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28.06. 11.00 Uhr Metropol 1 Mali Blues

MALI BLUES erzählt von vier Musikern aus dem westafrikanischen Mali, die mit ihrer Musik für einen toleranten Islam und ein Land in Frieden kämpfen.

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Lutz Gregor: Mali Blues

Musik für einen toleranten Islam

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Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Das Land gilt als die Wiege des Blues und Jazz, den westafrikanische Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten.

Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Das Land gilt als die Wiege des Blues und Jazz, den westafrikanische Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten.

Ahmed Ag Kaedi und seine Band Amanar spielen den berühmten „Desert Blues“, eine moderne Variante der traditionellen Tuaregmusik. Momentan leben alle Musiker im Exil, von den Islamisten aus ihrer Heimat, der Wüste, vertrieben.

Bassekou Kouyaté ist Griot, einer der legendären Mythensänger Malis. Um die Spannungen im Vielvölkerstaat Mali zu reduzieren, hat er ein multiethnisches Bandprojekt gegründet. Seine Botschaft: Wenn wir Musik zusammen machen können, können wir auch zusammen leben.

Der Rapper Master Soumy gibt den Menschen in den Armenvierteln von Bamako eine Stimme. Besonders für die junge Generation ist der systemkritische Musiker ein Idol.

Mit zwanzig Jahren hat Fatoumata Diawara ihr westafrikanisches Heimatland Mali verlassen, um einer Zwangsheirat zu entgehen. Seither begeistert die junge Frau mit ihrer Stimme ein Weltpublikum – jetzt zum ersten Mal auch in Mali.

Als Fatoumata Diawara erfährt, dass Musiker in Mali von Terroristen bedroht werden, kehrt sie zurück in ihr Land, um mit ihrer Musik für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen.

Fatoumata Diawara singt zu den Frauen ihres Heimatdorfes über die weibliche Beschneidung – ein Ritual, das noch immer praktiziert wird.

Regisseur Lutz Gregor

Das westafrikanische Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Aber musikalisch ist es so reich wie kaum ein anderes Land. Doch Malis Musik ist in Gefahr. Radikale Islamisten führen im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Malis Musiker kämpfen mit ihren Instrumenten und ihrer Stimme für Frieden und Versöhnung, für einen weltoffenen Islam und einen gesellschaftlichen Wandel in ihrem Heimatland. »Mali Blues« porträtiert in leisen Tönen und poetischen Bildern, aber bisweilen auch in voller Lautstärke, vier außergewöhnliche Musiker, die mit ihrer Musik für einen neuen Aufbruch in Afrika kämpfen.


Zum Autor und Regisseur

Lutz Gregor in Berlin geboren, Studium der Germanistik und Politologie, arbeitet seit 1983 als freier Filmemacher für verschiedene Fernsehsender. Lebt in Köln. Nachdem seine Filme anfänglich im Bereich des experimentellen Videos und Dokumentarfilms angesiedelt waren, hat er sich später im Genre des Video- bzw. Filmtanzes spezialisiert. Sein Spielfilm »Königskinder« (2001) lief u.a. auf dem Max Ophüls Festival und wurde beim Festival International du Film Indépendant Brüssel 2003 für seine »innovative Filmsprache« prämiert. »Frankfurt Dance Cuts« (2004), 4 Kurzfilme mit Tänzern des Ballett Frankfurt von Bill Forsythe lief im Oktober 2005 als deutscher Beitrag im Rahmen des ARTE Festivals »Temps d’Images« in der Villa Medici in Rom.

Regisseur Lutz Gregor

Regisseur Lutz Gregor

Begründung der Vorjury:

Ein Bildstarker Film über die verbindende und kritische Kraft der Musik. Ein Statement gegen Fundamentalismus und eine Hommage an die Wiege des Blues. Politisch hochaktuell und gleichzeitig ein Genuss für Auge und Ohr.

Deutschland 2016, 93 Min.
Buch und Regie: Lutz Gregor
Kamera: Axel Schneppat
Schnitt: Markus CM Schmidt, Michelle Barbin
Ton: Pascal Capitolin, Karsten Höfer, Daniel Piechotka
Produktion: gebrüder beetz filmproduktion
Koproduktion: ZDF/ARTE
Filmförderung: Film und Medien Stiftung NRW, Creative Europe MEDIA, Medienboard Berlin Brandenburg, Filmförderungsanstalt, Deutscher Filmförderfonds
FSK: Ohne Altersbeschränkung