Das heimliche Demo wurde zum Signature-Hit

Van Halen: Jump

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AUTOR/IN
Sophia Volkhardt

Nicht jede Band mit dem Händchen für Welthits hat auch direkt den richtigen Riecher dafür, welcher ihrer Songs das Potenzial zur absoluten Nummer 1 hat. Bestes Beispiel: Van Halens größter Hit „Jump“ von 1984 hat die Band gespalten. Vielleicht auch, weil schon der Text eine etwas düstere Vorgeschichte hat.

Da schlägt jedes Rocker-Herz doch direkt höher. Und der Song ist nicht nur etwas Besonderes, weil DER Gitarrengott Eddie Van Halen hier Keyboard spielt.

Schon seit 1981 geistert Eddie diese kleine Synthesizer Idee im Kopf herum.

Aber der Rest der Band ist entsetzt: ein Keyboard als führendes Instrument auf einer Platte von Van Halen, die sonst für schnörkellosen Rock stehen? Das geht gar nicht. Sänger David Lee Roth wirft Eddie vor, er würde mit dem weichgespülten Sound doch die Fans verprellen. Aber Eddie lässt sich nicht in seiner Kreativität beschneiden und nimmt ohne die anderen ein Demo auf.

Ihr Produzent überredet dann auch Sänger David, Eddie und seinem Keyboard eine Chance zu geben. Fehlt nur noch ein guter Text. Inspirationen findet David Lee Roth in der Zeit, wenn er in seinem Cabrio auf dem Rücksitz liegt und sich durch Los Angeles chauffieren lässt. Dabei erinnert er sich an einen Fernsehbeitrag über einen Mann, der damit drohte, sich von einem Wolkenkratzer in LA in den Tod zu stürzen. David stellt sich vor, dass da mindestens einer der Schaulustigen ruft:

"Dann Spring doch!" – "Go ahead and jump!"

Schon ist da die zündende Idee - textlich geht es aber nicht um Suizid, sondern um Lieeeebe. "Jump" ist hier die Aufforderung, doch in Gefühlsdingen mal zu Potte zu kommen. Trau dich! Und zum Glück hat sich die Band getraut, auf Eddie Van Halens Idee zu setzen.

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