Schüler demonstrieren gegen den Klimawandel. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

SWR1 Sonntagmorgen Fridays for Future: "Geben nicht so schnell auf"

Die Jugendbewegung Fridays for Future spricht von Klimakrise. Und als wolle die Natur kurz vor dem Sommerkongress der Bewegung zum Beweis antreten, jagt ein Hitzerekord den nächsten: Geilenkirchen, Bonn-Roleber und Lingen. Dort wurde zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland die 42-Grad-Marke geknackt.

Junge Leute aus ganz Deutschland treffen sich vom 31. Juli bis 4. August zum Sommerkongress der Bewegung Fridays for Future in Dortmund. Es gibt Aktionen, Konzerte, Poetry Slam und zahlreiche Panels und Workshops. Die Besucher wollen darüber sprechen, wie man effektive Klimapolitik in der Zukunft umsetzen kann, sagt Philipp Witte aus Konstanz. Er ist Sprecher der Bewegung in Baden-Württemberg.

Aufklärungsbedarf an Schulen

Witte sagt, er sei selbst überrascht, wie erfolgreich die Bewegung Fridays for Future ist. Auf der anderen Seite sei es teilweise erschreckend, wie manche Jugendliche fast nichts über Fridays for Future wüssten oder grundsätzlich über den Klimawandel und immer noch dächten, 'ja das wird schon noch'. Witte sieht deshalb in den Schulen noch großen Aufklärungsbedarf zum Thema Klimawandel. „Bei mir in der Schulzeit kam das teilweise echt zu kurz“, sagt der 19-jährige.

Konkrete Umsetzung

Witte fordert von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen. Zum Beispiel die Einführung einer CO2-Steuer und einen schnellstmöglichen Kohleausstieg. Klare gesetzliche Grundlagen zu schaffen, sei Aufgabe der Politik und nicht der Schüler.

Teilnehmer gehen während einer Demonstration für den Klimaschutz hinter einem Banner, auf dem steht "Kohle stoppen jetzt!" (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
"Kohle stoppen jetzt!". Unter dem Motto "Fridays for Future" gehen Schüler für den Klimaschutz auf die Straße. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Picture Alliance

Witte erklärt, die Bewegung werde mit ihren Aktionen nicht aufhören, wenn nur zwei oder drei Gesetze zum Klimaschutz kämen. Fridays for Future habe ihre sechs Forderungen. „Die müssen erfüllt werden, damit wir als Deutschland unseren Beitrag dafür leisten, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten.“

Geben nicht so schnell auf

„Die meisten werden es gerade merken. Es ist ziemlich warm draußen. Es gab einen Hitzerekord. Vielleicht merkt der eine oder andere, dass es diesen Klimawandel gibt, auch wenn er bisher gedacht hat, ‚nein das wird schon alles wieder‘. Auf jeden Fall geben wir nicht so schnell auf, wenn da eine kleine gesetzliche Maßnahme kommt, dann reicht uns das auf keinen Fall.

Sofortmaßnahme

Für Witte persönlich wichtig ist, dass bis Ende des Jahres „das älteste und dreckigste Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet wird. Aber natürlich brauchen wir einen flächendenkenden Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2030, um die Klimaschutzziele, die im Abkommen von Paris verankert sind umzusetzen.“

Forderungen von Friday for Future

Um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssten schon bis Ende dieses Jahres konkrete Maßnahmen getroffen werden. Dazu zählten ein „Ende der Subventionen für fossile Energieträger“ wie Kohle, Öl und Gas, das Abschalten eines Viertels der derzeitigen Kohlekraftkapazitäten sowie eine Kohlendioxid-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen.

Fridays for Future verweist auf Berechnungen des Umweltbundesamtes. Demnach verursache die Emission einer Tonne CO2 Schäden von rund 180 Euro. Umgerechnet auf den Ausstoß Deutschlands 2016 entspreche dies Gesamtkosten von rund 164 Milliarden Euro.

In dem Forderungspapier von „Fridays for Future“ hieß es auch: „Uns ist bewusst, dass diese Forderungen ambitioniert sind, doch wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, werden wir das 1,5 Grad-Ziel verfehlen. Die dadurch entstehenden Schäden werden nicht reparabel sein.“

Dauer

Die gesamte Sendung zum Nachhören in unserem Podcast

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR1
STAND