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28.06.2019 21:30 Uhr Metropol 3 Karl Berger – music mind

Außer Konkurrenz

"We need vibes" schreibt die Avantgarde-Legende Don Cherry Mitte der 60er seinem Heidelberger Pianisten und Vibraphonisten Karl Berger. Dieser folgt dem Ruf seines Bandleaders und zieht mit Frau und Kind nach New York.

Wie kaum ein anderer seiner Generation hat der Musiker und promovierte Musikwissenschaftler Karl Berger die freie Improvisation und vor allem die Weltmusik geprägt. Klassisch am Heidelberger Konservatorium ausgebildet, erlernt er im dortigen Cave 54 die Jazzimprovisation von den stationierten US-Soldaten, bis immer mehr namhafte US-Musiker ihn in ihre Bands holen. Er gibt seine Assistenzstelle bei Theodor W. Adorno auf und entflieht dem tristen Nachkriegsdeutschland, um in Paris auf seinen Förderer Don Cherry zu treffen. Ihm folgt er zusammen mit seiner Frau, der Münchener Sängerin Ingrid Sertso, nach New York und gründet mit ihr und Ornette Coleman Anfang der 70er in Woodstock ein Zentrum für freie Musik und Improvisation, das Creative Music Studio.

Julian Benedikts Aufmerksamkeit gilt den Spielern, den Musikern, ihrer Musik, ihrem Leben, ihrem Sein. Jazzmusik, Jazzfotografie, das ist bei aller Passion, vielleicht Sucht, gewiss auch Qual, viel Arbeit. Das Können kann man sich nicht downloaden, man muss an der Sensation schuften, bis das Können zu einem gefühlten Wissen, jenen Routinen, wird. Um dann aus dieser dynamischen Konstellation heraus rezipieren und produzieren zu können. 


Deutschland 2018; 55 Min.

Buch und Regie: Julian Benedikt, Axel Kroell

Kamera: Ma Raab

Montage: Alexander Costea, David Feuerstein

Tonmischung: Klaus Ploch

Produktion: Axel Kroell, Polyester Music and Film / SWR

FSK ohne Altersbeschränkung