SWR1 Thema Heute Rückblick

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SWR1 Hits & Storys

SWR1 Hits & Storys

Fridas Familiengeschichte führt nach Karlsruhe

Anni-Frid Lyngstad kam wenige Monate nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Norwegen zur Welt. Von 1972 bis 82 war sie eines der vier Mitglieder bei der schwedischen Pop Gruppe ABBA.
Anni-Frid Lyngstad kam als sogenanntes Tyskerbarn zur Welt, ein Kind der Schande, denn ihr Vater war der deutsche Besatzungssoldat Alfred Haase, der sich mit Fridas Mutter, der 19jährigen Synni Lyngstad eingelassen hatte. Diese wurde mit dem Kinde aus der norwegischen Bergbausiedlung vertrieben. Gemeinsam mit der Großmutter zog die Familie nach Schweden.
Synni Lyngstad starb 1947. Dem Kind hatte man erzählt, ihr Vater sei im Krieg gefallen. Und so wuchs Anni-Frid bei ihrer Großmutter auf im Glauben, sie sei ein Waisenkind, denn Alfred Haase wusste im heimatlichen Karlsruhe nichts von seiner unehelichen Tochter.
Ende August 1977 erschien die neue Ausgabe der Jugendzeitschrift BRAVO mit einem Artikel über ABBA und Fridas Herkunft. Auch der Name Alfred Haase fiel. Dessen Nichte, ein 13-jähriger ABBA Fan, fand die Namensgleichheit lustig. Als Haase mit dem Namen Synni Lyngstad konfrontiert wurde, fiel der aus allen Wolken. Sein erster Versuch mit Frida Kontakt aufzunehmen wurde von ihr zurückgewiesen, da sie ja glaubte, ihr Vater wäre tot. Dann änderte sie ihre Meinung und beschloss, mit diesem Mann zu sprechen.
"Er kannte Einzelheiten aus dem Leben meiner Mutter, die nur er wissen konnte. Als wir feststellten, dass wir beide das gleiche Foto hatten, das ihn als jungen Mann zeigte, war ich meiner Sache ganz sicher."
Die persönliche Begegnung von Vater und Tochter ein paar Wochen später in Schweden war hoch emotional aber von Fridas Seite aus auch von Skepsis begleitet.
"Es ist ungemein schwierig, wenn man nach 32 Jahren plötzlich noch einen Vater bekommt. Es wäre sicher anders gewesen, wenn ich noch Teenager oder Kind wäre. So aber kann sich kaum solch eine Vertrautheit und Liebe entwickeln, wie wenn er mich aufwachsen gesehen hätte."
Frida glaubte ihrem Vater nicht, dass er von der Schwangerschaft ihrer Mutter nichts gewusst habe. So brach sie mit Haase: "Ich verbringe meine Zeit lieber mit Menschen, die einen nicht im Stich lassen." | audio (2:19 min)

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Wie er an 9/11 ein Konzert umbaute

Es war 2001, ein wunderbarer Spätsommer in der Toskana. Sting hatte eine Menge Musiker aus der ganzen Welt auf sein Weingut eingeladen, um mit ihnen ein ganz besonderes Konzert aufzunehmen. Seit über einer Woche wurde geprobt. Es herrschte eine wunderbar friedliche und kreative Atmosphäre. Wie besonders dieses Konzert werden würde, war damals niemandem klar.
Es kamen erste verstörende Nachrichten aus New York, es ging um gekidnappte Flugzeuge, Anschläge. Und das in New York, der Stadt, die Sting zu seiner 2. Heimat gemacht hat.
Am späten Nachmittag war auch in der Toskana klar, dass es in New York zu einer Katastrophe gekommen war.
Die Türme des World Trade Centers waren eingestürzt und niemand wusste, wieviel Menschen dabei ums Leben gekommen waren und ob es womöglich weitere Anschläge geben könnte
Sting und seine Musiker diskutierten stundenlang. War es möglich unter diesen Umständen, an diesem Tag ein Konzert zu geben? Oder war es womöglich umso wichtiger, genau an diesem Tag aufzustehen und zu spielen?
Schließlich stellte sich Sting vor seine Musiker und sagte: „Was eigentlich ein freudiges Ereignis werden sollte, wird an diesem Tag keins werden können. Und jeder, der heute sagt, ich kann nicht spielen, hat recht."
Dennoch entscheiden sich alle auf die Bühne zu gehen, allerdings einigten sie sich darauf, andere Songs zu spielen und vor allem einen als hoffnungsvolle Botschaft in die Welt zu schicken: Fragile.
„Es ist für uns alle schwer, ich bin wütend, verwirrt, ich habe Angst und ich möchte diesem sinnlosen Akt der Gewalt keine Bedeutung zukommen lassen. Wir singen dieses Lied für alle, die ihr Leben verloren haben."  | audio (2:24 min)

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Vom Exzess-Trinker zum rüstigen Rock-Opa

Das wilde 70er Jahrzehnt war eine einzige Partyzone mit Udo Lindenberg und seinem Panikorchester mitten drin.

