Hozier: "Wasteland, Baby!" Ein Album über Liebe und den Weltuntergang

Unser Album der Woche ist Wasteland, Baby! von Hozier. Am 1. März kam es raus. Clara Sondermann aus der SWR1 Musikredaktion hat es sich angehört und: Sie mag es.

Hozier mit Gitarre (Foto: dpa/ picture alliance - dpa/ picture alliance)
dpa/ picture alliance - dpa/ picture alliance

Am besten an diesem Album finde ich den ersten Song: Nina cried Power. Den singt Hozier zusammen mit der Gospelsängerin Marvis Staples und die hat halt einfach eine irre Stimme…

Der Song heißt nicht zufällig Nina cried Power. Die berühmteste Nina, die "Power" gerufen hat, war die Sängerin und Bürgerrechtlerin Nina Simone in Sinnerman. Nina cried Power ist also eine Hommage an die Bürgerrechtsbewegung und ein ziemlich politischer Einstieg in das Album. Da musste ich gleich an Hoziers ersten großen Hit denken: Take me to church, da geht es um die Verfolgung von Homosexuellen.

Das Album Wasteland, Baby ist aber bis auf den ersten Song nicht besonders politisch. Die zentralen Themen sind die Liebe und der Weltuntergang. Das sieht man schon im Titel: Wasteland heißt "totes Land" und Baby ist eben ein Kosename. Diese beiden Themen werden in fast allen Songs thematisiert – zum Beispiel in No Plan. Da heißt es: "Es gibt keinen Plan, kein Himmelreich wird kommen, ich bin dein Mann wenn du Liebe brauchst, setz dich hin und schau wie das Sonnenlicht schwindet." Oder in Wasteland Baby. Da singt Hozier: "All die Angst und das Feuer vorm Ende der Welt gibt es jedes Mal, wenn sich ein Junge in ein Mädchen verliebt." Da fragt man sich doch: Geht es jetzt um die Liebe und der Weltuntergang ist nur eine Metapher oder geht es so richtig wortwörtlich um die Apokalypse? Aber vielleicht muss man diese Frage ja gar nicht beantworten. Auf jeden Fall ist das der Sound des Albums: schöner Pop, irgendwie melancholisch, aber trotzdem fröhlich. Nach dem Motto: Es geht zwar alles den Bach runter, aber komm, lass uns jetzt erstmal entspannen und Kaffee trinken.

Fazit

Hozier selbst nennt das Album "optimistisch-apokalyptisch", und ich finde, das trifft es ziemlich gut. Jedenfalls kann man sich Wasteland, Baby sehr entspannt anhören, bisschen aus dem Fenster schauen und bisschen über das Ende der Welt nachdenken.

STAND