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Turnen | Weltmeisterschaft Pauline Schäfer triumphiert - Tabea Alt holt Bronze

Pauline Schäfer hat in Montreal die erste Goldmedaille für BRD-Turnerinnen am Schwebebalken erturnt. Die nach Bestwerten im Vorkampf und im Mehrkampf-Finale favorisierte Tabea Alt aus Ludwigsburg freute sich über Bronze.


Die Chemnitzerin Schäfer kam nach glänzender Darbietung als erste Turnerin des Finals vor 10.000 Zuschauern im ausverkauften Olympic Stadium auf 13,533 Punkte. Es war zugleich das erste WM-Gold überhaupt für eine Athletin des Deutschen Turner-Bundes. Den letzten Titel der Deutschen hatte vor 30 Jahren die Berlinerin Dörte Thümmler am Stufenbarren für die DDR geholt. Schäfer sind die insgesamt sechste deutsche Weltmeisterin am Studenbarren, zuvor hatten Karin Janz, Annelore Zinke, Maxi Gnauck und Gabriele Fähnrich den Titel bereits für die DDR geholt.

Denkwürdiges Finale

Mit der saubersten Übung des Finales gleich als erste Starterin schockte Schäfer, vor zwei Jahren bereits mit WM-Bronze dekoriert, die Konkurrenz sichtlich. Und die Ludwigsburgerin Alt machte als letzte Turnerin ungeachtet eines kleinen Wacklers beim Durchschlagsprung quasi den Deckel drauf. Dazwischen schob sich nur die neue Mehrkampf-Weltmeisterin Morgan Hurd aus den USA. Mit Tränen in den Augen fielen sich Alt und Schäfer nach dem denkwürdigen Finale in die Arme.


Schäfer bestach mit der Perfektion ihrer Übungen. Nachdem sie ihre Schwierigkeit noch einmal um zwei Zehntel aufgestockt hatte, durfte sie sich über eine höhere Wertung als in der Qualifikation freuen und erkämpfte einen Titel, den niemand von ihr erwartet hatte.

Tabea Alt hatte zuvor auch bei ihrem WM-Debüt bereits als Zehnte im Mehrkampf überzeugt und war wie im Vorkampf beste Turnerin an ihrem Spezialgerät Balken. "Ich versuche, mir keinen Druck zu machen und auch im Finale eine schöne Übung zu turnen. Aber die Abstände zu den Konkurrentinnen sind sehr gering", hatte der Schützling von Trainer Robert Mai vor dem wichtigsten Wettkampf der Karriere gesagt. Mit Bronze erfüllte auch sie alle Erwartungen.

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Historische Leistung von Alt

Schließlich ist ihr Name seit Montreal nun auch im Regelwerk des Weltverbandes FIG. Am Stufenbarren zeigte sie gleich zwei Elemente, die noch nie zuvor eine andere Turnerin vorstellte. Das Durchschwingen durch die Arme zum unteren Holmen mit halber Drehung wird künftig als "Alt 1" und ihr neuer Abgang als "Alt 2" in den Code d'Pointage eingehen.

Hinweis

Wir hatten zuvor irrtümlich behauptet, Pauline Schäfer hätte den ersten deutschen WM-Titel am Stufenbarren geholt. Sie jedoch nur die erste BRD-Turnerin, der dieses Kunststück gelang.