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Gesperrte Hallen und Schwimmbäder oder Kontaktbeschränkungen zu Trainingspartnern. SWR Sport hat nachgefragt, wie Spitzensportler mit den Corona-Einschränkungen umgehen.

"Ich hatte meine Trainingsphase im November in Stuttgart geplant, muss nun aber auch schauen, ob und wie gut ein professionelles Training in den kommenden vier Wochen - und unter den nun geltenden Regelungen - möglich ist", sagt Tennisspielerin Laura Siegemund zu SWR Sport.

Unsicherheiten und Organisationsphase

Die 32-jährige Laura Siegemund aus Metzingen hatte im September noch bei den US Open im Doppel triumphiert: Als erste Deutsche seit Claudia Kohde-Kilsch 1985 gewann sie mit ihrer Partnerin Wera Swonarewa aus Russland den Doppelwettbewerb der Frauen. Jetzt versucht Laura Siegemund ihr Training unter Corona-Bedingungen bestmöglich auf die Beine zu stellen: "Momentan sind noch einige Dinge unklar. Auch die Einrichtungen selbst, auf die ich angewiesen bin, können mir teilweise noch gar keine genaue Auskunft geben, ob, wie und in welchem Umfang ich mit meinem Team trainieren könnte." Sie befinde sich in der Organisationsphase, sagte sie zu SWR Sport. Und weiter: "Sollte es hier nicht oder nur mit großen Einschränkungen möglich sein, professionell zu arbeiten, muss ich in Betracht ziehen, meine Trainingsphase ins Ausland zu verlegen."

"Katastrophe": Ringer Frank Stäbler bedauert Bundesliga-Abbruch

Der dreimalige Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hat mit großem Bedauern auf den Abbruch der Bundesliga-Saison reagiert. "Ich bin wirklich deprimiert und traurig", sagte der 31-Jährige am Samstag nach Bekanntwerden der Nachricht . "Mit Blick auf meine Vorbereitung auf die WM und Olympia ist das eine Katastrophe." Ringer Frank Stäbler trainiert ab sofort nur noch mit seinem Trainingspartner Mohammad Papi im Trainingszentrum in Musberg: "Ich hoffe, dass diese Möglichkeit weiter erhalten bleibt. Das ist für mich auch im Hinblick auf Tokio elementar." Eigentlich steht in diesem Jahr noch eine Weltmeisterschaft im Terminkalender der Ringer. Ob die deutsche Nationalmannschaft zur WM im Dezember nach Serbien fährt, entscheide sich nächsten Freitag, sagt der dreimalige Ringer-Weltmeister.

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Marcel Klinge (40) ist Mitglied im Sportausschuss des Bundestages. Der FDP-Politiker aus Villingen-Schwenningen kritisiert im SWR-Interview die seiner Ansicht nach "völlig überzogenen" Corona-Maßnahmen.  mehr...

Turner Marcel Nguyen hofft auf Tokio 2021

"Aktuell können wir weiter trainieren wie in den letzten Wochen auch. Für uns als Leistungssportler ist das auch alternativlos", meint der Weltklasseturner aus Stuttgart. Die EM-Teilnahme im Dezember in der Türkei habe der Deutsche Turner-Bund bereits abgesagt. "Da ich aktuell noch etwas angeschlagen bin, ist das für mich auch ok. Der Fokus gilt ganz den Olympischen Spielen im kommenden Jahr - in der Hoffnung, dass diese, wie auch immer, stattfinden."

Schwimmer Philip Heintz bekommt von Lockdown nichts mit

"Ich bin zurzeit in Budapest bei einer Wettkampf-Tour und ich habe die Möglichkeit, hier bis zum 23. November zu bleiben. Eventuell auch noch vier Tage länger", sagt der gebürtige Mannheimer zu SWR Sport. "Um ehrlich zu sein, habe ich mich mit der Thematik nicht befasst, weil es mich aktuell wirklich nicht betrifft. Ich habe hier perfekte Bedingungen zum Trainieren. Deswegen mache ich mir darum aktuell keine Gedanken."

Kraftraum im Keller für Niko Kappel

Der Paralympics-Sieger im Kugelstoßen von 2016 zieht sich ab sofort in seinen Keller zurück. "Durch meinen eigenen kleinen Kraftraum in meinem Keller bin ich zum Glück etwas unabhängig, wenngleich auch kein spezifisches Kugelstoßtraining möglich ist", sagt der 25-jährige Welzheimer mit, der erst in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, dass er zukünftig für den VfB Stuttgart starten wird.

Am Olympia- und Bundestützpunkt Leichtathletik in Stuttgart gebe es aktuell noch keine weiteren Einschränkungen. Er hoffe sehr, dass das so bleibt. "Wir halten uns sehr genau an alle Hygiene-Vorschriften. Es wäre gut und wichtig, wenn wir als Profi-Sportler unser Training so aufrechterhalten können."

So unterschiedlich die Spitzensportler in Baden-Württemberg von den Corona-Einschränkungen im November betroffen sind, so gleich ist doch ihr Wille weiterzutrainieren - irgendwie.

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