Skispringerin Ramona Straub vom SC Langenordnach.  (Foto: SWR, imago/GEPA pictures)

Wintersport | Skispringen Ramona Straub springt aus dem Schwarzwald in die Weltspitze

Ausbildung, Umzug, Verletzung - Skispringerin Ramona Straub hat in den letzten Jahren vieles erlebt. Mit 25 Jahren gelang ihr Ende November der erste Podestplatz im Weltcup.

Der Weltcup in Titisee-Neustadt hätte ihr Wochenende werden sollen. Ramona Straub kommt aus der Schwarzwaldstadt, genauer gesagt aus Langenordnach, einem kleinen Ortsteil von Titisee-Neustadt. Doch das warme und regnerische Wetter zwang den Weltverband FIS alle Wettbewerbe an der Hochfirstschanze abzusagen.

Erster Podestplatz der Karriere

Für Straub begann der Weltcup-Winter traumhaft. Im norwegischen Lillehammer sprang sie auf den zweiten Platz, hinter Mannschaftskollegin Christina Althaus. Diesen Schwung wollte sie mitnehmen und vor Familie und Freuden die Leistung bestätigen. Ihren ersten Weltcup-Einsatz hatte Straub bereits vor knapp sieben Jahren, im Januar 2012 belegte sie auf ihrer Lieblingsschanze in Hinterzarten den 26. Platz. Bei der Junioren-WM im selben Jahr gewann sie mit dem Team Silber.

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Allgäu ist nicht der Schwarzwald

Im Schwarzwald fühlt sich die ausgebildete Zierpflanzengärtnerin wohl, hilft ihren Eltern viel auf dem heimischen Hof. Durch ihre Brüder kam sie mit sechs Jahren zum Skispringen, trainierte lange als einzige Frau in Hinterzarten unter Rolf Schili, der den Nachwuchslandeskader betreut. Nach der abgeschlossenen Ausbildung wagte sie 2013 den Umzug nach Oberstdorf. Dorthin, wo alle deutschen Topspringerinnen trainieren. Neben dem Training war sie in der Sportfördergruppe der Bundeswehr aktiv. Das Allgäu hat sich für sie aber nie wirklich nach Heimat angefühlt, weshalb sie 2017 wieder zurück in den Schwarzwald kehrte.

Lange Leidenszeit

Während ihrer Zeit in Oberstdorf erlebte Straub auch die schwerste ihrer Sportkarriere. Eine Woche, nach der Nichtberücksichtigung trotz geforderter Norm, riss sie sich im Februar das vordere Kreuzband im linken Knie. Die Reha danach lief nicht gut, genau ein Jahr später musste sie erneut operiert werden, da sich Narbengewebe gebildet hatte. Im Sommer darauf riss sie sich den Meniskus, es folgte die dritte Operation am linken Knie. Danach kämpfte sie sich wieder zurück, wurde von Bundestrainer Andreas Bauer für die Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland) nominiert, auf jener Schanze, auf der sie sich 2014 das Kreuzband riss.

2018 dann doch bei Olympia dabei

Ihr Manko ist oft, dass sie den Telemark, also die Landung in Schrittstellung nach dem Sprung, nicht immer hinbekommt. Bundestrainer Bauer hat immer an sie geglaubt, auch weil sie intuitiv vieles richtig macht. Im letzten Winter sprang sie bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang auf den achten Platz, im Gesamtweltcup beendete sie die Saison auf dem 14. Rang. Diese Position will Straub in diesem Winter toppen, vielleicht kommt dann auch bald ein Springen in ihrer Heimat dazu.

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