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Südwest-Derby | Meinung So machen die Schiris den Fußball kaputt!

Mit seiner Roten Karte hat Schiedsrichter Tobias Stieler das Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg entschieden - und kaputt gemacht, meint SWR-Sportredakteur Thomas Wehrle.

Daniel Ginczek und Caglar Söyüncü

Für dieses Handspiel bekam Freiburgs Caglar Söyüncü die Rote Karte

Das baden-württembergische Derby VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg wurde nach zwölf Minuten entschieden. Nicht auf dem Platz in Stuttgart, sondern in einer Videokabine in Köln. 50 Sekunden nach dem Zweikampf Daniel Ginczek gegen Caglar Soyüncü überzeugte Video-Referee Felix Zwayer Schiedsrichter Tobias Stieler davon, dass der Freiburger Verteidiger vom Platz gestellt werden müsste. Stieler hatte zuvor das Spiel weiter laufen lassen.

Was war passiert: Ginczek rempelt Soyüncü, der türkische Innenverteidiger strauchelt, bekommt den Ball an die Hand und wischt ihn dann mit der Hand zur Seite. Es gibt Schiedsrichter, die hätten Ginzceks Einsatz als Foul bewertet, es gibt Schiedsrichter, die hätten auf Handspiel entschieden und es gibt den überkorrekten Videoschiedsrichter Marke Bundesliga, der Maximal-Bestrafungen verhängt.

Selbst der Schiedsrichter hatte Zweifel

Ohne Fingerspitzengefühl, ohne die Szene tatsächlich auf dem Platz gesehen zu haben. Ein einsamer Richter, der exekutiert. Schiedsrichter Stieler sagte nach dem Spiel noch, dass ihm nach erneutem Video-Studium und etwas Abstand durchaus Zweifel an seiner Entscheidung gekommen seien. Da hatten die Freiburger aber schon 0:3 verloren.


Leidtragende sind die Fans

Nach zwölf Minuten war das Spiel entschieden und die Fans um ein heißes Derby betrogen. Durch Herrn Zwayer in Köln. Das ist übrigens der Mann, der am Mittwoch durch seine Fehlentscheidungen schon das Pokalspiel Leipzig gegen Bayern entschieden hatte. Dort schickte er persönlich Keita nach 52 Minuten vom Platz. Ebenfalls übereifrig und ohne Fingerspitzengefühl. Keita sah sofort Karten für seine beiden Fouls. Die Bayernspieler Tolisso und Vidal nicht.

Und dieser Schiedsrichter ist auch der Mann, der von den Funktionären protegiert worden sein soll. An ihm machen sich die Vorwürfe der Herren Gräfe und Co. fest. Seine Bosse haben ihn nach dem Mittwoch nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern er durfte gestern ein weiteres Spiel entscheiden.

Der Video-Beweis macht das Spiel kaputt

Programmchef Thomas Wehrle (SWR)

SWR-Sportredakteur Thomas Wehrle

Der Zweikampf gestern war eine knifflige Szene, keine glasklare Fehlentscheidung. Dafür ist der Videoschiedsrichter eigentlich gar nicht zuständig. Aber die Kollegen in Köln mischen sich immer wieder ungefragt ein. Jede Videoentscheidung sorgt für Ratlosigkeit in den Stadien, Tumulte auf dem Rasen und viel zu viele dieser Entscheidungen sorgen nicht einmal für 100 Prozent Regelgerechtigkeit. So angewandt nimmt der Videobewies stattdessen 100 Prozent den Spaß am Spiel. Das müssen Herr Zwayer und seine Bosse verantworten. So machen sie den Fußball kaputt.

Herr Grindel, Herr Rauball: bitte übernehmen Sie!

Von Thomas Wehrle