Die Figuren aus seinen Liedern fanden Eingang in den Sprachgebrauch der Fans: Jonny Controletti, Bodo Ballermann, Rudi Ratlos, Ricky Masorati oder Elly Pirelli sind nur einige davon.
Lindenberg säuft nicht mehr
Der zunehmende Alkoholkonsum auch auf Tournee gefährdeten Konzerttermine und Udos Gesundheit. Der Tod seines Bruders Erich ließ ihn umsteuern. Trocken sei er nicht, sagt er von sich selbst: "Da hab ich von der Trinkerei Abstand genommen, so Besaufen nach der Mengenlehre mehr ist mehr und so. Gezielte Besäufnisse, gelegentlich und so und ansonsten trickreiche Wirtschaftseinnahmen und auch Sport".

Tatsächlich hat sich Udo Lindenberg mit dem selbst auferlegten Sport- und Diätprogramm von 92 auf 75 Kilo verschlankt. Da er stets sehr spät aufsteht, kommt für das Lauftraining nur die Nacht in Frage. Da ist er dann unerkannt in verschiedenen Städten unterwegs.

Lindenberg joggt
„Du kannst mich jede Nacht irgendwo sehen, wo ich gerade bin. In Hamburg an der Alster, da einmal rum oder zweimal rum oder im Tiergarten Berlin oder in Stuttgart mit so ner windschneidenden Mütze und dann so ein Hoodie drüber und keiner weiß Bescheid und dann rennt da einer".

Der Umstand, dass man ihm den Echo für sein Lebenswerk schon vor 25 Jahren verliehen habe, hatte ihn nachdenklich gemacht, auch dass viele Künstler in seinem Alter verstorben seien wie David Bowie mit 69 Jahren.

Club 100
„Ja, das ist schmerzlich mit 69 nur, muss ich sehen, dass ich schnell aus dem Club rauskomme, denn ich hab noch vor, den Club der 100-Jährigen zu gründen und so. Also es geht alles.“

Es sieht so aus, dass Udo Lindenberg gute Chancen hat, Mitglied im Club der 100-Jährigen zu werden. | audio (2:24 min)

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Skandalöser Bühnenkuss

Als Katy Perry 2008 mit "I kissed a Girl", einem Song über küssende Frauen, einen weltweiten Hit hatte, zuckte niemand mehr zusammen. Denn Madonna hatte 5 Jahre zuvor dafür den Weg bereitet.

Es war bei den MTV Video Awards 2003 in New York und es begann ganz unschuldig. Christina Aquilera und Britney Spears, damals die Teenie-Superstars, als Bräute ganz in weiß, sangen Madonnas Hit "Like a Virgin".

Dann erschien Madonna, ganz in schwarz, mit Frack und Zylinder als Bräutigam und sang mit den beiden ihren neusten Song "Hollywood" und mitten im Song passierte es: Zuerst küsste Madonna Britney und danach Christina.

Da die Kamera allerdings direkt nach dem innigen Kuss mit Britney, auf Britneys Ex-Freund Justin Timberlake schwenkte, gibt es von der geküssten Christina keine Aufnahmen. Die Großaufnahme von Justin Timberlake allerdings ging um die Welt und sprach Bände. Denn er und Britney waren jahrelang das keusche Vorzeigepaar der Musikindustrie gewesen und hatten sich sehr medienwirksam getrennt.

Zu seiner Verteidigung sagte Timberlake, er hätte ja nur so ein Gesicht gemacht, weil er ständig eine Kamera im Gesicht hatte.
Britneys Manager Larry Rudolph traf direkt nach dem Auftritt Madonna im Fahrstuhl und erinnert sich nur zu gut, wie sie ihn in den Arm nahm, küsste und sagte, das war's doch wert.

Britney selbst hatte, nachdem sich die erste Welle des Entsetzens im eher prüden Amerika legte, auf die Frage, ob sie das nochmal machen würde nur eine Antwort.

Angeblich solll Madonna Britney nach dem Auftritt eine Diamantenkette im Wert von 15.000 Euro geschenkt haben. Die ganze Aufregung, die nach dem Kuss entstand, kommentierte sie nur mit einem einzigen Satz: "Habt Ihr noch nie 2 Frauen gesehen, die sich küssen?" | audio (2:53 min)

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Jimy Hendrix mag koi Spätzle

Der Konzertveranstalter und Impresario Fritz Rau hatte schon in den 60er Jahren Bands wie die Rolling Stones, Janis Joplin und auch Jimi Hendrix nach Deutschland geholt.
Rau war begeistert von Jimi Hendrix' virtuosem Gitarrenspiel und von seiner äußeren Erscheinung.

