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Wunder von Bern | Horst Eckel Der Mann, der Ungarn stoppte, wird 85 Jahre alt

Mit 22 Jahren war Horst Eckel bei der WM 1954 der Jüngste im Nationalteam, trotzdem war der schmächtige Läufer einer der wichtigsten Spieler. Im Finale gegen Ungarn stellte er den Top-Stürmer Nándor Hidegkúti kalt.

Horst Eckel zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter

Horst Eckel feiert zusammen mit seiner Frau Hannelore und seiner Tochter Dagmar seinen 85. Geburtstag

Wenn heute im Seehotel Gelterswoog groß gefeiert wird, muss Horst Eckel viele Hände schütteln. Rund 200 Gäste werden nach Kaiserslautern kommen, um dem immer noch rüstigen Fußball-Weltmeister von 1954 zum 85. Geburtstag zu gratulieren. Dabei sollten die Gratulanten, unter denen natürlich zahlreiche Prominente sein werden, allerdings nicht allzu oft vom "Helden von Bern" sprechen - das mag der Jubilar nämlich gar nicht.

"Das Wort Held höre ich nicht so gerne. Ich bin ein ganz normaler Mensch geblieben", sagt Eckel, der genau das kurz vor seinem Ehrentag als eine seiner größten Leistungen sieht: "Es gehört schon was dazu, dass man so bleibt wie man war - immer mit den Füßen auf dem Boden."

Der WM-Held von Bern steht am Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, vor dem Horst-Eckel-Tor. Ein paar Schritte von ihm entfernt ist das Denkmal für die Lauterer WM-Helden von Bern: Werner Liebrich, Fritz und Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer - und Eckel. "Früher hatte ich mehr Haare", schmunzelt Eckel beim Blick auf das Denkmal. "Ich vermisse alle. Ich wäre froh, wenn sie alle noch da wären", sagt Eckel über seine ehemaligen Mitspieler. "Wir waren Kameraden, eine kleine Gemeinschaft", so Eckel.

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Fußball | Legenden

Horst Eckel feiert seinen 85. Geburtstag

Mit 22 Jahren war Horst Eckel bei der WM 1954 der Jüngste im Nationalteam, trotzdem war der schmächtige Läufer einer der wichtigsten Spieler. Im Finale gegen Ungarn stellte er den Top-Stürmer Nándor Hidegkúti kalt.

"Den Titelgewinn kann man nicht beschreiben"

Die Helden von Bern schrieben mit ihrem WM-Sieg 1954 gegen Ungarn Geschichte. Der Kölner Hans Schäfer (89) und Horst Eckel sind die beiden letzten lebenden Spieler, die damals dabei waren. Wenn Eckel an seinen 85. Geburtstag denkt, hat er auch seinen ehemaligen Mitspieler im Blick. "Natürlich ist 85 eine hohe Zahl, ich bin gesund und hoffe, dass es noch Jahre so bleibt", sagt Eckel. "Ich hoffe auch, dass der Hans noch lange bei mir bleibt und wir uns wieder öfter sehen", sagt Eckel.

63 Jahre nach dem Wunder von Bern ist der Legenden-Status der Beteiligten weiter ungebrochen. Beim Sportpresseball 2016 in der Alten Oper Frankfurt erhielten Joachim Löw und Miroslav Klose donnernden Applaus - Horst Eckel bekam Standing Ovations. "Ich war sehr gerührt, dass die Leute aufgestanden, um ihn zu ehren", sagt seine Tochter Dagmar. "Es ist eine tolle Sache, dass die Menschen noch wissen wer ich bin", sagt der frühere Außenläufer mit dem Spitznamen "Windhund". "Das Finale gegen Ungarn habe ich immer noch vor Augen, was da passiert ist und wie das Spiel gelaufen ist, den Titelgewinn kann man mit Worten nicht beschreiben", erinnert er sich.

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Bildergalerie | Horst Eckel

WM-Held von 1954 feiert 85. Geburtstag

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WM 1954: Horst Eckel (re.) musste im Finale gegen Ungarn den Top-Stürmer Nándor Hidegkuti bewachen. Zusammen mit seinem Lauterer Mitspieler Werner Liebrich konnte Eckel das Duo Hidegkuti/Ferenc Puskás über weite Strecken aus dem Spiel nehmen.

WM 1954: Horst Eckel (re.) musste im Finale gegen Ungarn den Top-Stürmer Nándor Hidegkuti bewachen. Zusammen mit seinem Lauterer Mitspieler Werner Liebrich konnte Eckel das Duo Hidegkuti/Ferenc Puskás über weite Strecken aus dem Spiel nehmen.

Eckel (li.) feiert mit Kapitän Fritz Walter den WM-Sieg 1954. "Das war wie ein Vater-Sohn-Verhältnis zwischen uns", sagt Horst Eckel. "Auf dem Platz hat er für mich gespielt und ich für ihn".

Nach seiner Fußballkarriere unterrichte Horst Eckel an einer Realschule in Kusel Sport und Werkunterricht. "Da hat mir geholfen, dass ich viel mit jüngeren Menschen zu tun hatte. Mit Älteren spricht man oft über Krankheiten", sagt Eckel.

Auch über 60 Jahre nach dem Wunder von Bern ist die Popularität von Horst Eckel ungebrochen. Zusammen mit Miroslav Klose (li.) und Bundestrainer Joachim Löw (re.) wird Eckel beim Sportpresseball in Frankfurt geehrt.

Ein Eingang des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern wurde nach Horst Eckel benannt. Davor steht ein Denkmal mit allen Lauterer Spielern die beim historischen WM-Sieg 1954 dabei waren.

Horst Eckel nimmt sich extra viel Zeit für unseren Dreh.

Eckels Wunsch: Seinen FCK nochmal in der Bundesliga zu sehen

"Ich wünsche mir, dass der FCK wieder nach oben kommt"

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete Eckel als Sportlehrer an einer Schule im rheinland-pfälzischen Kusel. "Ich habe auch meinen Schülern immer gesagt, dass sie nicht abheben sollen und ihn gezeigt, wie sie besser werden können und was sie noch falsch gemacht haben", so Eckel. Diese Eigenschaft hat Eckel von Fritz Walter und Trainer Sepp Herberger gelernt, als er zum 1. FC Kaiserslautern kam und später in die Nationalmannschaft berufen wurde. "Fritz Walter und Herberger haben mir unheimlich viel geholfen, sie haben mir auch gesagt, was ich machen muss. Das war wichtig für mich als junger Spieler", so Eckel.

Horst Eckel

Für Horst Eckel sei der FCK wie eine zweite Familie gewesen

A

Der FCK sei wie eine zweite Familie für ihn gewesen. "Ich würde mir wünschen, dass der Verein wieder nach oben kommt, aber heute muss man viel Geld haben und das hat der FCK nicht. Deshalb wird es schwer werden", sagt Eckel zur aktuellen Situation beim 1. FC Kaiserslautern.

Für die Zukunft wünscht sich Horst Eckel besonders eines: "Meine Familie ist das Wichtigste für mich, dass meine Frau noch lange bei mir ist und das es meinen Kinder gut geht." Der Held wider Willen weiß nur zu gut, wem er das Meiste zu verdanken hat: "Hannelore hat mir immer den Rücken freigehalten. Eine bessere Frau hätte ich nicht finden können." Hannelore und Horst Eckel sind seit 60 Jahren verheiratet.