Bitte warten...

Ringen | Frank Stäbler Der Meister auf der Matte

Deutscher Mannschaftsmeister, Olympia-Teilnahme und Einzug ins Big-Brother-Haus: Der Ringer Frank Stäbler hat ein wildes Jahr hinter sich. Und im neuen Jahr geht es turbulent weiter.

Frank Stäbler beim Ringkampf

Frank Stäbler beim Ringkampf

Acht Uhr morgens am Sportplatz im kleinen Musberg, einem Ortsteil von Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Ein junger Sportler joggt durch das winterlich-schwäbische Idyll. Anschließend geht es zur Massage im Fitness-Studio. Ein ganz normaler Trainingstag im Leben des Frank Stäbler, Vorzeigeathlet des Deutschen Ringer-Bundes. Der 27-Jährige ist sechsfacher Deutscher Meister, dreimaliger "Ringer des Jahres" und wurde 2015 auch Weltmeister im griechisch-römischen Stil bis 66 kg.

Somit war er letztes Jahr auch einer der Goldfavoriten bei seinen zweiten Olympischen Spielen in Rio. Doch eine Verletzung bremste ihn aus. Unmittelbar vor den Spielen hatte Stäbler so richtig Pech: "Ich bin mit dem Knöchel umgeknickt, und mein Trainingspartner ist mir dabei auf mein Bein gefallen. Dadurch habe ich mir das Syndesmoseband gerissen. Außerdem wurde das Außenband sowie die Membran zwischen Schien- und Wadenbein angerissen."

Verletzungspech vor Rio

Diese Verletzung hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Der Unfall ereignete sich im letzten Training vor den Olympischen Spielen, nur acht Tage später stand Frank Stäbler in Rio auf der Matte. Mit einem erklärten Ziel: Die Goldmedaille.

Die Verletzung ignorierend, begab er sich also in den Kampf. Doch das Handicap war für ihn schon ab der ersten Minute spürbar. Nach einem mühsamen Achtelfinalsieg gegen den Litauen Edgaras Venckaitis war im Viertelfinale dann Schluss. Stäbler musste sich dem späteren Goldmedaillengewinner Davor Stefanek geschlagen geben, den er im Vorjahr im Halbfinale der Weltmeisterschaft besiegte. Der Ringer war dennoch sehr zufrieden mit seinem siebten Platz: "Ich bin trotz der Verletzung angetreten und Siebter geworden. Das ist ein Riesenerfolg."


Wird Stäbler zum vierten mal deutscher Mannschaftsmeister?

Seither ist für den Musberger Reha angesagt. Zusätzlich zum Fuß macht ihm auch die Schulter Probleme. Nur eine Pause von 16 Tagen hat er sich "gegönnt": Zwei Wochen nach Olympia zog Frank Stäbler im TV in das Promi-Big-Brother-Haus. Wieder reichte es für keine "Medaille" - Stäbler wurde bei Big Brother Vierter und musste ohne den ganz großen Geldgewinn nach Hause. Momentan bereitet er sich auf das Bundesligafinale vor. Frank Stäbler tritt mit seiner neuen Mannschaft, dem SV Germania Weingarten, gegen den KSV Ispringen an. Ein nordbadisches Nachbarschaftsduell. Beide Orte liegen gerade mal rund 25 Kilometer auseinander.

Die beiden Finals mit Hin- und Rückkampf sind am Samstag, 07. Januar (19.30 Uhr) in Weingarten, und eine Woche später, am 14. Januar, in Pforzheim. Stäbler könnte zum vierten Mal nacheinander mit der Mannschaft die deutsche Meisterschaft gewinnen. Die letzten drei Jahre gewann Frank Stäbler mit seinem vorherigen Verein ASV Nendingen souverän den Titel. Kurios: Der Gegner in allen drei Finals: Sein jetziger Verein Germania Weingarten. Im diesjährigen Halbfinale gelang dann der Befreiungsschlag: Nach zwei Kampftagen gewannen die Badener mit Stäblers "weltmeisterlicher Unterstützung" mit 25:14 gegen den Dauerrivalen aus Nendingen.

Ein "heißer Tanz" gegen Ispringen

Stäbler sieht aktuell seine Form in Sachen Fitness und Technik bei 90 Prozent. Gegen wen er am Samstag in der griechisch-römischen Klasse bis 75 kg antritt, ist noch nicht klar. Beim letzten Kampf gegen Ispringen gewann Frank Stäbler 17:1 gegen seinen damaligen Gegner David Wagner und sicherte seinem Team damit 4:0 Mannschaftspunkte.

Dass Ispringen allerdings keineswegs zu unterschätzen ist und zurecht im Finale steht, ist dem 27-Jährigen bewusst: "Ispringen ist eine sehr starke und ausgeglichene Mannschaft. Sie setzt sich aus deutschen Top-Athleten aber natürlich auch aus Weltklasse-Athleten in den einzelnen Gewichtsklassen zusammen. Das wird ein sehr, sehr heißer Tanz."


Das ganz große Ziel für 2020 sind dann die Olympischen Spiele in Tokio. Frank Stäbler freut sich jetzt schon darauf: "In dreieinhalb Jahren gibt es die nächste Chance, und da will ich mir dann Gold holen."