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Ab dem 11. Dezember soll in der Regionalliga Südwest nach sechswöchiger Pause wieder gespielt werden, nachdem Rheinland-Pfalz den Vereinen eine Genehmigung für Training und Spielbetrieb erteilt hat. Doch damit sind nicht alle einverstanden.

Am Montag hat die Liga bekanntgegeben, dass schon kommende Woche der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden soll. Der Restart der Regionalliga Südwest würde also trotz Corona-Lockdown kurz vor Weihnachten stattfinden, zudem durften die Vereine aus Rheinland-Pfalz im Gegensatz zu den Vereinen aus Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland wochenlang nicht trainieren. Die Amateure vom TSV Schott Mainz konnten wegen des Verbots in Rheinland-Pfalz vier Wochen nicht als Mannschaft trainieren und würden gerne auf den Restart vor Weihnachten verzichten. "Es fühlt sich gerade ein bisschen falsch an. Irgendwie kann man dadurch als Spieler seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nachkommen. Man fühlt sich in eine Position gedrängt, in der man wieder Spaß an etwas haben soll, aber eigentlich das Gefühl hat, dass es gerade nicht richtig ist", sagt Kapitän Jonas Raltschitsch.

Sorgen um die Gesundheit

Noch im Dezember wieder zu spielen sehen sie bei Schott Mainz als falsches Signal an die Gesellschaft und an andere Hobbysportler, die das nicht dürfen. Außerdem gehen Spieler und Trainer alle einem Beruf nach. Dort und privat sollen Kontakte minimiert werden, beim Fußball wird das jetzt nur schwer möglich sein. Trainer Sascha Meeth macht sich zudem Sorgen um die Gesundheit seiner Mannschaft: "Da sind auch Ängste im Spiel und das hat nichts mit dem Fußball an sich zu tun. Es geht darum, dass wir durch die Gegend reisen und zusammengedrängt in Bussen oder in Autos sitzen müssen."

Sechs Vereine haben Klage gegen Restart eingereicht

Vermeidbare Kontakte also, diese Meinung teilen auch andere Clubs in der Regionalliga Südwest. Von den 22 Teams haben sich neun bereits vor Wochen in einem Positionspapier für einen späteren Restart im Januar ausgesprochen, bisher allerdings ohne Erfolg. Auch beim Bahlinger SC ist man deshalb verärgert. "Die Stellungnahme von uns neun Vereinen wurde überhaupt nicht beantwortet. Da gab es kein Feedback von der Regionalliga Südwest", so der Vorstandsvorsitzende Dieter Bühler. Jetzt folgte der nächste Schritt: Der Bahlinger SC ist juristisch gegen die Entscheidung der Regionalliga Südwest vorgegangen. Gemeinsam mit dem TSV Steinbach, Schott Mainz, Astoria Walldorf, FC Gießen und Eintracht Stadtallendorf wurde am Freitag beim Landgericht Mannheim Klage eingereicht. Die Vereine wollen frühestens zum 29. Januar wieder einsteigen.

Andere Vereine pro Restart: Saisonabbruch wärer "Worst-Case"

Frostige Stimmung also zwischen den Clubs und der Ligaführung. Es gibt aber auch Vereine, die für den Restart im Dezember sind, wie der SV Elversberg. Vorstand Marc Strauß befürchtet schlimmere Konsequenzen, wenn die Liga weiterhin pausieren würde: "Das Szenario eines Saisonabbruchs, des Ausfalls mehrerer Spiele, vielleicht sogar der halben Serie wäre in wirtschaftlicher Hinsicht im Hinblick auf die Nicht-Erbringung der Sponsorenleistungen ein absolutes Worst-Case-Szenario. Von dem her sind wir sehr froh über den Restart." Auch die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten wie von Mainz 05 sind dafür, dass möglichst schnell wieder gespielt wird. Für sie steht die sportliche Ausbildung ihrer Fußballer im Vordergrund. Und dafür sei es wichtig, dass die Spiele stattfinden.

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