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Uraufführung Der Fall Babel

Musiktheater von Elena Mendoza und Matthias Rebstock

Veranstaltung

Datum:
Freitag, 26. April 2019
Beginn:
19 Uhr

Einführung: 18 Uhr, Kammermusiksaal

Ort:

Schloss

Rokokotheater

Schloss Schwetzingen
68723 Schwetzingen
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Programm:

Musiktheater von Elena Mendoza und Matthias Rebstock in 13 Szenen und ein Epilog nach Texten von
Yoko Tawanda (Biskoop der Nacht),
Cécil Wajsbrot (W wie ihr Name / Avec un double V) und
Fabio Morábito (Los Vetriccioli und Por qué traducimos)

Mitwirkende:

Elena Mendoza (Komposition, Text & szenische Mitarbeit)
Matthias Rebstock (Regie, Text & musikalische Mitarbeit)
Walter Nußbaum, Musikalische Leitung
Bettina Meyer, Bühne
Sabine Hilscher, Kostüme
Ulrich Schneider, Licht

Schola Heidelberg
Tobias Dutschke, Martin Homann & Almut Lustig, Schlagzeug
Ayano Durniok, Schauspielerin
David Luque, Schauspieler

SWR Experimentalstudio
Joachim Haas, Sven Kestel & Constantin Popp, Klangregie

Ganze neun Verse umfasst die alttestamentarische Geschichte vom Bau der Stadt Babel und ihrem bis in den Himmel reichenden Turm, aber die Quintessenz der Erzählung ist ungeheuerlich. Gott straft die Menschen mit Vielsprachigkeit. Ohne einander zu verstehen, können sie den Bau nicht vollenden und zerstreuen sich über die Erde. Als gottgegeben wird erklärt, dass ein vielstimmiges Miteinander nicht möglich sei. Die Vielsprachigkeit müsse überwunden werden, um einen vorhistorischen paradiesischen Zustand wiedererlangen zu können. Elena Mendoza und Matthias Rebstock beziehen sich auf diesen Mythos, allerdings in einer modernen Form, die den Mythos spiegelt, ihn umkehrt: Fabio Morábito hat diese Vision in seinem Essay "Por qué traducimos" entworfen: Er beschreibt das Bild einer in ferner Zukunft existierenden einsprachigen, kulturell völlig verarmten menschlichen Gesellschaft, die zurückblickt auf unsere Gegenwart, die zwar voller Widersprüche, aber auch gerade deshalb voll Reichtum ist. Dieser Text liefert gleichsam die Grundidee, wird aber nicht direkt vertont, sondern drei Erzählstränge werden verwoben, die aus dem babylonischen Sprachgewirr hervortreten. In Gestalt einer negativen Utopie artikulieren die Autoren ihr Plädoyer für existentielle Notwendigkeit kultureller Vielfalt.

Auftragswerk der Schwetzinger SWR Festspiele