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28.06.2018 11:00 Uhr Metropol 1 The Cleaners

Nominiert für den Deutschen Dokumentarfilmpreis

THE CLEANERS enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in zehn Stunden Schichten im Auftrag der großen Silicon Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter&Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die Content Moderatoren outgesourct. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys.


Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt wie Fake News und Hass durch die Sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden. Die utopische Vision einer vernetzten globalen Internet-Gemeinde wird endgültig zum Albtraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der Sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Durch gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen, werden die Plattformen zu gefährlichen Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die drohende Spaltung unserer Gesellschaft vorantreiben. Die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debutfilm vom Platzen des utopischen Traums der Sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co auf uns und unsere Gesellschaften.

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Kinostart 17.05.

The Cleaners von Hans Block und Moritz Riesewieck

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Sie sitzen in kleinen Büronischen und löschen in Zehn-Stunden-Schichten belastende Fotos und Videos von den großen Social Media Plattformen: die sogenannten Content Moderatoren.

Sie sitzen in kleinen Büronischen und löschen in Zehn-Stunden-Schichten belastende Fotos und Videos von den großen Social Media Plattformen: die sogenannten Content Moderatoren.

Fernab des Silicon Valleys, wo Facebook, Youtube, Twitter und Co. ihren Sitz haben, sind es vor allem Städte wie Manila, in die die komplexen Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten outgesourct werden.

Die Kriterien, nach denen die Content Moderatoren agieren, sind eines der am besten gehütetsten Geheimnisse der Social Media Branche.

Obwohl die Tätigkeit die Moderatoren traumatisiert und ihre Persönlichkeit nachhaltig verändert, ist es ihnen strengstens verboten, darüber zu sprechen.

Der Film erzählt die Geschichte von fünf Content Moderatoren und gibt Einblicke in die Auswirkungen von Onlinezensur, Fake News und Hass in den sozialen Netzwerken.

Für Regisseur Moritz Riesewick ist es sein Kinodebüt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Block hat er das Label "Laokoon" gegründet, benannt nach dem Priester, der im alten Troja als erster die Gefahr des hölzernen Pferds bemerkte.

Getreu dem Namensgeber hat Laokoon es sich zur Aufgabe gemacht, die trojanischen Pferde ihrer Zeit aufzudecken. Auch für Hans Block ist es sein Debüt als Regisseur.

Biographie der Regisseure

Hans Block (*1985) ist ein deutscher Theaterregisseur, Filmemacher und Musiker.Er studierte Musik (Schlagzeug) an der Kunsthochschule in Berlin und Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst ernst Busch in Berlin.
2014 wurde er fester Regisseur und Mitglied der künstlerischen Leitung beim Schauspiel Frankfurt. Inszeniert wurden unter anderem 'Mysterien - Unberechenbar werden' von Knut Hamsun, 'Aufzeichnungen aus dem Kellerloch' von Fjodor Dostojewski und 'Flankufuroto' von Bonn Park. 2014 wurde erzum Festival "Radikal Jung" im Münchner Volkstheater mit seiner Produktion 'Austrian Psycho', welche als beste Produktion des Festivals ausgezeichnet wurde. Sein Radiodrama 'Don Don Don Quijote - Attackéee' wurde mit dem Prix Marulić 2015 prämiert. Hans Block und Moritz Riesewieck arbeiten unter dem Label "Laokoon" zusammen, benannt nach dem legendären Trojanischen Seher, der das Trojanische Pferd als gefährlichen Betrug entlarvt. In ihren Arbeiten zielen Riesewieck und Block darauf ab, die Trojanischen Pferde unserer Zeit zu enthüllen. Ihre Projekte, die sie in verschiedenen Medienformen entwickeln, beginnen mit Untersuchungen und enden als auffällige, komplexe Erzählungen.

Moritz Riesewieck (* 1985) ist ein deutscher Essay-Autor, Drehbuchautor, Theater- und Filmregisseur. Er studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Zuvor studierte er einige Semester Volkswirtschaftslehre als Stipendiat der Deutschen Akademischen Stiftung und arbeitete als Regieassistent an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. 2014 inszenierte er das Stück 'Woyzeck' von Georg Büchner in Mexico City. Seine spanisch / deutsche Abschlussarbeit wurde zum renommierten Heidelberg Play Market eingeladen. 2016 erhielt Moritz Riesewieck das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin für seine innovativen Theaterarbeiten, die auf Festivals in Berlin und Hamburg und zuletzt am Theater Dortmund gezeigt wurden. Im gleichen Jahr präsentierte Riesewieck eine Vortragsreihe zur digitalen Reinigung auf der re: publica Berlin und beim Berliner Theatertreffen. Sein Essay 'Digital Dirt Work' wurde im September 2017 im deutschen Verlag dtv veröffentlicht.

Filmdaten

Deutschland 2018; 88 Min.
Buch und Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck
Kamera: Axel Schneppat, Max Preiss
Montage: Philipp Gromov, Hansjörg Weißbrich, Markus CM Schmidt
Ton: Karsten Höfer
Produktion: Gebrüder Beetz
Koproduktion: Griffa Filmes, WDR, NDR, rbb, VPRO und I Wonder Pictures in Zusammenarbeit mit Motto Pictures, ARTE u.v.m.
Filmförderung: Creative Europe - MEDIA Program of the European Union, FSA, Ancine, BRDE, Film- und Medienstiftung NRW
FSK: 12