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Hannes Wolf auf dem Trainingsplatz

VfB Stuttgart | Meinung Hannes Wolf braucht jetzt Geduld

Die 2:3-Auswärtsniederlage des VfB Stuttgart in Mainz liegt den Verantwortlichen schwer im Magen. Trainer Hannes Wolf steht dabei zunehmend im Fokus. Einschätzungen zur Lage beim VfB im Gespräch mit SWR-Sportreporterin Julia Metzner.

Julia Metzner – Auswärtsniederlagen sind ja leider in dieser Saison beim VfB  nichts Neues. Jetzt aber wird hörbar Kritik laut. Was ist plötzlich anders?
"Rein von den Zahlen her könnte man denken, die Summe macht's. Nur mal zur Erinnerung: von seinen 20 Punkten hat der VfB nur einen einzigen auswärts geholt. Dagegen stehen 9 Auswärtsniederlagen. Was diesmal anders war, war die Analyse danach. Und die war von Hannes Wolf zwar ehrlich und geradeaus, aber wer wollte, der konnte da natürlich auch ein bisschen Resignation durchhören:

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Bundesliga | VfB Stuttgart

Hannes Wolf: "Das war wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel!"

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Hannes Wolf in der Pressekonferenz nach der Niederlage in Mainz am 18. Spieltag.

"Maximal enttäuscht" waren Wolfs Worte. Das sehen, wie im Fußball üblich, viele anders, zuweilen dramatischer. Zum Beispiel gibt's in Fan-Foren schon Abstimmungen, ob Wolf noch der Richtige ist, da wird sogar schon über Alternativen diskutiert, also das geht dann ja immer ziemlich schnell."

Die Fans sind ja immer das Eine. Das Andere war eine - nennen wir es mal etwas unglückliche - Äußerung von Sportvorstand Michael Reschke.
"Die erfolgte nach dem Spiel in Mainz, da hat er in einem ZDF-Interview gesagt:


Wenige Worte mit viel Spielraum für Spekulation. Wenn ein Sportvorstand darüber redet, mit dem Trainer über taktische und spielerische Alternativen sprechen zu wollen, dann kann man das als Eingriff in die Trainerkompetenz verstehen. Das ist natürlich Futter für alle Trainer-Rauswurf-Spekulationen. Aber Michael Reschke hat das inzwischen relativiert und klargestellt, dass Aufstellung und Marschroute natürlich vom Trainer bestimmt werden. Aber es war schon nicht gerade förderlich in einer Phase, in der im VfB-Umfeld Unruhe aufkommt."

Sie verfolgen als Reporterin den VfB ja auch oft. Was denken Sie, wird Hannes Wolf zum Problem des VfB?
"Ich glaube eher, das Problem ist die erfolgreiche Vergangenheit dieses Traditionsklubs. Denn damit verbunden ist bei vielen die Anspruchshaltung: der VfB ist nach dem einen Zweitliga-Jahr zurück in der Bundesliga und jetzt wird wieder nach oben geschaut. Genau dagegen kämpfen die Verantwortlichen seit Saisonbeginn an. Immer wieder wurde als Saisonziel der Klassenerhalt ausgegeben. Zurecht!

Man kann natürlich viele Baustellen beim VfB finden, man muss hinterfragen, warum die Offensive so stottert und ein Simon Terodde, kaum ist er weg, in Köln drei Tore schießt. Man kann auch hinterfragen, ob die Mischung zwischen unglaublich erfahrenen Spielern wie Gentner, Badstuber, Zieler und Co. und jungen Bundesliga-Neulingen wie Berkay Özcan oder Anastasios Donis funktioniert. Und man sollte auch diskutieren, ob es richtig ist, defensiv einzuwechseln, wenn man hinten liegt und gewinnen will. Aber damit gleich Hannes Wolf zu dem Sündenbock zu machen? Stuttgart hat sich bewusst für einen jungen Trainer entschieden. Also muss man ihm auch in der Krise die Chance geben, ihn auch mal Fehler machen lassen und erst einmal die Ruhe bewahren. Klar, wenn's so weiter geht muss rechtzeitig etwas passieren. Aber noch ist man ja mit dem Ziel Klassenerhalt im Soll."