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Anzug, Hut und Sonnenbrille - so kennen wir Van Morrison. Der Ire gilt als ein richtiges Genie der Popmusik. Fast jeder kennt wohl seinen größten Hit "Brown Eyed Girl". Ein Popstar oder kommerziell wollte er aber nie sein.

Ähnlich wie die Beatles, lernt auch Van Morrison das musikalische Laufen in Deutschland. Nachdem er die Schule geschmissen hatte, tingelt er als 17-Jähriger mit einer Band zur Unterhaltung der GIs durch deutsche Army-Standorte. Eine harte Zeit für ihn: er hatte keinen Tag frei und sie spielten teilweise sieben Sets am Abend bis drei Uhr morgens. Aber in dieser Zeit hat er viel gelernt, sagt er später.

Van Morrison am 19.01.2015 bei einem Auftritt in Barcelona. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marta Perez/EFE/dpa)
Van Morrison 2015 bei einem Auftritt in Barcelona. picture alliance/Marta Perez/EFE/dpa

Erste Erfolge

Wieder in England gründet er die Band "Them". Sie haben einige Erfolge, vor allem mit dem Bob Dylan Cover "It’s all over now".

Seine Konzerte sind exzessive Sessions. Je nach Lust und Laune dauert ein Song auch mal 20 Minuten. Das passt den Managern nicht. Die Leute kommen schließlich, um die Hits der Band so zu hören - und zwar so, wie sie sie von Platte oder aus dem Radio kennen. Das ist Morrison egal. Es gibt Krach mit dem Manager und der Plattenfirma über Mitspracherechte und Gagenhöhen und Morrison steigt aus.

Kurz danach unterschreibt er - immer noch komplett naiv - als 22-Jähriger einen Vertrag als Solokünstler bei einem New Yorker Label.

Fieser Plattenvertrag und großer Hit

Auch diese Episode endet im Streit. Und das, obwohl aus der Zeit bei dem New Yorker Label sein größter Hit "Brown Eyed Girl" stammt.

Der Titel läuft als Single wie geschnitten Brot, doch Van Morrison wartet vergebens auf sein Honorar. Der Grund: Das Kleingedruckte im Vertrag. Bevor er nämlich etwas ausgezahlt bekommt, müssen erstmal die Produktionskosten eingespielt werden. Und die sind überraschend hoch.

Klar kommt es wieder zu einem Streit und er will aussteigen. Nur: Im Vertrag steht ebenfalls kleingedruckt, dass er dem Label noch 36 Songs schuldet.

Raffinierte Vertragserfüllung

Stinksauer stellt er sich ins Studio und nimmt - nicht ganz nüchtern - an nur einem Tag 36 Songs zur Gitarre auf.

Die Texte und Titel sind kompletter Nonsens, zum Beispiel "Blow Your Nose" - also "Nase schneuzen", oder "Nose in Your Blow" - was auch immer das heißen soll. Trotzdem, der Vertrag ist erfüllt und er darf seiner Wege gehen.

Der Querkopf macht sein Ding

Streitereien und exzentrisches Verhalten bleiben immer sein Markenzeichen. Doch trotzdem oder vielleicht auch deswegen verdanken wir ihm großartige Songs und Alben.

Mittlerweile hat Van Morrison auch sein eigenes Plattenlabel, was sicherlich besser für seinen Blutdruck ist.

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