STAND
AUTOR/IN

Corona und kein Ende: Die Empfehlung von Gesundheitsminister Spahn sorgt für Denkfalten bei Konzertbesuchern. Spahn empfiehlt, Events mit mehr als 1.000 Menschen abzusagen. In die Konzertvorfreude der Besucher mischt sich jetzt Sorge.

Konzert fällt aus: Geld zurück!

Was passiert, wenn mein Konzert abgesagt wird? Inwieweit habe ich dann ein Anrecht auf Ersatz oder Entschädigung? Oliver Buttler ist von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sagt:

"Als Konzertbesucher habe ich einen Vertrag mit dem Konzertveranstalter. Findet das Konzert jetzt nicht statt, habe ich prinzipiell Anspruch darauf, dass das bereits bezahlte Geld zurückerstattet wird."

Oliver Buttler

Das gilt auch, wenn das Konzert ausfällt, weil der Künstler selbst krank geworden ist. "Ich habe bezahlt für dieses Event, diese Leistung. Kann die nicht erbracht werden, habe ich Anspruch auf Rückerstattung des Geldes", so Buttler.

Verlegt und keine Zeit? Geld zurück!

Jüngstes Beispiel ist die aktuelle Tour von Peter Maffay. Aus Krankheitsgründen sind hier einige Termine ausgefallen. Die Tickets konnten zurückgegeben, oder für einen Ersatztermin genutzt werden. Sollte dieser Ersatztermin aber nicht in die Planung des Ticketinhabers passen, auch dann gibt es Geld zurück. Grund:

"Hier betrifft der Vertrag zunächst den ersten Konzerttermin. Wenn ich den zweiten Konzerttermin nicht wahrnehmen kann, habe ich selbstverständlich Anspruch auf eine Rückerstattung des Geldes."

Oliver Buttler

Zuhause bleiben wegen Corona?

Anders verhält es sich im umgekehrten Fall: Das Konzert findet zwar statt, der Ticketinhaber geht aber nicht hin, weil er Angst vor einer möglichen Ansteckung hat. Dann hat er auch keinen Anspruch auf Erstattung. Grund:

"Der Konzertveranstalter macht aus seiner Sicht alles Mögliche, damit das Konzert auch stattfinden kann und erbringt seine Leistung tatsächlich."

Oliver Buttler

Insofern trage der Daheimgebliebene das Risiko, auf seinem Geldverlust sitzenzubleiben. Zwar könnte ihm der Veranstalter einen Ersatztermin oder eine Rückerstattung anbieten. Rein rechtlich muss es nicht. Das würde auf Kulanz beruhen.