Hendrix äußere Erscheinung
"Er hatte ja eine Kleidung, die ihm von seiner indianischen Großmutter beigebracht wurde, im Rahmen der Erziehung. Er hatte ein T-Shirt, das war wie ein Voodoo-Priester."

Der Gitarrist aus Seattle galt als einer der kreativsten und innovativsten Köpfe seiner Zeit. Aus seiner E-Gitarre, gekoppelt mit einem Marshall Verstärker zauberte er Klänge, wie man sie so noch nie gehört hatte…

Musik Hendrix "Star Spangled Banner"

Konzertveranstalter Fritz Rau kam gut aus mit dem exzentrischen Musiker und wollte ihm in Stuttgart eine besondere Freude machen.
Jimi schwärmte oft von den scharfen und deftigen Gerichten der amerikanischen Südstaaten, die von den Afroamerikanern "Soulfood" genannt werden.
Und da hatte sich Fritz Rau gedacht, die süddeutsche Küche würde Jimi Hendrix ganz sicher gefallen.

Jimi Hendrix mag keine Spätzle
Und so wollte ich ihm in Stuttgart in einer ordentlichen Wirtschaft eines meiner Lieblingsgerichte zeigen: „Thats my kind of Soulfood" und das waren Spätzle, Linsen und Saitenwürste. Und er stochert da rum und plötzlich sagt er "I’m back in a Minute" und kam nie wieder. Und dann frag ich den Gerry Stickells, damals Tourneeleiter, und der meinte: "Es ist ihm schlecht geworden". Dann sag ich: "Warum sagt er mir denn nichts, denn dann könnt ich ja einen Zwiebelrostbraten bestellen" und dann sagt er: "He didn’t want to heared your Feelings."

Es ist nicht bekannt, ob sich der große Gitarrist noch zu anderen Kostbarkeiten aus Süddeutschland überreden ließ. Linsen mit Spätzle und Saitenwürsten, das rockte Jimmy Hendrix definitiv nicht. | audio (2:05 min)

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Die Gärtnerin lässt Blumen singen

Keine Frage, Kim Wilde gehört zu den Superstars des 80er Popjahrzehnts: "View From A Bridge", "Cambodia", "Love Blonde" oder "Four Letter Word" stürmten die Charts in regelmäßigen Abständen. Das Besondere an den Hits von Kim Wilde, sie waren das Ergebnis des Teamworks in ihrer Familie. Ihr Vater Marty Wilde, der in den frühen 60er Jahren selbst ein Popstar war und ihr Bruder Ricky schrieben die Songs für Kim gemeinsam.

Als der Erfolg von Kim Wilde als Popstar nachließ, heiratete sie und gründete eine Familie. Ihr Freizeitinteresse richtete sich auf ein ganz anderes Gebiet, auf dem sie in ihrer britischen Heimat erneut Karriere machte, als Landschaftsgärtnerin mit einer eigenen Fernsehsendung in der BBC.

Neue Karriere
Ich weiß, es klingt verrückt. Als ich meinen Mann kennenlernte, verließ ich das Musikgeschäft. Das war eine große Entscheidung, die uns aber leicht viel, weil wir ja Kinder haben wollten. Ich entschied mich für Gartenbau, weil ich für meine Kinder einen Garten anlegen wollte. Das klingt jetzt alles sehr einfach, aber in meinem Kopf musste schon ein großer Schalter umgelegt werden.

…und wenn Kim Wilde in England auf der Straße erkannt wird, wonach fragen die Leute, nach ihrer Popkarriere oder wie man Rosen schneidet?

Popstar und Gärtnerin
Sie fragen nach beidem. Neulich erst war ich wieder in einem Londoner Taxi unterwegs. Da fragte mich der Fahrer nach meinem Vater. Danach stellt man die Frage nach den Rosen und erst dann wollen sie wissen, ob ich noch singe. In England sind nämlich meine letzten beiden Alben gar nicht erschienen. Dort kennt man mich vor allem als Gartenexpertin und das ist ja auch nicht so verkehrt. Denn wenn ich nicht arbeite, verbringe ich tatsächlich sehr viel Zeit im Garten, als Ausgleich zum Leben als Popstar.

Jetzt, wo die Kinder schon größer sind, ist Kim Wilde wieder als Popsängerin unterwegs. | audio (2:02 min)

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