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Warme Wohnung und voller Kühlschrank

Der August 2006 war ein Rekordmonat. So kalt und nass war es in kaum einem August der vergangenen Jahre. Trotz dieser ungünstigen äußeren Bedingungen wurde niemand in der Sippe richtig krank. Es gibt einige Ansätze, um zu erklären, warum dies so war.

Das Feuer wärmt

Dünne Leinenkleidung und durchnässte Schuhe - da fällt es schwer, den Körper auf die richtige Betriebstemperatur zu bringen. Nicht nur Claudia, Martin & Co. war kalt, auch das Kamerateam des SWR litt unter der Kälte. Alle hatten ihre Sommersachen im Gepäck und mussten mehrere Schichten übereinander ziehen, um nicht noch mehr zu frieren. Es überrascht, dass trotz des schlechten Wetters niemand in der Sippe ernsthaft krank geworden ist.

Guter körperlicher Allgemeinzustand und weniger Stress

Guter körperlicher Allgemeinzustand und weniger Stress

Die gesundheitlichen Voraussetzungen der Mitglieder der SWR-Steinzeitsippe waren sehr gut. Alle waren  vor dem Experiment gesund. Eine "echte" Sippe der Jungsteinzeit war vermutlich nicht in einem so guten körperlichen Allgemeinzustand. Dass der Alpenüberquerer Ingo sogar mit dem Rauchen aufgehört hatte, machte sich da zusätzlich positiv bemerkbar. Außerdem war die Sippe in ihrem abgeschiedenen Pfahlbaudorf vor Infektionskrankheiten, die sich in modernen Gesellschaften relativ schnell verbreiten können, gut geschützt. 

Auch die Alltagsbelastung der Sippenmitglieder war in der "Steinzeit" eine andere als in der Gegenwart. Zwar mussten auch sie den ganzen Tag lang hart arbeiten, um das weitere "Überleben" zu sichern. "Doch da war auch ein Urlaubsaspekt mit im Spiel", betont der Psychologe Prof. Riemann von der Uniklinik Freiburg. Denn die Mitglieder der SWR-Sippe wären trotz einer schlechten Ernte nicht verhungert oder erfroren, sondern sie konnten nach Ende des Experiments in ihre warmen Wohnungen und zu ihren gut gefüllten Kühlschränken zurückkehren.

Anpassung an steinzeitliche Bedingungen

Frau sucht Schutz vor Regen (Quelle: SWR, Foto: Ralf Nowak)
Anpassung an die natürlichen Bedingungen

Die Anthropologin Prof. Ursula Wittwer-Backofen von der Universität Freiburg hat zudem beobachtet, dass sich die SWR-Sippe an die natürlichen Bedingungen der Steinzeit angepasst hat. Die Sippe habe ein Leben in und mit der Natur geführt, auf diese Weise  sei sie den Lebensabläufen und Bedingungen der Steinzeit gerecht geworden.

Ob auch das häufige Barfußlaufen einen positiven gesundheitlichen Effekt gehabt hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Von Kneipschen Anwendungen oder der Fußreflexzonenmassage wird dies jedenfalls immer wieder behauptet.

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