Kula und daneben Weltmusik. Alles an einem Abend."

Uli Strassner, Cheftechniker
Der KULA in Konstanz (Foto: KULA Konstanz)
Tito and the Tarantula im KULA in Konstanz. KULA Konstanz

Zehn Jahre lang diente der Kulturladen im ehemaligen Offizierscasino als Spielstätte für Punk, New Wave, Folk und Underground-Rock aller Art. Doch weil die Räumlichkeiten rundherum von Wohnbauten eingekreist wurde, nützte schließlich auch das Zumauern aller Fenster nichts mehr: Es musste eine neue Veranstaltungsstätte her. Im Mai 1996 zog der Kula auf die andere Seite der ehemaligen Kaserne, in die jetzigen Räumlichkeiten.

"Für den Kula war der Umzug ein riesen Ding. Die Fläche hat sich fürs Konzertpublikum verdreifacht. Es war dann auf einmal ein Club, und nicht mehr ne Kneipe oder ein großer Raum in dem Konzerte stattgefunden haben."

Uli Strassner

Das Programm – Die Mischung macht‘s

Von den Anfängen bis heute hat sich viel getan. Aus dem Hobby einiger Musikfreunde, gelegentlich Konzerte zu veranstalten, ist ein Club mit professionellen Strukturen geworden. Mittlerweile finden im Kula jährlich rund 80 Events für knapp 20.000 Gäste statt. Darunter viele Konzerte, es finden aber auch Partys, Poetry Slams und Lesungen statt.

"Grade war zum Beispiel Deniz Yücel hier. Das war sehr angenehm und für Konstanz sicher ein kleines Highlight."

Benjamin Kreibich, Programmdirektor

Richtige Mischung aus Kunst und Kommerz

Obwohl im KULA bereits Musikgrößen wie Rammstein, Apocalyptica, Fettes Brot, Guano Apes, Gentleman, La Brass Banda, Katzenjammer, Johnny Winter oder AnnenMayKantereit gespielt haben, haben die Veranstalter das Faible für die lokale Musikszene nicht verloren. Oft spielen regionale Bands und geplant ist auch eine Serie speziell für Newcomer.

Gewinnen Sie einen Einblick in das KULA:

SWR1 Musik Klub Der KULA in Konstanz

"Uns ist es wichtig, Bands, in denen wir eine Qualität erkennen, eine Bühne zu geben. Deswegen kümmern wir uns auch um regionale, aber auch internationale Nachwuchsförderung. Das ist für uns eine Herzensangelegenheit."

Benjamin Kreibich

Auch bei den KULA-Partys gilt ein ähnliches Konzept: Neben Klassikern wie der Halloween-Party oder dem Tanz in den Mai gibt es auch ausgefallene Partys: Bei der „Century-Party“ beispielsweise können sich Gäste an einem Abend durch sechs Jahrzehnte Musikgeschichte tanzen und bei der „DEKADENZ-Party“ in 20er Jahre Kleidern zu Elektroswing tanzen.

"Ziemlich geil war ein Konzert von Mr. Irish Bastard. Da sind wir ziemlich lange und ziemlich dolle tanzen gewesen vor der Bühne. Und wie das bei nem guten Punk Konzert ist mit blutiger Nase und blauen Flecken und ordentlich Bier intus wieder raus – das ist der KULA für mich."

Gast

Darüber hinaus organisieren die Kulturschaffenden vom KULA jährlich das Open-See-Festival im Stadtgarten. Es findet immer an Pfingsten im Stadtgarten in Konstanz statt. Bei dem viertägigen „Umsonst-und-draußen-Festival“ haben lokale Bands unter anderem die Möglichkeit ihr Können vor mehr als 3.000 Zuschauern unter Beweis zu stellen.

Die Seele des Kulturladens

Der Veranstaltungssaal des KULAs liegt im ehemaligen Heizungskeller der Kaserne. Von der Kasse gelangt man über einen langen Flur gelangt die obere Ebene des Veranstaltungsraums. Er hat verschiedene Ebenen. Über Emporen kann man auf die Bühne hinunterschauen, denn die liegt abgesenkt in der Mitte des Raumes. Über breite Treppenstufen kann man zur Tanzfläche vor der Bühne hinabsteigen. Der Raum wirkt ein bisschen wie ein Amphitheater. Von überall können die rund 450 Besucher super auf die Bühne schauen.

"Der Raum kommt bei Bands immer gut an, weil wir Emporen haben und eine hohe Bühne. Dadurch entsteht bei gut besuchten Konzerten dann eine ganz besondere Atmosphäre, weil man nicht nur eine Fläche vor der Bühne hat, sondern dreidimensional wirkt."

Benjamin Kreibich

Über dem Saal befindet sich die verpachtete „KulaBar“, eine Kneipe mit leckerem Essen, guter Musik, großer Terrasse, Billardtischen und einer Dartscheibe.

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