Nils Petersen frustriert bei der Niederlage des SC Freiburg gegen Mainz 05 (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Fußball | Bundesliga

Nach Pleite gegen Mainz: Freiburgs Petersen ist froh, dass keine Zuschauer da waren

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Nach der 1:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten 1. FSV Mainz 05 ist der SC Freiburg jetzt seit sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg. Trainer Christian Streich und Stürmer Nils Petersen sind nach der Partie sichtlich bedient.

Nils Petersens Treffer zum 1:3 in der 63. Spielminute kam viel zu spät. Denn der SC Freiburg hatte die Partie gegen den Tabellenletzten aus Mainz bereits in der ersten Halbzeit verloren. Schon nach 40 Minuten hatte der Mainzer Stürmer Jean-Philippe Mateta einen Hattrick geschnürt und das 0:3 war sogar zur Halbzeit etwas schmeichelhaft für die Freiburger.

"Wir müssen froh sein, dass heute keine Zuschauer dagewesen sind. Das war schon sehr ernüchternd", sagte Nils Petersen nach der Partie. "Ansonsten hätten wir wahrscheinlich jedem das Geld zurückgeben müssen für diese erste Halbzeit."

Auch Trainer Christian Streich war nach dem siebten Bundesliga-Spiel der Freiburger ohne Sieg bedient. "Was das bedeutet?", fragte sich der 55-Jährige nach der Partie direkt selbst. "Das bedeutet, dass wir alles dafür tun müssen, um in der Liga zu bleiben. Aber das ist ja keine Überraschung für Freiburg." Streich beschwerte sich aber auch über die Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, vor allem vor dem 0:1 durch Jean-Philippe Mateta (2. Minute).

Trainer Streich hadert mit der Schiedsrichterentscheidung

"Das erste Tor war unfassbar", sagte Streich. "Das ist nicht der Grund, dass wir verloren haben, aber es ist unglaublich." Es sei zudem nicht das erste Mal in dieser Saison gewesen, dass eine strittige Entscheidung zuungunsten der Freiburger getroffen worden wäre. Mateta hatte vor seinem Führungstreffer einen robusten Zweikampf gegen Freiburgs Baptiste Santamaria geführt. Die Szene wurde zwar vom Videoschiedsrichter überprüft, aber das Tor letztlich gegeben. "Es ist brutal, wenn du nach eineinhalb Minuten so ein Tor kriegst", sagte Streich. Ungeachtet dessen sei sein Team an diesem Tag aber "nicht gut genug gewesen, um Mainz zu schlagen", sagte der Trainer des Sportclubs und kritisierte das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft.

Streich fordert eine andere Körperlichkeit im Umschaltspiel seiner Mannschaft - vor allem im defensiven Mittelfeld, wo gegen Mainz Neuzugang Baptiste Santamaria und Lino Tempelmann aufgelaufen sind. Nicolas Höfler musste zum ersten Mal in dieser Saison auf der Bank Platz nehmen, nachdem er in den letzten Wochen mit schlampigen Abspielen vier Gegentreffer eingeleitet hatte. Bereits zur Halbzeit tauschte Streich den 21-jährigen Tempelmann in seinem dritten Bundesligaspiel von Beginn an aber wieder gegen Routinier Höfler aus.

Abgänge von Waldschmidt, Koch und Schwolow wiegen schwer

Die Abgänge von Leistungsträgern wie Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon), Robin Koch (Leeds United) und Torwart Alexander Schwolow (Hertha BSC Berlin) im Sommer können die Freiburger aktuell nicht auffangen. Denn auch Torwart und Ex-Mainzer Florian Müller sah bei dem 0:2 durch Mateta (34.) nicht glücklich aus. Den Weitschuss von Robin Quaison konnte er nicht zur Seite abwehren, sondern nur vor die Füße von Mateta, der keine Probleme mehr hatte, den Ball ins Freiburger Tor einzuschieben. "War ein ekliger Ball, aber trotzdem darf das nicht so passieren", gibt Florian Müller nach dem Spiel zu. "Ich muss den besser zur Seite abwehren."

Die Freiburger befinden sich nun auf Platz 14 mit sechs Punkten. Mit nur zwei Punkten Vorsprung auf Arminia Bielefeld auf dem Relegationsplatz. Das Selbstvertrauen bei den Freiburger schwindet langsam deutlich. "Wieder mal einen Heimsieg weggeschenkt, wieder kein Erfolgserlebnis", sagt auch Stürmer Nils Petersen niedergeschlagen. "Tut natürlich weh, weil du dann natürlich das Gefühl kriegst: Gegen wen willst du eigentlich noch punkten, wenn du den Tabellenletzten so zum Toreschießen einlädst?"

Trotz viertmeister Flanken, viertschlechteste Offensive

Deshalb will Trainer Christian Streich vor dem nächsten Spiel beim FC Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr) vor allem das Selbstbewusstsein seiner Mannschaft wieder aufbauen. "Wir müssen schauen, dass wir sie aufrichten, weil sie wollen ja." Allerdings werde der Aufwand aktuell nicht belohnt. Streich nennt exemplarisch die vielen Flanken der Freiburger, die allerdings nicht ankommen. Der Sportclub schlägt in dieser Saison die viertmeisten Flanken der Bundesliga (97), stellt aber zeitgleich die viertschlechteste Offensive der Liga mit nur neun Toren. "Wir sind nicht torgefährlich in der Box", sagte Streich zum Verhalten seiner Mannschaft im Strafraum. "Im Durchsetzungsvermögen haben wir natürlich im Moment richtig Defizite."

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