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Es war ihr bislang größter Erfolg: Die Silbermedaille bei der WM-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo. Die gebürtige Stuttgarterin Kira Weidle sprach nun im exklusiven Interview mit SWR Sport über ihren größten Erfolg und die nächsten Ziele.

"Es war schon ziemlich viel, was nach der Silbermedaille auf mich eingeprasselt ist", sagte Kira Weidle im Gespräch mit Moderatorin Lea Wagner: "Es ist mir eigentlich erst danach bewusst geworden, was das eigentlich bedeutet. Das da etwas Historisches passiert ist. Das erste WM-Silber seit 25 Jahren - umso schöner dann auch für mich, dass dieser große Erfolg nicht nur für mich so speziell ist, sondern auch für die Ski-Nation Deutschland."

Danach sei sie sehr gefragt gewesen, erzählte Weidle: "Jede Menge Nachrichten, jeder wollte was. So langsam flaut das ganze ab, was auch gut ist, um mal runterzukommen."

Der Besuch bei SWR Sport in BW beinhaltete für Weidle auch eine schöne Überraschung. In der Sendung bekam sie von ihrer Cousine Laura Weidle einen Nusszopf überreicht - eines ihrer Lieblingsessen.

Schwäbische Wurzeln - bayerisches Zuhause

Dass sie von ihrer Cousine aus Stuttgart einen Hefezopf überreicht bekam, ist natürlich kein Zufall. Die Eltern der 25-Jährigen kommen aus dem Raum Stuttgart, sie selbst ist dort geboren. Mit vier Jahren zog die Familie kurz nach Nordrhein-Westfalen, bevor sie sich in Starnberg in Bayern niederließen. Ihr Skilehrer in der dortigen Skischule, Matthias Pohlus, erinnert sich an eine sehr zielstrebige junge Skifahrerin: "Was sie auch auszeichnet war einfach, dass sie sehr früh wusste, wohin sie will und was sie dafür tun muss." Sie habe außerdem schon früh Wichtiges von Unwichtigem trennen können, so der damalige Trainer vom SC Starnberg.

Mutig, ehrgeizig und abenteuerlustig

Markus Kittel ging mit ihr bis zur 10. Klasse auf das Gymnasium und gehörte auch zur Skigruppe beim SC Starnberg. "Wir haben unter der Woche die Zeit genutzt, um uns auch bisschen zu erholen vom Wochenende, also waren wir in der Schule nicht so aktiv," verriet er, trotzdem sei Kira Weidle eine gute Schülerin gewesen. Die schnelle Auffassungsgabe zeigte sich vor allem im Training: "Ich kann mich noch dran erinnern, dass sie extrem ehrgeizig und motiviert war und sehr gut Sachen umsetzen konnte. Also man hat ihr gesagt, mach das anders und in der nächsten Runde hat das dann gepasst. Und das, glaube ich, hat sie damals schon ausgezeichnet," so der Klassenkamerad und Trainingspartner.

Und ihre Weggefährten aus Starnberg beschreiben sie als sehr mutig: Beispielsweise als sie mit elf Jahren und etwa 100 km/h den Hang einer Skisprungschanze auf Skiern runterraste: "Natürlich hatten alle Respekt. Aber Kira ging voran, ist runtergekommen und stand unten und das erste, was sie sagte: 'Wow, das war so krass, das will ich sofort nochmal machen'", so der ehemalige Trainer.

Vom SC Starnberg in die Weltspitze

Schon als Schülerin war Kira Weidle sehr erfolgreich, damit zog sie auch die ganze Trainingsgruppe mit: "Das hat uns natürlich auch das Selbstbewusstsein gegeben, dass wir, obwohl wir nicht aus den Bergen kommen, trotzdem mit allen mithalten konnten." Es folgten dann der Wechsel auf das Skiinternat in Oberstdorf, etliche Rennen im Europacup und Ende 2018 der erste Podestplatz in der Abfahrt in Lake Louise. Kira Weidles Kindheitstraum, endlich Skifahrerin von Beruf zu sein, wurde wirklich wahr.

WM-Medaille mit Potential zur Steigerung...

Dass es die Speed-Spezialistin bis in die Weltspitze geschafft hat, macht ihren ehemaligen Trainer und die ganze Trainingsgruppe von damals sehr stolz. "Wir hatten damals den gemeinsamen Traum, irgendwann da zu stehen, wo sie jetzt steht und das macht einen doch schon sehr stolz", so Kittel. Er weiß zu schätzen, dass sie trotz des Erfolgs auf dem Boden geblieben ist: "Sehr cool, dass man ihr einfach immer noch Whats App schreiben kann, sich mit ihr Treffen kann, ganz normal mit ihr reden kann." Daran änderte auch ihr Silbermedaille bei der WM nichts. Was sich seit ihrer Kindheit auch nicht geändert hat ist, dass Kira Weidle weiß, wo sie hin will - nach ganz oben, bestätigt ihr Kumpel: "Du hast ja selber schon gesagt, es gibt noch ein Treppchen weiter oben auf dem Stockerl - also viel Erfolg!"

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