Roman Rees auf der Strecke beim Verfolgungsrennen in Kontiolahti (Foto: IMAGO, Bildbyran)

Wintersport | Biathlon

Biathlet Roman Rees: "Beste Woche, die ich je hatte"

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Johannes Seemüller

Roman Rees (SV Schauinsland) ist in der Biathlon-Weltspitze angekommen. Der 29-Jährige schaffte beim Saisonauftakt gleich mehrere Top-Platzierungen.

Rees war auch zum Abschluss der Wettbewerbe im finnischen Kontiolahti mit sich im Reinen. Mit seinem fünften Platz in der Verfolgung war er wieder einmal bester deutscher Athlet. "Für mich ging es darum, die Nerven zu behalten", sagte er anschließend im ARD-Interview. "Auf der Strecke bin ich nicht so richtig auf Temperaturen gekommen. Ich bin aber sehr glücklich, wie es hier ablief. Das war meine beste Woche, die ich je hatte. Ich bin konkurrenzfähig."

Tags zuvor war der Schwarzwälder über 10 Kilometer auf das Podest gesprintet. Mit Platz drei hatte er gezeigt, in welch glänzender Frühform er sich befindet. Für Rees war es der zweite Podestplatz seiner Karriere. 2019 war ihm dies schon einmal gelungen, beim Sprint in Salt Lake City. Am Donnerstag lief es für Rees mit der deutschen Staffel sogar noch besser: Platz zwei hinter den übermächtigen Norwegern. Dabei musste Rees als Schlussläufer diese Platzierung ins Ziel bringen. Eine ungewohnte Verantwortung für ihn. "Mein Job war es, die Vorarbeit der anderen ins Ziel zu bringen und abzusichern", sagte Rees, der trotz drei Nachladern beim Schießen nervenstark blieb.


Großes Lob gibt es für Rees vom ehemaligen Teamkollegen Erik Lesser, der inzwischen als ARD-Experte arbeitet. "Roman ist eine richtig coole Socke. Der liegt bei sich im Nest und ist immer tiefenentspannt. Der macht sein Zeug, aber nie was Besonderes, aber auch nie was richtig Schlechtes." Lesser hebt vor allem die Fähigkeit Rees' hervor, sich im entscheidenden Moment fokussieren zu können. Sein großes Plus: die Nervenstärke.

"Er kommt auch an schwierigen Tagen mit den Bedingungen klar. Er hat sehr selten Aussetzer und kann sich beim größten Druck auf sich konzentrieren."

Seine Saisonvorbereitung konnte Rees, der für den SV Schauinsland startet, ohne Ausfälle durchziehen. Er reduzierte das Athletiktraining etwas, tat dafür mehr für die Ausdauer.

Roman Rees beim Ausdauertraining mit Rennrad

Dank seiner starken Leistungen im vergangenen Winter (bei den Olympischen Spielen in Peking belegte er Platz 6 in der Verfolgung, Platz 7 im Einzelrennen und Rang 4 mit der Staffel), ist Rees zumindest bis zur zweiten Weltcup-Station in Hochfilzen/Österreich gesetzt. Dies habe ihn mental etwas entspannt, sagte er vor dem Saisonauftakt der Badischen Zeitung.

Rees, der in Freiburg geboren wurde, kommt aus einer Familie, in der Wintersport schon immer eine wichtige Rolle spielte. Wenig erstaunlich, dass Junge schon mit sieben Jahren anfing, Biathlon und Skilanglauf parallel zu betreiben. Später besuchte Rees das Skiinternat in Furtwangen. Mit 12 entschied er sich schließlich für Biathlon, die in seinen Augen weitaus interessantere Sportart.

Platz drei im Gesamt-Weltcup

Offensichtlich war es die richtige Entscheidung. Nach seinem bisher größten Erfolg, der WM-Silbermedaille mit der Staffel 2019 in Östersund, will Rees in diesem Winter allen zeigen, was in ihm steckt. Seine Leistungen in Kontiolahti machen Lust auf mehr. Nach den ersten drei (von insgesamt 21) Rennen in dieser Weltcup-Saison belegt Rees in der Gesamtwertung hinter den Norwegern Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Lägreid den hervorragenden dritten Platz. Erik Lesser, bei der WM 2019 noch Staffel-Kollege von Rees, traut dem Badener viel zu.

"Er hat letztes Jahr schon bei Olympia gezeigt, dass er zu den Besten gehört. Wenn er so weitermacht, könnte er es bis in die Top Ten im Gesamt-Weltcup schaffen."

Und, wer weiß, vielleicht sind für Rees sogar weitere WM-Medaillen drin. Seine Motivation für die Heim-WM im Februar 2023 in Oberhof ist jedenfalls riesengroß.

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