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Currentzis kommt!

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 wird Teodor Currentzis der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters.

Er zählt zu den vielseitigsten und interessantesten Dirigenten seiner Generation, dessen Repertoire mit Werken von der Barockzeit bis zur Avantgarde sämtliche Epochen umfasst. Ein besonders spannendes Vorhaben wird sein "Currentzis Lab" in Stuttgart und Freiburg sein: Teodor Currentzis taucht dann im Gespräch mit allen Interessierten tiefer in ausgewählte Werke seiner Programme ein.

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Teodor Currentzis, die Musik und die Welt

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Ich bin glücklich und freue mich sehr auf die Arbeit mit dem Orchester. Für mich ist es von besonderer Bedeutung, den Reichtum beider Ensemble-Traditionen aufzugreifen und das neue Orchester aus dem Besten der beiden Klangkörper zu gestalten. Dazu werden wir Zeit und die Unterstützung aller benötigen. Ich werde mich mit Enthusiasmus, Liebe und Hingabe dem Orchester widmen und gemeinsam mit den Musikern die Zukunft gestalten.

Ich bin glücklich und freue mich sehr auf die Arbeit mit dem Orchester. Für mich ist es von besonderer Bedeutung, den Reichtum beider Ensemble-Traditionen aufzugreifen und das neue Orchester aus dem Besten der beiden Klangkörper zu gestalten. Dazu werden wir Zeit und die Unterstützung aller benötigen. Ich werde mich mit Enthusiasmus, Liebe und Hingabe dem Orchester widmen und gemeinsam mit den Musikern die Zukunft gestalten.

Wir sollten uns nicht vor Einzigartigkeit fürchten, wir sollten uns selbst ausdrücken, fühlen und schauen. Wir sollten uns so ausdrücken, wie wir wirklich sind. Und jeder ist anders.

Als ich die Staatsbürgerschaft Russlands bekommen habe, bin ich Mitbürger geworden von Tschaikowski, Dostojewski, Malewitsch, Schostakowitsch, Strawinski, Lotman, Melnikov, Brodski und Batagov. Über das Russland spreche ich, nicht über das Russland des Ersten Kanals und NTV.

Musik ist kein Dienst. Ein Poet zu sein, ist auch kein Job. Vive le Punk!

Einen Dirigentenstab nehme ich nicht in die Hand – das wäre wie eine geliebte Frau mit Krücken zu umarmen.

Am besten ist man dort, wo man fühlen kann, dass man gebraucht wird, dass deine Meinung gefragt ist. Das ist nicht mehr einfach nur Arbeit, sondern eine spirituelle Reise, die mich aufatmen lässt und neue Energie schenkt.

Ein Symphonieorchester gibt es für mich nicht. Ich sehe es als großes Kammerorchester, in dem jeder (Musiker) wichtig ist. Und seine Hingabe und seine Eigenart einbringt.

Ich sage immer: Musik ist das Weiße auf dem Papier, nicht das Schwarze der Noten.

Die Komponisten, die wir zu kennen glauben, sind doch in Wirklichkeit diejenigen, die immer unbekannt bleiben. Hier mit dem amerikanischen Regisseur Peter Sellars.

Musik ist eine Mission, kein Beruf.

Bei meiner Arbeit geht es um Kommunikation. Sich in die Augen schauen. Jeder soll sich als Individuum fühlen, nicht als Teil einer Masse. Sonst sitzen da vorne nicht Künstler, sondern Fabrikarbeiter oder Maschinen.

Wenn jetzt der Weihnachtsmann vorbeikäme, würde ich mir eine Zeitmaschine wünschen. Ich liebe es, in die Klanglichkeit der Vergangenheit einzutauchen. Hier mit der amerikanischen Sopranistin Mardi Byers bei der Oper Wozzeck.

Mich interessiert vor allem die rituelle Performance. Für mich ist Musik eine rituelle Kunst. Es ist eigentlich keine darstellende Kunst.

Als ich Musica Aeterna gründete, habe ich nicht nur die Besten der Besten berufen. Ich holte Gleichgesinnte. Solche, die die Proben nicht auf Gongschlag verlassen und sich danach ihren eigenen Dingen widmen. Ich brauche Menschen, die Tag und Nacht über Musik nachdenken, auch wenn sie eventuell etwas weniger präzise und streng spielen als einige ihrer Kollegen. Hier mit Musica Aeterna und der Sopranistin Barbara Hannigan.

Wir lernen Interessantes über uns selbst, wenn wir ganz von vorne beginnen, wenn wir einen neuen Anfang machen.

Ich versuche jeden Tag, alle Türme zu zerstören, die ich selber gebaut habe, sogar um mich herum. Die gründliche Zerstörung seiner eigenen Mythologie ist sehr wichtig.

Spiritualität hat nichts mit Wellness zu tun.

Wenn Wesen von anderen Planeten uns fragen würden, was Licht ist und wir würden Musik von Rameau spielen, dann würden sie es sofort verstehen. Es funktioniert besser als jede Erklärung mit Worten.

Ich bin ein großer Romantiker. Aber nicht im Sinne von Kategorien wie ‚Landschaft‘, ‚Küste‘, ‚mein Schatz‘. Meine Romantik ist erhaben. Wilde Katzen, die auf einen Flügel springen, wilde Pflanzen mit Aromen wie Weihrauch – so wie bei Baudelaire.

Mit der Musik kommt man zum Wesentlichen. Musik ist die Sprache der Engel. Hier mit seinem Ensemble Musica Aeterna.

Wenn Sie einen verstorbenen Komponisten zum Abendessen einladen könnten – wer wäre das?
Schubert! Wir würden über verlorene Liebe reden. Und dann würden wir uns betrinken und vierhändig spielen. Trinken und spielen.

Wenn Du in eine Kirche oder eine Konzerthalle gehst, kommst Du immer durch den Haupteingang hinein. Aber dort solltest Du nicht hinausgehen, sondern nach oben, in Richtung Himmel. Hier mit dem SWR Symphonieorchester, Januar 2018 in der Stuttgarter Liederhalle.

Teodor Currentzis und die Musiker des SWR Symphonieorchesters blicken bereits auf eine umfangreiche gemeinsame Konzerterfahrung zurück. Er dirigierte sowohl das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und sorgte für begeisternde Konzerterlebnisse. 2011 wurde Teodor Currentzis zum Ersten Gastdirigenten des Freiburger Orchesters ernannt; sein Debüt mit dem Ensemble gab er 2010. Mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart verbindet ihn seit 2009 eine gemeinsame Zusammenarbeit. Nun wird er ab der Spielzeit 2018/19 die Leitung des SWR Symphonieorchesters als Chefdirigent übernehmen.

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