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Ringen | WM in Paris "Ich bin stolz, Geschichte geschrieben zu haben"

In Paris gewann der Ringer Frank Stäbler seinen zweiten WM-Titel. Nach 2015 trat er dieses Mal sogar eine Gewichtsklasse höher an. Im SWR-Interview spricht Stäbler über seinen Erfolg und seinen großen Olympia-Traum.

Frank Stäbler streckt die Zunge raus

Erschöpft und erleichtert freut sich Frank Stäbler über seine zweite WM-Goldmedaille.

Herr Stäbler, am Montag haben sie ihren zweiten Weltmeister-Titel gewonnen. Wie war denn die Nacht, wurde hart gefeiert in Paris?
Ich hatte einen großen Fanblock dabei. Das waren fast 60 Leute von der Familie, über Freunde, bis hin zu Trainingspartnern, die alle mit dabei waren, um mich anzufeuern. Mit denen habe ich mich natürlich noch getroffen, aber ich konnte kaum mehr auf den Beinen stehen. Ich war sehr erschöpft, deswegen ging die Nacht nicht lange, vor allem weil heute auch die zweite Gruppe dran ist. Aber heute Abend wird das dann nachgeholt.

Wie hart war das Finale?
Also der ganze Tag war unglaublich hart. Sechs Kämpfe hatte ich noch nie an einem Tag, bzw. an einem halben Tag. Das waren sechs Kämpfe auf Weltklasse-Niveau. Ich spüre jeden Millimeter meines Körpers, habe Muskelkater und Schmerzen. Aber es hat sich gelohnt.

Sie sind dieses Mal in einer höheren Gewichtsklasse angetreten. Welchen Unterschied macht das beim Kämpfen?
Richtig. Man spart natürlich ein bisschen Kraft, weil man nicht so viel abnehmen muss, aber natürlich kamen auch viele schwerere Ringer eine Gewichtsklasse runter, die mir kräftemäßig extrem überlegen waren. Ich bin froh, dass ich das mit Herz, Willen und Technik ausgleichen konnte.

Frank Stäbler umklammert seinen Gegner Demeu Schadrajew.

Trotz Kraftnachteil zum Titel. Im Finale besiegte Stäbler den Kasachen Demeu Schadrajew.

Mit zwei Medaillen am ersten Tag war der Start in die WM sensationell. Neben ihrer Goldmedaille gewann Denis Kudla aus Schifferstadt Silber. Wieso ist die deutsche Mannschaft dieses Jahr so gut?
Ich denke wir haben uns über Jahre hochgearbeitet. Als ich 2015 Weltmeister geworden bin, war das ein Befreiungsschlag für die ganze Mannschaft. Alle haben gesehen, dass es möglich ist. Man muss nur groß träumen und daran glauben, dann können wir auch die großen Ringer-Nationen der Welt schlagen. Das war ein Befreiungsschlag, und jetzt haben wir eine unglaublich schlagkräftige Truppe.

Sie haben jetzt zwei Weltmeistertitel in der Tasche, haben Sie noch weitere Ziele?
Ja natürlich. Das Fernziel ist, bei den olympischen Spielen 2020 eine Medaille zu holen. Das ist der große Traum. Aber jetzt mit zwei Titeln in zwei unterschiedlichen Gewichtsklassen, Geschichte geschrieben zu haben, das macht mich natürlich sehr stolz.