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Bei der SG EWR Rheinhessen trainieren die größten Talente aus fünf Schwimmvereinen in Mainz und Rheinhessen. Das Landesleistungszentrum hat aktuell aber aufgrund der Corona-Krise enorme Probleme, gute Bedingungen zu bieten.

Normalerweise trainiert die SG EWR Rheinhessen hauptsächlich in Mainz, im Taubertsbergbad und im Mombacher Schwimmbad. Aber von den 20 Stunden Wassertraining in der Woche ist nicht mehr viel übrig. Im Schnitt sind es acht Stunden, die die Sportlerinnen und Sportler ins Wasser können. Das Taubertsbergbad ist noch geschlossen, in Mombach gibt es aufgrund der Corona-Hygieneregeln weniger Wasserzeiten für Vereine - und noch dazu sind die Kosten aufgrund des Mehraufwands gestiegen. Außerdem ist für den Verein dort nur Training im teilweise unbeheizten Freibad möglich.

Unterstützung für Top-SportlerInnen in Baden-Württemberg und Hessen

Die Schwimmgemeinschaft, die sich auf leistungsorientiertes Schwimmen spezialisiert hat, muss sich Hilfe in anderen Bundesländern suchen. Nach der dreimonatigen "Corona-Auszeit" ist viel aufzuholen. Da das in Rheinland-Pfalz aktuell nicht möglich ist, mussten die Verantwortlichen auf andere Bundesländer ausweichen. Für die drei Bundeskaderathleten haben sich Trainingsmöglichkeiten am Olympiastützpunkt in Heidelberg und an einem Stützpunkt in Hessen gefunden. Viel Fahrerei und viel Aufwand, zum Beispiel für Brustschwimm-Spezialist Mathis Schönung. "Es ist halt immer kurzfristig, wann ich wo trainieren kann - vor allem wo. Aktuell habe ich in sieben verschiedenen Trainingsstätten trainiert, innerhalb von zwei Wochen", erzählt sie. Aber nur so können die drei Topathleten des Vereins genug Zeit im Wasser verbringen.

Hallenbad in Kostheim öffnet nur für Vereine

Aber auch für alle anderen Mitglieder gibt es zumindest aktuell nur eine weitere Trainingsmöglichkeit. Im hessischen Mainz-Kostheim bietet die SG eigentlich ihre Kinder-Schwimmkurse an, die aber weiterhin noch nicht wieder stattfinden können. Die Idee kam auf, beim Schwimmbad anzufragen, ob das Vereinstraining dort stattfinden kann: "Das war überhaupt kein Problem. Trotz der Schließung für die Öffentlichkeit dürfen wir als Verein tatsächlich gerade über den Rhein und hier das Bad einfach nutzen - was faktisch in Rheinland-Pfalz bisher noch nicht möglich ist", so der Vize-Präsident Christopher Schmitt. Er ist den Verbänden dankbar für die Unterstützung. So hat auch die komplette Mannschaft, die bei den Frauen und den Männern in der zweiten Bundesliga schwimmt, zumindest ein bisschen mehr Zeit im Wasser.

Noch weniger Trainingsmöglichkeiten in den Sommerferien

In den Sommerferien schließt das Bad in Kostheim, damit fällt diese Option weg. Auch das Taubertsbergbad öffnet seinen Sportbereich erst nach den Ferien. Auf Anfrage des SWR konnten die Verantwortlichen noch keine Angaben darüber machen, ob den Vereinen die gleichen Trainingszeiten wie vorher zur Verfügung stehen - und zu welchem Preis.

Der Worst-Case: Top-SportlerInnen verlassen den Verein

Die Sorgen bei der SG EWR Rheinhessen sind groß. Präsidentin Nina Fiedler mach sich Gedanken darüber, dass die stärksten Schwimmerinnen und Schwimmer den Anschluss an die nationale Spitze verlieren - und daraus Konsequenzen ziehen: "Die Angst ist natürlich da, dass Sportler, die hier nicht ausreichend Trainingsmöglichkeiten bekommen, zu Bundesstützpunkten und Olympiastützpunkten in andere Bundesländer wechseln."

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