SWR1 Pfännle Jubiläum (Foto: SWR, SWR1 - Foto: SWR1)

20 Jahre Pfännle SWR1 Pfännle und das Wetter

Das Wetter ist die einzige Zutat, welche die Köche bei SWR1 Pfännle nicht beeinflussen können. Bei so mancher Veranstaltung machte es den Beteiligten einen Strich durch die Rechnung.

Alle reden übers Wetter, wir von SWR1 Pfännle können ganze Geschichten darüber erzählen. Das Wetter ist nun einmal eine ganz, ganz wichtige Zutat für dieses Erfolgsrezept – nur die einzige Zutat, die nun wahrlich nicht richtig dosiert werden kann. Als wir 2001 erstmals SWR1 Pfännle im September statt im Juni und Juli veranstaltet haben, zweifelten wir ernsthaft, ob diese Entscheidung so schlau war. Samstags reisten wir ins Allgäu nach Wangen, ein nicht enden wollender Regen empfing uns. Über den leicht abschüssigen Marktplatz schossen wahre Sturzfluten. Die aufbauenden Gastronomen warfen uns nur sehr sparsame Blicke zu - nach dem Motto "Na das kann ja was werden". Wir selber verkrochen uns im Hotel und waren auf alles gefasst. Nur nicht auf das, was uns am nächsten Morgen erwartete: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, bei zwar sparsamen Temperaturen, die sich aber im Laufe des Tages in spätsommerliche Höhen emporarbeiteten. Die Belohnung: tausende glückliche Besucher und glückliche Gastronomen, die übrigens ob des großen Erfolgs jahrelang immer im Sommer ein Gourmet-Fest veranstalteten.

SWR1 Pfännle am 7. September 2008 in Bretten (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
Nicht bei jeder SWR1 Pfännle-Veranstaltung ist das Wetter so angenehm wie 2008 in Bretten. SWR - Alexander Kluge

Ganz heikel war die SWR1 Pfännle-Veranstaltung im September 2001 in Künzelsau, nur wenige Tage nach den Anschlägen vom 11. September in den USA. Wir waren kurz davor, alles abzusagen. Letztendlich haben wir mit der Stadt entschieden: "Wir machen das, vielleicht sind die Menschen dankbar für ein bisschen Ablenkung". Allerdings kam noch strömender Regen an diesem Sonntag dazu. Wir haben schon gedacht, niemand kommt. Aber wir hatten unsere Rechnung, zum Glück, ohne die Hohenloher gemacht. Mehr als 6.000 Menschen standen im strömenden Regen und schauten zu, wie Ex-Turnweltmeister Eberhard Gienger sich auf der Bühne bravourös als Hobbykoch schlug. Der absolute Star der Veranstaltung war aber der damalige Sternekoch Lothar Eiermann aus dem Luxushotel "Friedrichsruh" – die Zuschauer hingen ihm förmlich an den Lippen, als er sein Geheimnis verriet und demonstrierte, wie man eine Sauce schön glänzend bekommt – sein Tipp: die Sauce dreimal reduzieren lassen. Die Sauce glänzte, die Gäste waren begeistert und wir strahlten im strömenden Regen, ob der vielen Menschen, die unsere engagierten Gastronomen und die Bauernmarktbeschicker nicht im Regen haben stehen lassen.

Nur einmal war das Wetter stärker als wir - aufgrund des Bodensee-Hochwassers 1999 fiel unsere Veranstaltung auf der Insel Reichenau ins Wasser - wurde aber im darauffolgenden Jahr nachgeholt.

Ganz heftig hat es uns alle 2011 in Trochtelfingen erwischt. Auf dem Gelände der Firma "Albgold" hatten Erzeuger und Gastronomen ein wahres "Pfännle-Paradies" aufgebaut, zwischen Kräutergärten und Blumenwiesen konnte geschlemmt, probiert und eingekauft werden. Nur das Wetter war nicht paradiesisch: strömender Regen, zum Teil mit Hagel und Temperaturen um die 8 Grad – es war auf einmal November im September. Dementsprechend zurückhaltend war der Besucheransturm, im Gegensatz zum Wind, der uns sogar bei einer Kochshow die Schüsseln vom Herd wehte.

Aber nicht nur Regen war in den letzten 18 Jahren eine große Herausforderung für alle Beteiligten, manchmal sogar das komplette Gegenteil: Hitze und gnadenlos brennender Sonnenschein. 2004 war der steinerne Marktplatz in Eppelheim heiß wie ein Pfannenboden. Bei 30 Grad und mehr suchten alle Schutz unter den Sonnenschirmen und blieben dort sitzen, sehr zum Kummer der Köche, die auch sitzenblieben…auf ihren regionalen Köstlichkeiten der Kurpfalz. Absolute Hitze-Spitze erlebten wir 2012 im hohenlohischen Wolpertshausen. Auf dem Gelände der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft gab es keinen Baum oder Strauch, unter denen man im Schatten Schutz vor der sengenden Sonne gefunden hätte. Temperaturen über 35 Grad - da konnten wir die Mikrofone nur mit Handtüchern anfassen, weil die Metallgriffe glühend heiß waren. Ganz im Gegensatz zu unserem Induktionsherd: der automatische Temperaturfühler signalisierte immer: der Herd ist an und heiß! - Von wegen, das war nur die Sonneneinstrahlung. Deshalb ließen sich die Kochflächen gar nicht mehr hochheizen. Die Folge: Der Herd blieb kalt und wir konnten nicht kochen. Die Hitze hatte uns in diesem Fall eiskalt erwischt.

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