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Fußball | 2. Bundesliga FCH gegen FCK: Zuverlässigkeit gegen Tradition

Der 1. FC Kaiserslautern führt in der 2. Bundesliga, der 1. FC Heidenheim steht am Tabellen-Ende – zumindest was die Anzahl der Trainer angeht. Während beim FCK ein Dauerverschleiß der Fußballlehrer herrscht, gibt es beim FCH seit zehn Jahren Kontinuität.

Frank Schmidt und Jeff Strasser

Zehn Jahre auf der FCH-Trainer-Bank gegen acht Spieltage beim FCK.

Acht Punkte und vier Tabellenplätze unterscheiden die beiden Vereine vor ihrem aufeinandertreffen am Freitagabend um 18:30 Uhr. Mit drei Siegen und einem Unentschieden gegen Klubs aus dem oberen Tabellendrittel befreite sich der 1. FC Heidenheim zuletzt aus der Krise und kletterte auf Rang 14. Beim 1. FC Kaiserslautern flammte mit dem Engagement des neuen Trainers Jeff Strasser am neunten Spieltag neue Hoffnung auf gute, alte Zeiten auf. Doch die Euphorie war schnell vorbei. Unterm Strich stehen der letzte Tabellenplatz mit gerade einmal zehn Punkten aus 15 Spielen.

Nur was macht der kleine Verein an der Brenz anders als der traditionsreiche Klub aus der Pfalz? Beim 1. FC Heidenheim sind alle Erfolge der letzten zehn Jahre mit diesem Namen verbunden: Frank Schmidt. Der FCH-Trainer führte den Klub seit 2007 zu drei Aufstiegen. Von der Oberliga ging es hinauf bis in die zweite Bundesliga. Dort versucht sich der gebürtige Heidenheimer mit seiner Mannschaft seit nun vier Jahren zu etablieren - mit der Mission Bundesliga-Aufstieg fest im Blick.


In zehn Jahren 13 FCK-Trainer

Weniger Konstanz beweist seit einigen Jahren der 1. FC Kaiserslautern. Mit Strasser steht in der Saison 2017/18 bereits der dritte Coach an der Seitenlinie. Wenn man alle FCK-Trainer der letzten zehn Jahre zusammen zählt, kommt man auf stolze 13.

Beinahe schon ein Dauerzustand bei Fans, Mannschaft und Verein: Das Zittern um den Klassenerhalt. Der Trend aus der letzten Saison setzte sich nun weiter fort. Damals kämpften die Roten Teufel bis zum letzten Spieltag um den Verbleib in der 2. Bundesliga. Nach dem Rücktritt von Trainer Tayfun Korkut führte der neue Coach Norbert Meier das Team zum Nicht-Abstieg.

Zwar schlossen die Heidenheimer nach einer guten letzten Saison mit Rang sechs ab. Doch besonders rosig sah die Situation des FCH bis vor wenigen Spieltagen auch nicht aus. Mit insgesamt sieben Niederlagen auf dem Konto erfuhr das Team von Coach Schmidt eine deutliche Negativ-Serie. Bis zum elften Spieltag war das eine völlig neue Situation. Denn Marc Schnatterer und Co waren es gewohnt, von Erfolg zu Erfolg zu eilen. In der letzten Saison wurden sie noch als ein möglicher Überraschungs-Aufsteiger gehandelt.

Schmidt lebt Begeisterung

Positiv denken, Leidenschaftlich spielen und mehr Selbstvertrauen innerhalb des Teams entwickeln. Klingt nach gängigen Fußball-Floskeln. Aber FCH-Trainer Schmidt lebt eben genau diese Vorsätze. Denn der 43-Jährige weiß, dass er alleine nichts erreichen kann - genauso wenig wie ein einzelner Spieler. Und in Krisen helfen schlichtweg nur: Erfolgserlebnisse. Die holen sich die Spieler aus Gesprächen und Trainingseinheiten. Zu dem legt Schmidt Wert darauf, ein Vorbild für die Mannschaft zu sein. Die Begeisterung für den Fußball und seinen Verein ist ungebrochen - und er schafft es, diese immer wieder auf sein Team zu übertragen.

Das Entscheidende für das Bewältigen der Krise war für Schmidt ganz klar: Die Unterstützung von Seiten des Vereins. Damit konnte er mit voller Entschlossenheit die schwierige Phase überstehen. Strasser wird beim 1. FC Heidenheim zum achten mal Roten Teufel coachen. Ihm wäre die gleiche Rückendeckung von Seiten des Klubs wünschenswert - um den Traditionsverein ebenfalls aus der Krise zu führen.

Programm-Tipp

Alles zum Spiel des 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Kaiserslautern sehen Sie am Samstag ab 17:30 Uhr in Sport am Samstag im SWR Fernsehen.