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Ringen | Frank Stäbler Der Herr der Ringer kämpft wieder

Ende August wurde Frank Stäbler in Paris Ringer-Weltmeister. Am Wochenende ging der Musberger zum ersten Mal für Heilbronn in der Bundesliga auf die Matte.

Frank Stäbler jubelnd

Frank Stäbler wurde im August 2017 Ringer-Weltmeister

Die Vorfreude in Heilbronn war riesengroß, die Römerhalle im Stadtteil Neckargartach rappelvoll, die Stimmung bestens. Das Debüt des Weltmeisters stand an, zum ersten Mal ging Frank Stäbler am Sonntag für seinen neuen Verein - den Bundesliga-Aufsteiger Red Devils aus Heilbronn - auf die Matte. Der Gegner: Der SV Nackenheim aus Rheinland-Pfalz.

Zwar noch etwas wackelig auf den Beinen nach einer hartnäckigen bakteriellen Infektion, aber wie gewohnt voller Ehrgeiz. Denn in der Klasse bis 75 Kilo im griechisch-römischen Stil war alles gespannt auf das Duell mit dem Nackenheimer Junioren-Europameister Zoltan Levai. Nach dem Wiegen aber war die Enttäuschung groß: Der in dieser Saison noch ungeschlagene Ungar war nicht mit nach Heilbronn gekommen, Levai bereitete sich stattdessen auf die U-23-WM am kommenden Wochenende vor.

Der Weltmeister zeigte Ringen vom Feinsten

"Ich war davon ausgegangen, gleich an meine körperlichen Grenzen zu müssen", so ein etwas enttäuschter Frank Stäbler gegenüber dem SWR, "das ist nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für mich ärgerlich. Ich messe mich immer gerne mit den Besten der Welt".

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"Ich messe mich immer gerne mit den Besten der Welt"

Zurück in der Bundesliga: Ringer Frank Stäbler ist nach seinem Weltmeistertitel in Paris zurück auf der Matte und spricht mit SWR-Reporter Marius Rinkel über sein Comeback.

Statt Weltklassekampf gegen Levai kam es zum ungleichen Duell mit dem Nackenheimer Jung-Talent Bekir Demir. Ein 17-Jähriger, der zum einen als Freistiler gegen Frank Stäbler völlig überfordert war, zum anderen auch noch knapp fünf Kilo Gewicht zu viel auf den Rippen hatte. Frank Stäbler hatte durch das Übergewicht des Gegners den Kampf schon vorab mit der Maximal-Punktzahl gewonnen. Der Kampf wurde dennoch ausgetragen und Stäbler zeigte dem begeisterten Publikum binnen 107 Sekunden einen technischen Überlegenheitssieg vom Feinsten: 15:0 dank mehrerer Ausheber und Überwürfe in Serie. Im Stile eines souveränen Weltmeisters eben.

safsda

Der erste Auftritt nach der WM in Paris

Dennoch: "Die Anspannung war groß", gab Stäbler nach seinem ersten Auftritt für die Red Devils zu, "egal wo das ist, wenn man neu ist, ist man immer aufgeregt". Stäbler zeigte sich fasziniert von der Atmosphäre in der Halle: "Volle Hütte, mehr als 1.000 Zuschauer, geile Stimmung. Da muss man erst Mal seine Leistung bringen". Und die hat er dann auch gebracht. Es war der erste Sieg, der erste offizielle Ringkampf nach dem Titelgewinn Ende August in Paris. Nach dem WM-Triumph war der 28-Jährige erst mal zur aktiven Regeneration samt Vulkan-Besteigung auf die Kanaren in den Urlaub geflogen. Anschließend ging es zur Grundausbildung in der Sportförderkompanie der Bundeswehr in Hannover. In den vergangenen zwei Wochen hatte ihn dann eine hartnäckige Infektion außer Gefecht gesetzt.

Stäbler will mit Heilbronn erfolgreich sein

Jetzt endlich das Comeback des Weltmeisters aus Musberg, nach fast drei Monaten. Frank Stäbler war dabei ebenso erfolgreich wie sein neues Team, Heilbronn gewann den Bundesligakampf gegen den SV Nackenheim deutlich mit 23:7. Zwei Vorrundenkämpfe in Urloffen und daheim gegen Freiburg stehen noch an. Dann wollen die ambitionierten Heilbronner vor Weihnachten zum ersten Mal in ihrer Historie in eine Play-Off-Runde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft starten. "Dann ist ab dem Achtelfinale Hochspannung garantiert", freut sich Frank Stäbler, der zuletzt mit Germania Weingarten und dem ASV Nendingen den Titel holte. Die Red Devils haben durchaus Erfolgsaussichten, am Neckar tummeln sich neben Frank Stäbler mit Eduard Popp oder Pascal Eisele weitere hochkarätige Nationalmannschaftsringer.

Für Weltmeister Stäbler ist das nächste große Ziel als Einzelsportler die Europameisterschaft im März 2018. Dann geht der "Herr der Ringe(r)" als großer Favorit ins Rennen.

Von Kersten Eichhorn