Bob-Pilotin Charlotte Candrix aus Hachenburg (Foto: SWR, SWR)

Nachwuchstalent aus Hachenburg

Mit 120 durch den Eiskanal: Bobpilotin Charlotte Candrix hofft auf WM-Medaille

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Christian Döring
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Mit gerade einmal 18 Jahren gehört Charlotte Candrix zu den größten deutschen Bobsport-Talenten. Jetzt geht die Westerwälderin bei der Junioren-WM auf ihrer Heimbahn in Winterberg an den Start.

Ihren Führerschein fürs Auto hält Charlotte Candrix erst seit wenigen Tagen in den Händen. An Silvester feierte die Schülerin aus Alpenroth bei Hachenburg im Westerwald ihren 18. Geburtstag. Hohes Tempo mit bis zu 120 km/h ist sie aber bereits seit einigen Jahren gewohnt, spätestens nach dem Wechsel von der Leichtathletik zum Bobsport. Und hier ging es, anfangs mit Vater Timo als Trainer, sehr schnell nach oben. Im vergangenen Winter der bislang größte Erfolg: Platz drei bei der Junioren WM auf der Olympiabahn in Innsbruck Igls im Zweierbob. "Ich möchte natürlich dieses Ergebnis wieder angreifen", sagt Charlotte Candrix im Interview mit SWR-Sport, in diesem Jahr zusammen mit ihrer Anschieberin, der 21-Jährigen Cynthia Kwofie.

Vorteil Heimbahn Winterberg

Eine Medaille ist also erneut das Ziel der Westerwälderin, die sich parallel noch auf ihre Abiturarbeiten vorbereitet: "Ich kenne die Bahn in Winterberg in- und auswendig, hier habe ich das Fahren gelernt", freut sich Charlotte Candrix auf ihr Heimspiel, weiß aber auch: "Ich würde Winterberg nicht unterschätzen. Es ist keine schwierige Bahn, die Lenkbewegungen sind sehr sanft. Aber, wenn man übersteuert, kann man auch sehr schnell einen Fahrfehler einbauen."

Auch im Monobob im Einsatz

Sechs Trainingsläufe, verteilt auf zwei Einheiten, standen vor der WM auf dem Programm, hier versuchte sich Charlotte Candrix auch alleine, im Monobob: "Ich habe die Chance, in einer zweiten Disziplin eine Medaille zu gewinnen, da möchte ich sehen, was geht. Monobob ist ja mittlerweile auch olympisch", sagt sie und ergänzt: "Ich sehe meine Chancen, wenn ich ehrlich bin, aber eher im Zweierbob."

Damit es in der kommenden Woche klappt mit der angestrebten Medaille, wurde in der Vorbereitung auch viel geschwitzt in der Heimat im Westerwald. Insbesondere im Bereich Kraftschnelligkeit: "Die ist besonders wichtig, wir schieben einen schweren Schlitten an. Und der Start macht sehr viel aus", so die 18-Jährige. Zweimal die Woche hebt sie Gewichte im Kraftraum, dazu kommt das Sprinttraining, was nicht unbedingt immer ein Vergnügen ist: "An manchen Tagen macht es mir gar keinen Spaß", sagt Charlotte Candrix. "Aber natürlich möchte ich auch an neue Bestleistungen rankommen." Vielleicht gelingt das ja bereits bei der Junioren-WM auf der Heimbahn in Winterberg.

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