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Für Carlotta sind menschliche Gesichter keine Orte des Vertrauens, sondern graue Bastionen, die verängstigen und Verwirrung stiften.

Carlotta kann keine Gesichter erkennen, nicht einmal ihr eigenes Spiegelbild. Grund dafür ist ein Defekt in der Gehirnregion, die eigentlich Gesichter verarbeitet. Der Film Lost in Face vermittelt einen intensiven, manchmal verstörenden Einblick in den Alltag von Carlotta. Wie bewältigt sie ihre Gesichtsblindheit? Wo findet sie ihre Bestimmung? Was treibt sie an?

Um diesen Fragen nachzugehen, wandert der Neurowissenschaftler Valentin Riedl durch Carlottas Gedankenwelt. Vorbei an anthropomorphen Tieren, luziden Träume und holprigen Irrwegen. Die Herausforderungen, die Carlotta jeden Tag überwinden muss, werden schrittweise offengelegt und in Animationen veranschaulicht. Lost in Face ist die Geschichte einer rastlosen und bewegenden Suche nach dem eigenen Gesicht. 

Mediziner und Filmemacher Valentin Riedl erzählt von der Entstehung des Dokumentarfilms:

Buch und Regie

© CORSO Film- und Fernsehproduktion (Foto: SWR)
Valentin Riedl

Valentin Riedl ist Mediziner und arbeitet als Neurowissenschaftler in München. Als Autor und Regisseur widmet er sich dem Dokumentarfilm, um neurowissenschaftliche Phänomene aufzuarbeiten. Riedl studierte Medizin an der Universität Regensburg und der Technischen Universität München (TUM), sowie Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen; außerdem erhielt er ein Entwicklungsstipendium der Wim Wenders-Stiftung.

Nach dem Kurzfilm Burned Soil aus dem Jahr 2012 (Los Angeles Movie Award) ist Lost in Face ist sein erster Langfilm. Er wurde auf dem Max Ophüls Filmfestival mit dem Publikumspreis "Bester Dokumentarfilm" ausgezeichnet.

Stab / Filmdaten

Deutschland 2020 – 81 Minuten
Buch und Regie: Valentin Riedl
Animationsregie: Frédéric Schuld
Kamera: Doro Götz
Montage: Ivan Morales
Ton: Andreas Hildebrandt, Simon Bastian
Musik: Antimo Sorgente
Produktion: CORSO Film
Filmförderung: Film- und Medienstiftung NRW, BKM, FFF Bayern
FSK: keine Angabe

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