Die US-Amerikanerin Paige Jones flieft im schwarzen Anzug beim Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt durch die Luft. Hinter ihr zeichnen sich unscharf die Nadelbäume des Schwarzwalds ab. Um sie herum "tanzen" Schneeflocken. (Foto: IMAGO, IMAGO/Eibner)

Skispringen | Weltcup

Skisprung-Fans feiern deutsches Mixed-Team im "Winter-Wonderland" am Titisee

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Martin Thiel
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Michael Richmann

Frischer Schnee und eine erfolgreiche deutsche Mannschaft - was will man mehr? Der Skiprung-Weltcup in Titisee-Neustadt begeistert Fans, Athletinnen und Athleten gleichermaßen.

Frau Holle hatte ein Einsehen: Stunden vor dem ersten Wettkampf beim Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt kamen im Schwarzwald die ersten Flocken vom Himmel. Die Tannenspitzen leuchteten puderzuckerweiß, den Fans an der Schanze ging ein Herz auf: "Ja, wir waren zum Training da. Da war rundherum auch noch alles grün. Und jetzt über Nacht. Es hat so ein bisschen gepudert. Das ist schon schöner als das Grün", sagte eine Frau. "Wir haben immer in der Webcam mitgefiebert, und da war noch alles grün. Vor drei Tagen haben wir gezittert, ob der Weltcup überhaupt stattfinden kann. Und jetzt mit Schneefall hier, die Weihnachtstimmung ist schon richtig schön."

Fans und Athleten zittern via Webcam

Die Fans im Glück, die Skispringer erleichtert, denn vor einer Woche war noch alles grün im Schwarzwald. Die Schanze konnte nur dank Kunstschnee, der im Winter hergestellt wurde und neben der Schanze unter Schutzfolien übersommert hatte, präpariert werden. Karl Geiger, Deutschlands bester Skispringer, fieberte mit: "Letzte Woche um die Zeit hat man sich schon gedacht: Oh, das wird eine ganz schön sportliche Nummer. Auch ich habe dann immer mal wieder auf die Webcam geschaut, wie sie den Schnee verteilt haben und die Schanze hergerichtet haben. Da muss ich sagen: Hut ab vor den Leuten hier, die das hergerichtet haben, es ist unglaublich gelungen."

Titisee-Neustadt

Wintersport | Skispringen Kunstschnee soll Weltcup in Titisee-Neustadt retten

Am kommenden Wochenende (8.-12.12.) soll in Titisee-Neustadt der Skisprung-Weltcup ausgetragen werden. Doch bisher fiel kaum eine Schneeflocke vom Himmel. Stattdessen kommt der Schnee vom "Schwarzwaldgletscher".

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Weltcup-Organisation ein Kraftakt

Tatsächlich ist die Organisation ein Kraftakt. 800 ehrenamtliche Helfer schuften, damit der Weltcup ausgetragen werden kann. Alles steht und fällt mit einer gut präparierten Schanze. Schanzen-Chef Matthias Schlegel macht kaum ein Auge zu: "Ich habe mehrere schlaflose Nächte gehabt." Der Grund: Erst war es zu warm, und dann kam der Wintereinbruch. Der Neuschnee von Frau Holle und der Altschnee vom "Schwarzwald-Gletscher", wie der Kunstschnee Berg genannt wird, passen nicht zusammen. Das birgt Gefahren für die Springer und macht dem Schanzentisch viel Arbeit. "Wintereinbruch ist gut. Ich hätte den Schnee auch gerne eine Woche früher genommen. Da wäre ich glücklich gewesen. Aber dadurch, dass die Schanze schon vorher fertig war, ist es nicht gerade günstig."

Den Athletinnen und Athleten im deutschen Mixed-Team war das egal. Karl Geiger (Oberstdorf), Constantin Schmid (Oberaudorf), Katharina Althaus (Oberstdorf) und Selina Freitag (Aue) kamen auf der Hochfirstschanze im Schwarzwald auf den dritten Platz. Der Sieg ging mit 985,9 Punkten deutlich an Österreich vor Norwegen (959,2). Deutschland fehlten umgerechnet knapp 18 Meter zum Sieg.

Wintersport-Fans von Schanze und Weltcup begeistert

Die Wintersport-Fans konnten die Sorgen des Schanzen-Chefs nicht teilen. Sie genießen das "Winter Wonderland": "Genauso wie wir uns das vorgestellt und erhofft haben. Ja, jetzt ist alles weiß. Genau so haben wir es uns vorgestellt. Springen gut, Wetter gut. Was wollen wir mehr?", so die Zuschauer am Rande der Anlage. Die Schwarzwälder haben es also wieder einmal geschafft. Ihr Lohn sind begeisterte Fans und sportliche Höchstleistung.

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