ARD-Skisprung-Experte Dieter Thoma (Foto: ard-foto s1)

Wintersport | Skispringen Herzlichen Glückwunsch: Dieter Thoma wird 50!

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Skispringen ohne Dieter Thoma ist ein bisschen wie Winter ohne Schnee. Am 1. Januar 1986 - vor 33 Jahren (!) - holte Thoma seine ersten Weltcuppunkte. Und er ist bis heute dabei!

Wenn bei Dieter Thoma mal wieder die Schneeflocken auf den rot-blonden Wimpern tanzen, dann ist er in seinem Element, als ARD-Skisprung-Experte. Die Karriere nach der Karriere. Thoma hält Vorträge, ist Teilhaber einer Sportberatunsfirma und eben TV-Experte. Die ersten Jahre bestritt er an der Seite von Günther Jauch bei RTL. Zur Saison 2007/08 wechselte Thoma dann zur ARD. Was er von Anfang an verstand: seine Leidenschaft und sein Fachwissen den Sportfans zu vermitteln. Aber das konnte er schon als 18-Jähriger, als er im damaligen SWF-Fernsehen erklärte, was es für einen guten Sprung braucht: "Dann spürt man die Ski, den Wind und die Geschwindigkeit und merkt auch gleich, ob der Sprung weit geht...!" Den Großteil seiner ARD-Jahre hat Thoma gemeinsam mit Sportschau-Moderator Matthias Opdenhövel an der Schanze verbracht. "Wir gehen jetzt in unsere neunte Saison, ich glaube so lange hat er es mit keinem ausgehalten", sagt Opdenhövel zu Thomas 50. Geburtstag grinsend und fügt hinzu: "Es war Liebe auf den ersten Blick".

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Familiär "vorbelastet"

Sein Ende als Aktiver Skispringer war ähnlich spektakulär wie seine Karriere: Dieter Thoma hörte mit einem "Milleniumssprung" auf. Am 31. Dezember 1999 sprang der damals 30-Jährige in Garmisch-Partenkirchen um 23:59:50 Uhr von der Großen Olympiaschanze ab und landete am 1. Januar 2000 um 0:00 Uhr.

Dem Rotschopf aus Hinterzarten war der nordische Skisport in die Wiege gelegt worden. Vater Franz war als Skilangläufer Teil der deutschen Nationalmannschaft. Onkel Georg wurde 1960 in Squaw Valley Olympiasieger in der Nordischen Kombination. Also gab es für Klein-Dieter mit sechs Jahren die ersten Sprungski. Zehn Jahre später wurde er Juniorenweltmeister. Mit 18 Jahren holte er 1986 seine ersten Weltcuppunkte. Mit 20 gewann er die Vierschanzentournee, 30 Jahre nach Max Bolkart war er der erst zweite Gesamtsieger aus der BRD.

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Der kurze Knick: vom Parallel- zum V-Stil

Thoma gehört zu der Generation von Skispringern, die vom Parallel- auf den V-Stil umschulen musste, um weiter oben dabei zu sein. Das ging bei ihm erst einmal so daneben, dass er bei Olympia 1992 und der WM 1993 nur hinterher sprang. "Das war schon krass, weil plötzlich keiner mehr was von dir wollte", sagt er im Rückblick auf die möglicherweise größte Herausforderung seiner Karriere. Ein Jahr später gewann er mit der Mannschaft Olympia-Gold in Lillehammer, im Einzel holte er die Bronzemedaille. Nach 24.893 Sprüngen, 13 Medaillen und zehn Operationen (Quelle: www.dieterthoma.de) war Schluss. "Dann fragt man sich, was man noch kann, außer von der Schanze zu hüpfen", erinnert sich der Schwarzwälder heute. Es war ein nächster Wendepunkt. "Es ist mir gelungen", sagt Thoma, nicht ganz ohne Stolz, "auch dank des Ehrgeizes, den ich im Sport gelernt habe". Ehrgeiz, den ein Sportler auch nach der Karriere selten ablegt. Nur der Hitzkopf, der ist abgekühlt. Den Ehrgeiz tobt Dieter Thoma heutzutage beim Golfen aus. "Man hat so den Eindruck, dass man mit dem Ball mitfliegen würde, das ist ein erhabenes Gefühl." Fast wie beim Skispringen eben. Und zumindest ein adäquater Ersatz.

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