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Turnen | Marcel Nguyen Heim-WM in Stuttgart ist der "große Traum"

Marcel Nguyen turnt mit 30 Jahren so gut wie noch nie. Nach seinem ersten WM-Finale am Barren im Oktober denkt er gar nicht an ein Karriereende. Die Lust hat ihn "gepackt" und große Ziele liegen vor ihm.

Marcel Nguyen greift an die Holmen des Barrens

Der Barren ist Marcel Nguyens Paradeübung.

Immer wieder wird Marcel Nguyen beim Pressegespräch in der Sprungbude Stuttgart von den Journalisten auf sein Alter angesprochen. 30 Jahre - für einen Turner ein hohes Alter. Alt wirkt der sympathische Barrenspezialist jedoch nicht. Dynamisch springt er auf den Trampolinen umher, macht Salti und dreht Schrauben für die Kameras. Die Ergebnisse in diesem Jahr bestätigen diesen Eindruck: Er erreichte in Montréal sein erstes WM-Finale am Barren und am Wochenende das Finale in der Deutschen Turnliga mit dem KTV Straubenhardt. Wenn es nach ihm geht sind das nicht die letzten Höhepunkte seiner Karriere.

In der Vergangenheit war Nguyen nicht dafür bekannt, sich für den Mehrkampf zu interessieren. Das hat sich jetzt - gezwungenermaßen - geändert. Zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio dürfen nur noch vier Turner pro Teilnehmerland antreten. "Das heißt zwangsläufig, dass ich mich im Mehrkampf beweisen muss und deshalb habe ich jetzt auch wieder Spaß an der neuen Herausforderung", sagt Nguyen. Der Spaß ist hier wohl als Mittel zum Zweck zu verstehen, eines allerdings wird klar: Nguyen will in Tokio starten.

Programm-Tipp

Am Sonntag um 22:05 Uhr ist Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen zu Gast bei "Sport im Dritten" im SWR Fernsehen BW

Über Stuttgart nach Tokio

Die Qualifikation für die Olympischen Spiele kann er 2019 in der Heimat klar machen. Dann findet in Stuttgart die Turn-Weltmeisterschaft statt. Die Heim-WM ist "große Traum" des 30-Jährigen. "Schon 2007 habe ich eine Weltmeisterschaft in Stuttgart mitgemacht und es war eine überragende WM", schwärmt Nguyen.


Für diesen Traum will Nguyen alles geben. "Momentan habe ich zwei Trainingseinheiten am Tag. Da kommen jetzt natürlich immer mehr Physio- und Regenerationstermine dazu", sagt Nguyen, der trotz allem auf seinen "Körper hören" müsse in den kommenden Jahren. Der Spaß ist ihm jedenfalls anzusehen und sollte sich der 30-Jährige bei den kommenden Weltmeisterschaften 2018 und in Stuttgart 2019 weiter steigern können, ist eventuell sogar noch ganz viel drin für den Turn-Routinier.

Von Tobias Faißt