Nationalwasserballer Timo Van Der Bosch (Foto: Imago, Imago)

Wassersport | Wasserball Der Wasserball spielende Polizist auf Titeljagd

Seit 2013 fand die Wasserball-Weltmeisterschaft ohne deutsche Beteiligung statt. Dieses Jahr kämpft Deutschland in Südkorea wieder um den Titel. Mit dabei: Wasserballer und Polizist Timo van der Bosch aus Ludwigsburg.

Letzte Woche in Japan, heute in Korea: als Wasserballer kommt man rum in der Welt. Timo van der Bosch war in der vergangenen Woche in Japan, um sich auf die WM in Südkorea vorzubereiten. Seit 2012 ist der gebürtige Heidelberger jetzt bereits Nationalspieler und hat einiges an Erfolgen eingeheimst. Mit seinem früheren Verein Wasserfreunde Spandau 04 wurde der Centerverteidiger deutscher Meister und Pokalsieger. Mit der Nationalmannschaft nahm er mehrmals an den Europameisterschaften teil.

Sein bisheriges sportliches Highlight? "Meine erste Europameisterschaft 2014 in Budapest, das Spiel gegen Ungarn", sagt Van der Bosch. Letzte Woche steckte der Heidelberger mit seinem Team in den letzten Vorbereitungen in Japan, bevor es weiter nach Südkorea ging.

"Seit ich geboren bin, reise ich von Schwimmbad zu Schwimmbad, weil meine Eltern selber aktiv im Sport waren."

Timo van der Bosch gegenüber SWR Sport

Der Wasserball-Sport liegt bei den Van der Boschs in der Familie. Kai van der Bosch, Vater und Trainer des Bundesliga Frauen-Teams von SV Nikar Heidelberg, lernte Van der Boschs Mutter - ebenfalls Wasserballerin - über den Sport kennen. Bereits in der Kindheit bereiste Timo van der Bosch deshalb die Schwimmhallen Deutschlands. Von dort an folgen die Stationen: SV Nikar Heidelberg, SGW Leimen/Mannheim, SV Cannstatt, Spandau Ost, SSV Esslingen und schließlich SV Ludwigsburg 08.

Van der Bosch hielt schon früh an einem in Deutschland eher unbekannteren Sport fest und träumte bereits während der Schulzeit von Olympia. "Man muss sich einfach ein Ziel setzen und einen Traum haben. Und wenn man daran glaubt und dran bleibt, übersteht man die Zeit. Und der Sport gibt einem viel zurück", sagt der Wasserballer.

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Ein Nationalspieler auf Streife

Parallel zum Profisport arbeitet der Wasserballer hauptberuflich als Polizist in Ludwigsburg. Wasserball und die Polizei haben zunächst nichts gemeinsam, könnte man meinen. Der Nationalspieler beweist, wie man beide Bereiche miteinander kombinieren kann. Um diese zwei unterschiedlichen Welten miteinander zu verbinden, suchte sich Van der Bosch die Polizei als Partner bewusst aus, die ihn für Trainingseinheiten oder Spiele freistellen. Die Koordination von der beruflichen und der sportlichen Karriere kann dabei oft sehr anstrengend werden und ist nur durch den toleranten Partner möglich. "Aber ich werde da sehr gut unterstützt von der Landespolizei Baden-Württemberg. Und wenn ich da normal arbeiten müsste, wäre sowas gar nicht machbar, mit so viel Training in der Woche", sagt der Wasserballer.

"Man muss sich immer auf den anderen verlassen können, das ist im Sport wie ebenfalls im Beruf der Fall. Das ist ganz wichtig und das habe ich auch gelernt

Timo van der Bosch gegenüber SWR Sport

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Laut Van der Bosch haben der Streifendienst und Wasserball vieles gemeinsam: "Gerade bei der Polizei ist man kein Einzelgänger, man muss sich immer auf seine Kollegen verlassen, man arbeitet oft im Team - wie auch im Sport. Man ist nur genau so gut wie der schlechteste Spieler in der Mannschaft. Genau so ist es auch wenn man im Einsatz ist", sagt Van der Bosch

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Das WM Ziel? - Mindestens Top Acht der Welt werden!

Jetzt ist er erst mal in Südkorea im Einsatz. Und nächstes Jahr gerne wieder in Japan - denn dann sind dort Olympische Sommerspiele. Und da wären die deutsche Wasserballer mit Timo van der Bosch auch gerne wieder mit von der (Wasser-)Partie.

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