Skispringerin Carina Vogt (Foto: imago images, SVEN SIMON/Deutscher Skiverband)

Wintersport | Skispringen

Olympiasiegerin Carina Vogt gibt Weltcup-Comeback

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Die lange Leidenszeit von Skispringerin Carina Vogt geht zu Ende. Am Wochenende wird die 28-Jährige im slowenischen Ljubno ihr Comeback nach einem Kreuzubandriss feiern.

Genau 22 Monate nach ihrem letzten Weltcup-Start ist Carina Vogt endlich zurück in der Weltelite und darf auch von einem Start bei der Ski-WM in Oberstdorf träumen: "Wenn ich das wirklich schaffen sollte, in Oberstdorf zu stehen, nach allem was in den letzten zwei Jahren passiert ist, dann ist das für mich persönlich der größte Erfolg", sagt die fünfmalige Weltmeisterin.

Vogt: "Ich kann das grad so genießen"

Nach ihrem Kreuzbandriss im Juli 2019 bei einem Trainingssprung in Stams musste Vogt sich durch eine lange Reha kämpfen, immer wieder Rückschläge verkraften. Probleme mit dem operierten Knie, dazu ein Bänderriss in der Aufbauphase, gefährdeten Vogts großes Ziel: Die Teilnahme bei der Heim-WM, bei der die Frauen erstmals gleichberechtigt von der Großschanze um Medaillen springen dürfen. Für die erfolgreichste Skispringerin Deutschlands hatte der harte Weg zurück auch positive Seiten. "Mein Blick auf das Ganze hat sich verändert. Ich kann das grad so genießen, dass ich den Sport machen darf", sagt Vogt. 

Der WM-Start von der Großschanze ist ein weiterer Schritt nach vorne fürs Frauen-Skispringen. Sechs Jahre nach dem Olympia-Debüt der Sportart in Sotchi, bei der Vogt ihren Olympiasieg feierte.

Im Team zur Medaille?

Auch deshalb ist Vogt der Start im Allgäu so wichtig. Zumindest mit dem Team könnte sie zudem um eine Medaille springen. Vogt hatte mit der deutschen Mannschaft 2019 in Seefeld bei der ersten Austragung des Mannschaftsspringens bei Weltmeisterschaften eine ihrer fünf WM-Goldmedaillen gewonnen.  

Die Erfahrung zeigt: Bei Weltmeisterschaften ist mit Vogt immer zu rechnen. Nur zwei Weltcupspringen hat die Degenfelderin in ihrer Karriere gewonnen, dafür aber insgesamt sechs Goldmedaillen. Große Erwartungen aber sind diesmal unrealistisch. Die Zeit, um an Form und Material zu feilen, viel zu kurz. Erst Ende Dezember konnte Vogt wieder Schneesprünge absolvieren, letzte Woche trainierte sie erstmals auf der Großschanze.

"Das Grinsen, das konnte wahrscheinlich fast keiner ertragen, weil ich mich so gefreut habe, dass es wieder geht", lacht Vogt. Für die Rekord-Weltmeisterin heißt es diesmal nach ihrer langen Leidenszeit schon: Dabei sein alles.

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