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Teamcheck | 1. FC Kaiserslautern Nur ein Wunder kann noch helfen

Der 1. FC Kaiserslautern durchlebt die schwerste Krise der Vereinsgeschichte. Wenn der Verein die Klasse halten will, braucht es ein kleines Fußballwunder.

Jeff Strasser

Jeff Strasser und der FCK hoffen auf ein kleines Wunder

So lief die Hinrunde

Mit dem 0:3 gegen Nürnberg stand der FCK schon nach dem ersten Spiel der Saison da, wo er jetzt ist: Ganz unten. Seit dem vierten Spieltag belegen die Pfälzer einen Abstiegsplatz und haben im Laufe des Jahres 2017 immer mehr den Anschluss ans rettende Ufer verloren. Sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, sogar schon zehn auf Platz 15. Die wenigsten Siege (2), die wenigsten geschossenen Tore (14), die schlechteste Tordifferenz (-16), die schlechteste Heimmannschaft (8 Punkte). Auch wenn Sportdirektor Boris Notzon von Pech und unglücklichen Umständen spricht, ändert das nichts an den Fakten: Das ist die Bilanz eines Absteigers.

Wer kommt, wer geht

Gegangen ist bisher Baris Atik. Die Leihgabe aus Hoffenheim erhofft sich jetzt in Darmstadt mehr Einsatzzeit. Kommen sollten drei bis vier Verstärkungen. Gestandene Spieler, die dem Verein sofort weiterhelfen - das war die Ankündigung von Boris Notzon im Dezember. In der Pfalz gelandet ist bisher nur Ruben Jenssen. Der Norweger, der schon von 2013 bis 2016 das Trikot der Roten Teufel trug, ist bis Saisonende vom niederländischen Erstligisten FC Groningen ausgeliehen. Er kann mit seiner Erfahrung und Ruhe tatsächlich eine Hilfe sein.


Doch auf den entscheidenden Positionen in der Innenverteidigung, im defensiven und offensiven Mittelfeld und im Sturm klaffen noch Lücken, die offensichtlich nicht so leicht zu stopfen sind. Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der in Augsburg zur Zeit keine Rolle spielt, kommt bis zum Sommer in die Pfalz. Er soll die wacklige FCK-Abwehr stabilisieren. Der 33-Jährige hatte zuletzt beim FCA allerdings kaum Spielpraxis und es ist durchaus fraglich, ob er sofort die erwartete Verstärkung sein kann.

Auch mit Halil Altintop gab es Gespräche. Mit 35 Jahren ist er nicht mehr taufrisch, aber auf jeden Fall erfahren. Sein aktueller Verein Slavia Prag plant nicht mehr mit ihm. Für einen Wechsel zum FCK spräche, dass Altintop drei Jahre in der Pfalz gespielt hat (2003-2006) und hier seinen Durchbruch als Profi schaffte. Aber ob diese Tatsache und der Fakt, dass seine Frau aus Kaiserslautern kommt, ausreichen, um auf ein Millionengehalt zu verzichten? Wohl eher nicht.

Denn das ist das große Problem: Kein Geld und eine düstere sportliche Perspektive sind nicht die besten Argumente um Spieler nach Kaiserslautern zu locken. Boris Notzon will keine überstürzten Transfers tätigen. Allzu viel Zeit sollte er sich angesichts der prekären Situation aber nicht mehr lassen.


Der Trainer

Jeff Strasser hat Ende September das Traineramt vom gefeuerten Norbert Meier übernommen. Der Start mit dem bisher einzigen Heimsieg gegen Fürth (3:0) und den zwei Unentschieden gegen St. Pauli und Duisburg war vielversprechend. Doch auch er kann die fehlende Qualität in der Mannschaft nicht wett machen. Die Verantwortlichen im Verein bauen auf den ehemaligen FCK-Spieler (1999 - 2002) und hoffen, mit ihm irgendwie noch die Wende zu schaffen.


Erwartungen an die Rückrunde

Der Trainer hat es deutlich gesagt: Ohne neue Spieler ist der Klassenerhalt nicht zu schaffen. In allen Mannschaftsteilen sind die Defizite zu groß, als dass der FCK mit dem aktuellen Kader in der zweiten Liga überlebensfähig wäre. Die ersten beiden Spiele 2018 gegen Darmstadt und Düsseldorf werden richtungsweisend sein.

Einzige Hoffnungsträger sind Marius Müller im Tor und Sebastian Andersson im Sturm. Und noch einen Pluspunkt haben die Pfälzer: Ihr Fans. Ins Trainingslager nach Marbella reisten rund 100 FCK-Anhänger. Deutlich mehr als bei vielen Bundesliga-Clubs. Und die hoffen nur auf eines: Das Fußballwunder in der Rückrunde - damit der FCK irgendwie doch noch den Klassenerhalt schafft.