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Während die Freibäder in Baden-Württemberg noch bis mindestens 5. Juni geschlossen bleiben, trainieren die Profischwimmer im Olympiastützpunkt in Heidelberg schon seit April - unter besonderen Umständen.

Trotz der Verschiebung der olympischen Sommerspiele in Tokio auf 2021 müssen sich die deutschen Kaderathleten fit halten.

Unter den Schwimmern am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg sind auch Hochkaräter wie Sarah Köhler, Vizeweltmeisterin über 1500 Meter Freistil, die jetzt eigentlich in die heiße Vorbereitungsphase für Olympia eingestiegen wäre. Doch Corona hat alles verändert. Zwar dürfen die Profischwimmer seit der Landesverordnung für Profi- und Spitzensportler wieder trainieren, allerdings geschieht dies unter anderen Umständen als zuvor.

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Daniel Striegel, Chef des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar, beschreibt gegenüber SWR Sport die Schwierigkeiten: "Die Sportler dürfen nur in kleinen Gruppen trainieren. Das führt bei den Schwimmern dazu, dass die Anzahl der Athleten, die trainieren können, begrenzt ist." Aktuell dürfen Schwimmer aus dem Bundes- und Landeskader im Taktbetrieb und unter strengen Hygieneregeln die 50 Meter lange Profi-Schwimmbahn nutzen.

Vereinsschwimmer vorerst außen vor

Die Schwimmer vom SV Nikar Heidelberg dagegen dürfen ihrer Leidenschaft bis auf Weiteres nicht nachgehen. Maike Hannowsky, Leiterin der Geschäftsstelle des Vereins, findet das schade: "Es ist sehr schwierig, den Kindern zu vermitteln, dass sie noch nicht ins Wasser dürfen. Vor allem weil wir die organisatorischen Mittel dazu hätten, ein den Umständen angepasstes Training zu anzubieten."

Trotzdem hat Hannowsky Verständnis für die Ausnahmeregelung für Spitzensportler: "Das ist ja auch in diesen Fällen der Beruf und die Sportler müssen sich für eventuell stattfindende Wettbewerbe fit halten. Aber auch bei unserem Verein hätten wir Athleten, die bei Junioren-Meisterschaften teilnehmen. Sie besitzen aber noch keinen Kaderstatus und dürfen deshalb nicht in die Schwimmhalle."

Infektionsrisiko im Becken sehr gering

Das Infektionsrisiko in den Becken ist durch das chlorhaltige Wasser eigentlich sehr gering. Trotzdem gibt es von der Landesregierung keine Freigabe für die Öffnung von Frei- oder Hallenbädern. Grund dafür ist das Infektionsrisiko außerhalb des Wassers.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
Sender
SWR2

Während die meisten also noch auf die Erfrischung warten müssen, sind die Profis am Olympiastützpunkt in Heidelberg fleißig. Auch wenn noch völlig unklar ist, wann es wieder Wettkämpfe geben wird: "Alle warten darauf wie der Hase vor der Schlange." erzählt Striegel, "Die Weltverbände müssen die Saison neu bauen. Für manche Athleten stehen eigentlich noch Qualifikationswettkämpfe für Olympia an. Keiner weiß, wann die stattfinden." In dieser Hinsicht müssen sich also auch die Profis in Geduld üben.

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