Ein Zebrastreifen wird zum Superstar 50 Jahre "Abbey Road"

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Eines der berühmtesten Plattencover aller Zeiten wird 50: das „Abbey Road“-Cover, auf dem die Beatles über den Zebrastreifen vor den Abbey Road-Studios laufen. Aufgenommen am 8. August 1969. Das 11. Studioalbum der Beatles wurde dann am 26. September 1969 veröffentlicht.

Zebrastreifen auf der Abbey Road (Foto: dpa Bildfunk, epa Andy Rain)
epa Andy Rain

Hoch hinaus oder vor der Haustüre ...

„Wir brauchen unbedingt und schnell ein Foto für unser neues Album", sagten die Beatles am 8. August 1969. Ursprünglich sollte das Album „Everest“ genannt werden, jedoch erschien ein Foto im Himalaya sehr aufwändig. „Nachdem wir für das Album eh schon im Zeitplan hinterherhinkten, haben wir den Fotografen Iain MacMillan angerufen, sind raus auf die Straße vor dem Studio und eine halbe Stunde umhergelaufen".

Das Cover des Albums kommt ganz ohne Titel und Bandname aus. Aber wofür auch? Creative Director Josh Kosh hat eine einfache Antwort: „They were the most famous band in the world after all“.

Verschwörungstheorien rund um das Cover

Das Foto-Shooting ging schnell über die Bühne, was sich aber aus diesem Cover entwickelte, hielt jahrzehntelang die Verschwörungstheoretiker in Atem. So hieß es, das Cover sei ein versteckter Hinweis darauf, dass Paul McCartney bereits drei Jahre zuvor, 1966, bei einem Autounfall umgekommen sei und durch ein Double ersetzt worden war.

Angeblicher Beweis: McCartney ist der einzige, der barfuß über den Zebrastreifen läuft - in England werden die Menschen traditionell barfuß beerdigt. Und: er hat eine Zigarette in der rechten Hand, obwohl er Linkshänder ist. Diesen Beweis habe man in späteren Versionen des Covers verschwinden lassen, ihn einfach wegretuschiert. Außerdem wollen die Verschwörungstheoretiker auf dem Foto erkennen, dass Paul nicht, wie die anderen Beatles, mit den Füßen die Straße berührt, sondern eher zu schweben scheint.

Dauer

Die Verschwörungstheorien waren aber nur die Auswüchse nach einem Artikel in einer kleinen Universitätszeitung, der von einer Radiostation und später, explizit als Satire gemeint, von einer Zeitung aufgegriffen wurde. Nur: das Ganze wird so groß, dass Paul McCartney irgendwann dagegen halten muss, öffentlich erklärt „I am very much alive“. 1993 bringt er sogar einen Konzertmitschnitt heraus mit dem Titel „Paul is live“. Auf dem Cover läuft er noch einmal über den Zebrastreifen auf der Abbey Road - diesmal mit Schuhen.

Einmal wie ein Beatle ...

Ohne das Album der Beatles würde es heute wohl auch wesentlich ruhiger in der Abbey Road zugehen und es wären bedeutend weniger Nachahmer des Covers in London unterwegs. Der besagte Zebrastreifen ist mittlerweile ein großer Besuchermagnet und seit 2010 unter Denkmalschutz gestellt.

Zebrastreifen auf der Abbey Road (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa)
picture alliance / Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Live-Blick auf die Abbey Road

Auf der Webcam der Abbey Road Studios lässt sich live mitverfolgen, was auf einem der berühmtesten Zebrastreifen gerade los ist...

Das letzte gemeinsame Album

„Abbey Road“ ist das letzte gemeinsam aufgenommene Album der Beatles. Trotz heftigen Streitigkeiten bei den Aufnahmen von „Let It Be“ beschlossen Sie ein weiteres Album zu produzieren. Auch wenn sich, laut des Tontechnikers, alle bemühten freundlich und respektvoll miteinander zu arbeiten, blieben Spannungen in der Gruppe nicht aus. Insbesondere John Lennon übte heftige Kritik an der Zusammenstellung des Albums und schlug häufig Diskussionen an. Dieser gab am 20. August 1969, sechs Tage vor Veröffentlichung von „Abbey Road“, seinen Rückzug aus der Band bekannt, was die Öffentlichkeit jedoch erst im April des Folgejahres mit dem Ausscheiden von McCartney erfuhr. Später waren alle Beteiligten der Meinung, dass die Auflösung der Band eine Befreiung gewesen sei. 

Erfolgreiches Album trotz Zwist

Dem Album waren die Streitigkeiten nicht anzuhören. Es landete auf Platz 1 der Charts und hat sich über 31 Millionen Mal verkauft. Trotz der gemischten Kritiken nach der Veröffentlichung hat es heute Kultstatus erreicht und wird hoch gelobt. So listete die Musikzeitschrift Rolling Stone „Abbey Road“ auf Platz 14 der besten Alben aller Zeiten.