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In seinem zweiten Jahr in Kasachstan ist der Stuttgarter Trainer Aliaksei Shpilevski am vergangenen Dienstag Meister mit Qairat Almaty geworden. Auf lange Sicht will er in die deutsche Bundesliga.

Es ist gerade mal ein paar Wochen her, da hat Zeljko Buvac, der ehemalige Co-Trainer von Jürgen Klopp und aktuelle Sportdirektor von Dynamo Moskau, bei Aliaksei Shpilevski angerufen. Buvac wollte ihn als Trainer verpflichten, so Shpilevski. Er ist in der Region Stuttgart aufgewachsen und trainiert zurzeit den kasachischen Top-Klub Qairat Almaty. "Wir standen hier kurz vor der Meisterschaft und das konnte ich einfach nicht aufgeben", sagt Shpilevski. Deshalb habe er abgesagt und in der Folge ist der ehemalige Coach von Mainz 05 Sandro Schwarz Trainer in Moskau geworden.

Meister in Kasachstan vier Spieltage vor Schluss

Am vergangenen Dienstag war es dann soweit. Shpilevski, den alle Aloscha nennen, ist mit gerade einmal 32 Jahren souverän mit Qairat Almaty Meister geworden - vier Spieltage vor Schluss. "Ein historischer Moment für den Verein", sagt Shpilevski. Denn Almaty ist zum ersten mal seit 16 Jahren wieder Meister in Kasachstan geworden.

Die Meisterfeier fiel wegen der Corona-Pandemie aber etwas kleiner aus: "Es war eher eine kleine spontane Feier mit dem Präsidenten und ein paar Vorstandsmitgliedern. Aber es war auf jeden Fall sehr nett." Nun winkt die Champions-League-Qualifikation im Sommer. Auch wenn da schon starke Teams auf Qairat Almaty warten und das frühe Aus droht, freut sich Shpilevski auf die Herausforderung. "Jede Erfahrung auf diesem Niveau bringt uns extrem weiter. Nicht nur die Spieler, sondern auch mich als Trainer."

Denn Aloscha Shpilevski hat noch Großes vor. Auch wenn es mit dem Traineramt bei Dynamo Moskau nicht geklappt hat, will er auf jeden Fall irgendwann in einer europäischen Top-Liga trainieren - gerne in Deutschland. "Mein Vertrag (in Almaty, Anm. d. Red.) läuft noch ein Jahr, aber das ist mein Traum und dafür werde ich alles geben."

Ex-Jugendtrainer beim VfB Stuttgart und RB Leipzig

Denn für Shpilevski war früh klar, dass er Fußballtrainer werden will. Er war zwar auch als Spieler erfolgreich und hat in der U18 des VfB Stuttgart und bei der U17-EM 2005 für sein Heimatland Weißrussland gespielt, aber er musste seine Spielerkarriere wegen einer Wirbelsäulenverletzung mit 18 Jahren früh beenden. Anschließend wurde Shpilevski Trainer - zuerst im Jugendbereich des VfB Stuttgart, dann ging es zu RB Leipzig.

Anschließend wagte der damals 30-Jährige den Sprung ins Ausland. Über den weißrussischen Klub Dinamo Brest ging es zu Qairat Almaty nach Kasachstan. "Ich war neun oder zehn Jahre im Jugendbereich und ich konnte dann nicht mehr warten", sagt Shpilevski rückblickend. "Ich wollte unbedingt weiterkommen, weil ich gemerkt habe: Du bist besser als manch andere. Du musst jetzt die Chance ergreifen und es allen beweisen."

Dass in Kasachstan die Pünktlichkeit und der Trainingsfleiß auch mal nicht so ernst genommen werden, war für Shpilevski schon eine Umstellung. "Für mich ist es kein Problem nach so vielen Jahren in Deutschland mit Disziplin und Ordnung auf ein Land zu treffen, wo es dann nicht so abläuft."

Shpilevskis Vertrag in Almaty läuft aber nur noch ein Jahr. Sein Traum in eine der Top-Ligen zurückzukehren lebt - und dann auch nicht mehr als Nachwuchstrainer sondern als Cheftrainer im Profifußball.

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