Bitte warten...

Tennis | Rio 2016 Kein Happy End für Laura Siegemund

Für Laura Siegemund ist der Medaillen-Traum im Viertelfinale des olympischen Tennisturniers geplatzt. Doch für die Stuttgarterin ist das nicht unbedingt eine schlechte Nachricht.

Nach ihrem Achtelfinal-Sieg gegen Kirsten Flipkens trifft Laura Siegemund im Viertelfinale auf die Puerto Ricanerin Monica Puig.

Laura Siegemund hat das Viertelfinale gegen Monica Puig verloren (Archivbild)

Laura Siegemund wollte sich noch die anderen Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio anschauen. Darum sagte sie schon vor dem Turnier, ein frühes Aus sei daher "eine Win-Win-Situation". Aber 28-jährige Stuttgarterin hat ein starkes Turnier gespielt und ist bis in Viertelfinale vorgestoßen. Dort war gegen die Weltranglisten-34. aus Puerto Rico, Monica Puig, allerdings Endstation.

Siegemund verlor am Ende deutlich mit 1:6, 1:6 und verpasste das Halbfinale in Rio de Janeiro deutlich. Allerdings plagte sich Siegemund mit einer Rückenverletzung. Gegen die fast fehlerfrei agierende Puig wirkte Siegemund kraftlos. Auch eine Toiletten-Pause nach dem ersten Satz und die Anfeuerungsrufe der deutschen Fans brachten keine Wende. Nach leichten Fehlern und zwei Breaks im zweiten Satz ließ Siegemund den Physiotherapeuten kommen, der ihr jedoch nicht mehr helfen konnte.

Siegemund war schon vor den ersten Aufschlag zufrieden

Als letzter deutscher Tennisprofi hatte Tommy Haas 2000 in Sydney eine Medaille (Silber) geholt. Zwei deutsche DTB-Starter im Viertelfinale von Sommerspielen hatte es zuletzt 1992 gegeben. Noch nie hatte ein deutsches Duo in einem olympischen Einzel-Halbfinale gestanden.

Siegemund hatte schon vor dem Viertelfinale, das wegen Regens von Mittwoch auf Donnerstag verschoben wurde, ein erstes Fazit gezogen. "Schon jetzt war das eine Riesenleistung. Ich hatte ja vor einiger Zeit noch gar nicht damit gerechnet, noch einmal zu Olympia zu kommen", meinte die Schwäbin, die als Nummer 90 der Welt in die Saison gegangen war. Bundestrainerin Barbara Rittner lobte Siegemund. "Es ist toll, Lauras Entwicklung zu sehen. Sie weiß, was sie will", sagte die 43-Jährige.

Siegemund und Olympia - es war eine späte und unverhoffte Begegnung. Aber eine mit viel Feuer. Die lebensfrohe Frau mit den blonden Locken lief mit offenen Augen durch das Olympische Dorf. Und sie fühlte sich wohl im Schmelztiegel der Kulturen. Als Tochter eines Entwicklungshelfers hat Siegemund Teile ihrer Kindheit in Saudi-Arabien und Indonesien verbracht. "Mit Beduinen in der Wüste zu übernachten, das prägt natürlich", sagte sie.

Arbeit und Genuss

Doch die bunte olympische Welt war für eine Perfektionistin wie sie, die ihre Regeneration immer schon in der Mixed Zone mit Dehnübungen beginnt, auch eine Herausforderung: "Ich musste hier jeden Tag daran arbeiten, genießen zu dürfen", sagte Siegemund.

Ein ganz besonderes Mitbringsel wurde dann doch nicht zum guten Omen. Siegemund hatte einen Volunteer mit ihrem Charme dazu gebracht, ihr seine kleine Umhängetasche mit Rio-Logo zu überlassen. Auf den Kommentar, die bronzene Farbe des Beutels sei jetzt Programm, hatte Siegemund mit Blick auf ihre "Eroberung" mit einem Augenzwinkern entgegnet: "Könnte auch Gold sein."