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VfB Stuttgart | Kommentar Die Wolf-Entlassung kam viel zu früh

Der VfB Stuttgart hat sich nach der Heimpleite gegen Schalke von Trainer Hannes Wolf getrennt. Damit geht den Schwaben ein Hoffnungsträger von Bord, findet SWR-Sportreporter Detlev Lindner.

Hannes Wolf ist nicht mehr Trainer beim VfB Stuttgart

Hannes Wolf ist nicht mehr Trainer beim VfB Stuttgart

Immer wenn ich mal das Gefühl habe, dass beim VfB Stuttgart langfristig etwas entstehen könnte, dann bekommt der Verein Angst und entlässt meinen Hoffnungsträger. So einer war Hannes Wolf nämlich.

Der Mann machte Fehler, er war ein Bundesliga Neuling, er hatte in letzter Zeit bei den Aufstellungen nicht immer den richtigen Riecher. Aber: Wolf hatte die meisten Fans hinter sich, sah sein Handeln selbst immer kritisch, hinterfragte sich und war lernfähig.

Wolf war eine Chance für den VfB

Vielleicht kam gerade das bei den VfB-Verantwortlichen als Unsicherheit an. Doch Wolf gab für mich nicht das Weichei. Ich sah in ihm ein Chance für den VfB Stuttgart, sich sportlich und vereinsintern weiter zu entwickeln. Durch den Aufstieg ist er schließlich auch ein Stück VfB-Geschichte geworden.

Die Entlassung kam für mich viel zu früh. Wolf war auf der Suche nach seiner Handschrift und hätte sie mit dem VfB in dieser Saison auch in der Bundesliga noch gefunden - und dann idealerweise verfeinert.

4:26 min | So, 28.1.2018 | 23:40 Uhr | Sport im Dritten | SWR Fernsehen BW

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Der schwäbische Geduldsfaden war zu kurz

Klar kann das Festhalten an einem Trainer schiefgehen. Der 1. FC Köln wollte Peter Stöger nicht gehen lassen und kam erst zur Besinnung, als der Abstieg unvermeidlich schien. Der schwäbische Geduldsfaden war dagegen zu kurz. Drei schlechte Spiele kurz hintereinander reichten schon, um die Vollbremsung einzuleiten.

Ich hoffe jetzt, dass der VfB den Mut hat, nicht den typischen Retter zu holen. Ich wünsche mir einen Trainer mit Perspektive, der in Stuttgart endlich einmal wieder mehr als zwei Spielzeiten am Stück arbeiten darf.

Von Detlev Lindner