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Regionalliga | Waldhof Mannheim Mannheim will nicht gegen China spielen

Waldhof Mannheim möchte nicht gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft antreten, die in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest mitspielen soll. Auch aus Pirmasens kommt Kritik.

Fans halten Wappen von Waldhof Mannheim hoch

Der Traditionsverein wird nicht gegen das chinesische U20-Team antreten

Angeblich sollen ja alle 19 Vereine ihre Zustimmung gegenüber dem Vorschlag signalisiert haben, dass die China-Auswahl am Spielbetrieb der Regionalliga Südwest teilnehmen kann. Jetzt hört sich das auf der Facebook-Seite von Waldhof Mannheim plötzlich ganz anders an: "Wir haben dem Verband gegenüber bereits beim ersten Telefonat unsere Bedenken geäußert und um vorherige Klärung von Detailfragen gebeten. Eine schriftliche Zustimmung zur Teilnahme ist nicht erfolgt. Auch wenn ein solches Spiel eine gute Vermarktungsmöglichkeit bietet, sollte man den regionalen Bezug nicht komplett verlieren", erklärt SVW-Geschäftsführer Markus Kompp.

Sinneswandel bei den Waldhof-Bossen?

Der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, Felix Wiedemann, hatte gestern gegenüber dem SWR noch behauptet, dass alle 19 Vereine mit der "China-Regelung" einverstanden sind, zumal rund 30.000 Euro Zusatzeinnahmen damit verbunden sind. Auch Waldhof-Trainer Gerd Dais hatte gestern im SWR-Interview keine Bedenken geäußert und wörtlich gesagt, dass man der Sache zugestimmt habe. Bei den Fans löste das Ansinnen gestern allerdings eine Welle der Empörung aus, die möglicherweise heute bei den Verantwortlichen von Waldhof Mannheim zu einer anderen Sichtweise geführt hat.

Lieber Test-Spiele gegen den FK Pirmasens

Statt gegen die Chinesen zu spielen, hat Waldhof Mannheim jetzt dem FK Pirmasens zwei Freundschaftsspiele angeboten. Pirmasens hatte sich über die Zulassung der China-Auswahl beschwert, weil man selbst als einer von sechs Klubs aus der Regionalliga absteigen musste. Doch der Antrag, die Liga auf 20 Teams aufzustocken, hat die Gesellschafterversammlung am Freitag endgültig abgelehnt. Mit der chinesischen Mannschaft würden jetzt aber doch 20 Klubs in der Liga mitspielen.

"Sechs Mannschaften steigen ab, und nun holt der DFB die chinesische Nationalmannschaft. Wir müssen das wohl hinnehmen, aber für mich ist das purer Kapitalismus", hatte Geschäftsstellenleiter Christoph Radtke bei Zeit online gesagt. Auch aus der Regionalliga West kam am Freitag Kritik. "Wir haben das Gefühl, dass der DFB nicht mehr erkennt, wo die Grenze der Kommerzialisierung liegt", meinte Präsident Michael Welling von Rot-Weiß Essen bei sportbild.de: "Wollen wir für 30.000 Euro wirklich die Seele des Fußballs verkaufen? Ich nicht!"