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Der viermalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere. Das verkündete die einstige Nummer eins der deutschen Skijäger am Donnerstag in den sozialen Medien.

"Es war mir eine Ehre", schrieb der 32-Jährige Uhinger in einer Abschiedsbotschaft auf Instagram. Nach hartnäckigen Rückenproblemen und einigen herben Enttäuschungen im Weltcup zog der Massenstart-Weltmeister von 2017 den Schlussstrich. "Natürlich war das die schwierigste Entscheidung meiner Laufbahn, aber es fühlt sich gut und genau richtig an", schrieb Schempp, der insgesamt drei Medaillen bei Olympischen Winterspielen gewann.

Schempp: "Körper nicht mehr voll belastbar"

Er spüre seit einiger Zeit, dass sein "Körper nicht mehr voll belastbar ist" und an diesem Zustand habe auch sein "unbändiger Wille nichts ändern" können. "Schlussendlich konnte ich nicht mehr der Biathlet sein, der ich lange war, weder im Wettkampf noch im Training", fügte Schempp hinzu: "20 Jahre gingen wir gemeinsam durch dick und dünn. Es war eine unheimlich intensive, fordernde, lehrreiche, aber vor allem eine wunderschöne, erfolgreiche Reise."

Sturz beim Radtraining der Anfang vom Ende

Ein Sturz beim Radtraining im Sommer 2018 mit anschließender Schulter-Operation war der Anfang vom Ende bei Schempp. Es häuften sich die Verletzungen, vor allem der Rücken plagte immer wieder. Schon 2019 war Schempp frühzeitig im Weltcup ausgestiegen, auch in der vergangenen Saison hatte er vergeblich den Anschluss an die Weltspitze gesucht.

Die Entscheidung ist nur eine Frage der Zeit gewesen, dennoch war das Bedauern beim Deutschen Skiverband (DSV) über den Abgang von Schempp groß. Der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler würdigte den Massenstart-Weltmeister von 2017 als "absoluten Vorzeigeathleten", der das deutsche Team geprägt habe. "Simons Entscheidung ist nachvollziehbar. Er wird uns aber nicht nur sportlich, sondern auch menschlich fehlen", ergänzte Sportdirektorin Karin Orgeldinger.

Nur ein Weltcup-Einsatz in dieser Biathlon-Saison

Insgesamt feierte Schempp zwölf Einzelsiege im Weltcup. Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang holte er Silber im Massenstart. In der laufenden Saison ging Schempp einzig beim Heim-Weltcup in Oberhof an den Start, kam allerdings nicht über die Plätze 58 (Sprint) und 45 (Verfolgung) hinaus. Nach seiner sportlichen Karriere will sich Schempp auf seine berufliche Ausbildung konzentrieren und strebt dabei ein Hochschul-Studium an.

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