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Sie kleben ein Pflaster aufs aufgeschürfte Knie. Oder organisieren Benefiz-Turniere. Oder helfen beim ersten Salto. Oder kreieren Online-Training unter Corona-Bedingungen. Und oft machen sie als letzte das Licht aus: die Ehrenamtlichen. Ohne sie läuft nichts. Deshalb hat die SWR-Sportredaktion auch in diesem Jahr wieder aus einer Vielzahl von Vorschlägen die "Sporthelden" gekürt und in der Sendung "SWR Sport in Rheinland-Pfalz" ausführlich zu Wort kommen lassen - stellvertretend für alle, die sich in den über 6 000 Sportvereinen und Verbänden im Land engagieren.

"Er redet nicht viel. Er macht!" Was Dirk Hirse über seinen Freund und Schach-Kollegen Gregor Johann formuliert, bringt es auf den Punkt: die Ehrenamtlichen sind Macher! Ob Jugendtrainerin oder Turnierleiter, ob Vereinsvorsitzende oder Platzwart: der Sport könnte nicht funktionieren ohne die vielen guten Geister hinter den Kulissen.

Ganz viel Nachwuchsarbeit

Ingrid Eislöffel ist eine von ihnen. "Ich geh nur halbtags arbeiten, damit ich die andere Hälfte vom Tag mit solchen Sachen verbringen kann", sagt die Trainerin des MTV Bad Kreuznach und lacht schallend. Mit "solchen Sachen" meint sie: Talente entdecken, Kindern das Trampolinturnen näherbringen, Wettkämpfe betreuen, Kadersportler zu Höchstleistungen animieren.

Corona-Zwangspause ist kein Grund zur Resignation

Auch der Pfälzer Gregor Johann ist einer der guten Geister: Bundesturnierdirektor des Deutschen Schachbundes, Bundesliga-Schiedsrichter, Event-Veranstalter. Ehrenamtlich wohlgemerkt. Und auch die Corona-Zwangspause ist für ihn kein Grund zur Resignation, sondern ein Anlass für neue Ideen. "Ich will die Vereine jetzt stärken", sagt der Schach-Enthusiast. Denn zum einen hat Gregor Johann ganz fix eine Meisterschaft übers Internet organisiert und zum anderen die Chance erkannt, aus dem derzeitigen Schach-Boom etwas Positives für die eigene Mitgliederzahlen zu ziehen. Ans Brett kommt der Hobbyspieler des Schachklubs Neustadt an der Weinstraße eher selten. Das Engagement für andere geht vor.

"In normalen Zeiten bin ich eigentlich jeden Tag auf dem Platz", erzählt Moritz Detrois. Kein Wunder: beim SC Birlenbach ist er Platzwart, Trainer, Jugendleiter und auch noch aktiver Fußballer der 1. Mannschaft. Die Nachwuchs-Arbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Denn gerade jetzt, in der Corona-Zeit, besteht die Gefahr, dass sich Kinder ans Nicht-Sport-machen gewöhnen. Und dann kommt ja ohnehin noch die Winterpause dazu." Doch der Sportmanagement-Student bleibt aktiv. "Er bringt lauter junge frische Ideen ins Vereinsleben", zeigt sich Bernd Kuhmann angetan, der Abteilungsleiter des SC Birlenbach.

Moritz Detrois hat sogar mit der örtlichen Grundschule eine Fußball-AG auf die Beine gestellt. "Er zeigt unheimlich viel Engagement", lobt Lehrerin Stephanie Hofmann: "Und die Kinder kommen mit ihm super klar."

Einschränkungen durch die Corona-Pandemie treibt alle Ehrenamtlichen um

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie treibt alle Ehrenamtlichen um im Land - und die ganz besonders Aktiven treibt sie sogar an. Patrick Izquierdo etwa, auch ein "Sportheld 2020" der SWR-Redaktion. Der 36-Jährige vom SV Wiesenthalerhof Kaiserslautern hat die Zwangspause im Trainingsbetrieb genutzt, um seinen Schützlingen Einzeltraining zu teil werden zu lassen. Die Reaktionen sind eindeutig:"Super", "Cool" oder "Wunderbar".

Und als ob Izquierdo als Jugendleiter und Trainer nicht schon genug Engagement zeigen würde, hat er in diesem Ausnahme-Jahr 2020 auch noch ein Benefiz-Turnier organisiert, dessen Erlös den SOS-Kinderdörfern zufloss. Anderen zu helfen mit Sport, das treibt ihn an. Deshalb setzt sich Izquierdo besonders für die Werte der Integration ein. "In meinen Mannschaften spielen unterschiedlichste Nationalitäten", erzählt er: "Kinder kennen keinen Hass. So kann man auch in eine Welt wachsen, in der das Wort Hass in den Hintergrund rückt."

Vier Menschen, vier Macher, viermal Engagement - unbezahlbar für unsere Gesellschaft. Den "Sporthelden 2020" gebührt Dank. Und: Respekt!

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