Entstehung der Hitparaden Erfolgreiche deutsche Musik-Exporte

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In allen größeren westlichen Ländern gibt es sie: Neueinsteiger, Chartstürmer und Aufsteiger der Woche. Wer heute wissen will, welche Musiktitel angesagt sind, schaut einfach in die Top 10 der Hitparaden. Wie die offiziellen Hitparaden ermittelt werden und wie sie entstanden sind, ist allerdings etwas komplizierter.

Wenn es um international erfolgreiche Titel aus Deutschland geht, denken die meisten zunächst an Nena oder die Scorpions. Darüber hinaus gab es aber noch viele andere Songs, die weltweit in die Hitparaden kamen. Nicht immer auf deutsch gesungen, aber doch immer in Deutschland produziert und geschrieben.

Auf den richtigen Sound kommt es an

Sortiert nach den weltweiten Nr.1-Platzierungen sind Boney M. eine der bekanntesten deutschen Gruppen. Hinter dem Erfolg der Band stand der Rheinland-Pfälzer Musikproduzent Frank Farian. Unter anderem belegte der Titel "By the rivers of Babylon" im Jahr 1978 Platz 1 in Belgien, Frankreich, Irland, Holland, Schweden, England, Australien und Neuseeland.

Hits vom Reißbrett

Mit seinem zweiten großen Projekt "Milli Vanilli" war Frank Farian ebenfalls sehr erfolgreich - bis herauskam, dass die beiden Aushängeschilder der Band, Rob und Fab, gar nicht selbst auf den Platten sangen. Doch bis dahin waren sie internationale Superstars und schafften alleine in den USA dreimal den Sprung an die Spitze der Charts. Außerdem erhielten sie für ihr Album "Girl you know it's true" einen Grammy. Nach dem Skandal wurde ihnen dieser allerdings wieder aberkannt.

Unsere schrägsten Exportschlager

Gerade wenn es um Musik geht, ist die Grenze zwischen akzeptablem Musikgeschmack und "geht gar nicht" häufig sehr dünn. Wer nach 25 Wochen an der deutschen Chartspitze "Schnappi - das kleine Krokodil" immer noch toll fand, hatte bald ein paar Freunde weniger. Aber auch unsere nördlichen Nachbarn konnten sich dem kindlichen Charme dieses Liedes nicht entziehen. "Schnappi" stand auch in Belgien, Holland, Norwegen und Schweden wochenlang auf Platz 1.

Ähnlich verständnislos reagieren viele auf den internationalen Erfolg von Scooter. Über viele Jahre hinweg belegte die Gruppe aus Hannover rund um den Globus die vordersten Plätze in den Charts. Und das gilt nicht nur für die Singles, sondern auch für die Alben. Von England über Italien bis nach Australien kennt man mittlerweile den Ausruf "Hyper! Hyper!".

Die "Kiwis" haben einen sehr eigenen Geschmack

Im Vergleich verschiedener Hitparaden fällt die neuseeländische etwas aus dem Rahmen. Besonders was deutsche Produktionen angeht haben die Inselbewohner eigenwillige Vorlieben. Insgesamt belegten dort fünf Titel "Made in Germany" Platz 1. Neben den üblichen Verdächtigen gehörten dazu auch Trio mit der englischsprachigen Version von "Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht". In der Heimat schaffte es der Song dagegen nur auf den zweiten Platz.

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