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Der Speisezettel der Jungsteinzeit

Immer wieder Getreidebrei und Fladenbrot

Eine angefüllte Vorratskammer, ein bestelltes Feld, zwei milchgebende Rinder, vier Pfauenziegen und zwei Wollschweine. Außerdem zwei Feuerstellen (eine im Haus, eine auf dem Dorfplatz), ein Ofen und viele unterschiedliche Tontöpfe - doch wie wird daraus eine Mahlzeit?

Jungsteinzeitliche Tontöpfe in der Feuerstelle (Quelle: SWR, Foto: Ralf Nowak)
Steinzeitliche Tontöpfe statt Teflonpfannen

An der Kücheneinrichtung und der Nahrungszubereitung erkennt man den Fortschritt der vergangenen 5.000 Jahre besonders deutlich. Kein Elektroherd, keine Cerankochplatten und auch kein Gas - sondern ein offenes Feuer. Kein Elektroofen, keine Mikrowelle - sondern ein einfacher Lehmofen. Keine Schnellkochtöpfe, keine Teflon beschichteten Pfannen, sondern einfache Tontöpfe. Kochen in der Steinzeit ist kein leichtes Unterfangen, sondern sehr zeitaufwändig.

Getreide, Erbsen, Linsen, Mohn

Collage von steinzeitlicher Nahrung (Quelle: SWR, Foto: Ralf Nowak, Peter Hollenbach, Michael Merkel
Erbsen, Rübsen, Kräuter und Holunderbeeren - typische steinzeitliche Nahrung

Viele steinzeitliche Grundnahrungsmittel findet man auch noch in einem modernen Küchenvorrat. Doch genau die Zutaten und Hilfsmittel, die aus ihnen ein leckeres Essen machen, fehlten in der Jungsteinzeit. Ein Eintopf muss ohne Kartoffeln, Tomaten oder Bohnen schmecken. Der Salat ohne Essig und Öl. Und das Brot ohne Hefe.

Die Möglichkeiten des steinzeitlichen Kochens sind begrenzt. Brei, Eintöpfe und Brot gehörten zu den alltäglichen Gerichten, gebratenes Fleisch und Fischgerichte zu den Höhepunkten des jungsteinzeitlichen Speisezettels.

Obst und Gemüse

In der Jungsteinzeit hatten die Menschen gerade erst begonnen, Pflanzen zu kultivieren. Die Auswahl an Obst und Gemüse war dementsprechend gering und sähe heute in jeder Frischetheke eher kümmerlich aus.

Die jungsteinzeitliche Obstauswahl besteht aus wilden Äpfeln, Hagebutten, Holunderbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Walderdbeeren - und einem scheinbaren Exoten. Die Physalis, auch Judenkirsche genannt, war in der Jungsteinzeit verbreitet und wurde auch aufgrund des hohen Vitamin C-Anteils gesammelt. 

Und so sah die Gemüseauswahl aus: Erbsen, einige Rübsen, wilde Möhren, Sellerie und ein bunter Strauß an Wildkräutern. Mehr gab es vor 5.000 Jahren nicht. Neue Samen kamen erst nach und nach - wie Tausende Jahre später auch Pizza und Pasta - aus dem Süden.

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