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VfB Stuttgart vs SC Freiburg Verkehrte Welt im Abstiegskampf?

Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg haben beide das gleiche Ziel: Klassenerhalt. Doch während die Breisgauer entspannt arbeiten können, ist das Umfeld bei den Schwaben wieder sehr nervös.

Hannes Wolf (VfB Stuttgart, li) und SC-Freiburg-Trainer Christian Streich

Hannes Wolf und Christian Streich

Die Ausgangslage

Beide Mannschaften hatten vor der Saison das Ziel Klassenerhalt ausgerufen. Auch Dank des VfB-Sieges im direkten Duell war Stuttgart schnell vor Freiburg. Nach zwölf Spieltagen hatten die Schwaben doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie die Südbadener. Stuttgart hatte gerade Dortmund besiegt und war mit 16 Punkten auf Platz elf geklettert. Freiburg war nach der sechsten Niederlage und nur acht Punkten auf einen Abstiegsplatz gestürzt. Das war am 18. November letzten Jahres…

Was ist da passiert?

Freiburg war bereits abgeschrieben, ist jetzt aber wieder da. Der SC hat in sieben Spielen nicht verloren und steht inzwischen mit soliden 23 Punkten auf Platz zwölf. Freiburg hat drei Punkte Vorsprung auf den VfB. Stuttgart hat in der gleichen Zeit den schönen Vorsprung verspielt : nur einen Sieg (gegen Hertha, durch ein Eigentor der Berliner), ein Unentschieden (in Hannover) und fünf Niederlagen holte der VfB aus den letzten sieben Spielen. Als Vierzehnter hat der Aufsteiger mit 20 Punkten nur vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone.

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Bundesliga | VfB Stuttgart

Hannes Wolf: "Wir sind maximal enttäuscht"

Der Stuttgarter Trainer ist sauer nach der Niederlage seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05.

Anspruch und Wirklichkeit

Das Umfeld beim VfB Stuttgart ist bekanntermaßen fordernd. Ein Traditionsklub mit langer Bundesliga-Zugehörigkeit und einigen Trophäen im Schrank eben. Eine Vergangenheit, die in Tagen wie diesen Druck erzeugt. Da wird schnell mal vergessen, dass der VfB gerade erst wieder aufgestiegen ist. In Freiburg dagegen gehört der Existenz-Kampf irgendwie jedes Jahr dazu.

Die Trainer: unangefochten–nicht mehr unumstritten

 VfB Sportdirektor Michael Reschke im Stadion

Sportdirektor Michael Reschke will beim VfB Stuttgart wieder für Ruhe sorgen

In Freiburg hat Christian Streich eine in der Bundesliga einzigartige Job-Garantie (seit 29.12.2011 im Amt, inklusive Ab- und Wiederaufstieg). In der Krise haben die Vereinsbosse ihn einfach in Ruhe weiter arbeiten lassen. In Stuttgart gab es inzwischen, wenn auch versehentlich, die erste öffentliche Maßregelung von Sportvorstand Michael Reschke. "Wir werden uns zusammensetzen, um taktische und spielerische Änderungen zu überlegen." Trotz einer Rolle rückwärts zwei Tage später bleibt der erste fade Beigeschmack. Die VfB-Fans motzen hingegen schon länger in ihren Foren…

Das Personal: eine Mannschaft und viele (Ex) Stars?

Der breiten Öffentlichkeit sind die Freiburger Stammspieler oft nur vage bekannt. Aufgefangen werden ihre (zahlreichen) Ausfälle durch noch Unbekanntere. Zusammen bilden sie eine funktionierende Mannschaft. In Stuttgart spielen dagegen namhafte Profis wie Badstuber, Zieler, Aogo oder Beck. Alles ehemalige Nationalspieler. Junge Spieler werden integriert.

Die großen Baustellen

Mario Gomez (Mitte) wird von den VfB-Ärzten in Mainz behandelt

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19 Punkte daheim, nur ein einziger auswärts. Das nennt VfB–Trainer Hannes Wolf nach der Niederlage in Mainz "maximal ärgerlich". Freiburg tritt inzwischen auch in dieser Hinsicht ausgeglichener auf und hat die vergangenen drei Auswärtsspiele nicht verloren. Beim VfB kommt die Offensiv-Schwäche dazu. Nur die letzten beiden der Tabelle, Köln und Hamburg, haben noch weniger Tore erzielt. Mittelstürmer Simon Terodde ließ man ziehen, dafür wurde mit Mario Gomez ein prominenter Ersatz verpflichtet. In Köln schoss Terodde in zwei Spielen drei Tore. In Stuttgart hält eine ganze Stadt den Atem an, wenn Mario Gomez (noch torlos) verletzt vom Platz humpelt.