Beim Boat Race in London treten die Oxford gegen die Cambridge University an (Foto: Imago, Imago)

Rudern | The Boat Race Oxford gegen Cambridge: Zwei Deutsche, ein Boot, viel Historie

Auf fast sieben Kilometern heißt es "Volle Power" für Achim Harzheim (Mainz) und Benjamin Landis (Heidelberg). Die beiden Deutschen rudern am 7. April beim legendären "Boat Race" für Oxford um Ruhm und Ehre.

Seit 1829 messen sich die beiden Elite-Universitäten und historischen Rivalen aus Oxford und Cambridge beim "Boat Race" auf der Londoner Themse. Die legendäre Ruderregatta ist nicht nur wegen ihrer Historie das größte Ruder-Event der Welt: Neben tausenden Zuschauern an der Strecke wird das Spektakel auch weltweit übertragen und von Millionen Zuschauern an den Bildschirmen verfolgt.

Mit Achim Harzheim aus Mainz und Benjamin Landis aus Heidelberg sitzen in diesem Jahr auch zwei Deutsche aus dem Südwesten im ruhmreichen Männer-Achter der University of Oxford.

Achim Harzheim und Benjamin Landis gemeinsam mit der deutschen Ruderin Tina Christmann (v.r.n.l.) (Foto: SWR)
Achim Harzheim und Benjamin Landis (v.r.n.l.) gemeinsam mit der deutschen Ruderin Tina Christmann, die für Oxfords Frauen-Team im Boot sitzt

Das sind die zwei deutschen Elite-Ruderer aus dem Südwesten

Achim Harzheim (26) ist in Mainz aufgewachsen und promoviert in Oxford im Bereich Physik. Im Jahr 2017 hat er bereits das kleine Finale im Zweitboot für Oxford gewonnen und will diesen Erfolg im diesjährigen Rennen auch im ersten Boot wiederholen. Und dabei hilft ihm sogar sein Studium: "Rudern und Physik passen schon sehr gut zusammen, weil die Hebelwirkungen und physikalischen Kräfte natürlich eine große Rolle spielen."

Benjamin Landis (25) aus Heidelberg macht seinen Master im Bereich internationale Entwicklung in Oxford und rudert bereits seit 13 Jahren. Als Jugendlicher war er im Landesverband Baden-Württemberg aktiv und wusste, seitdem er das Boat Race mit 16 Jahren zum ersten Mal gesehen hatte, dass er unbedingt einmal dabei sein will. Jetzt, nachdem er diesen Traum erreicht hat, zählt es nur noch, am Ende der Schnellere zu sein. "Es gibt keinen zweiten Platz, deshalb ist das Ziel klar: Gewinnen."

Die Wege der beiden Deutschen ins Boot sind eher unkonventionell. Achim Harzheim hat das seinem besten Freund zu verdanken, der "keine Lust mehr auf Schwimmen hatte". Er überrredete ihn "mal etwas auf dem Wasser, statt im Wasser zu machen". Benjamin Landis hat seine Ruder-Karriere seinem Arzt zu verdanken: "Er meinte, es wäre gesund für mich, und würde mich fit halten." Das Mitfahren beim legendären Boat Race war für beide ein gesetztes Ziel, das sie nach einem harten Auswahlverfahren erreicht haben.

Nur die besten Acht kommen ins Boot

Auf knapp 6,8 Kilometer heißt es dann für die besten Acht der beiden Elite-Universitäten "Alles geben" und "Bloß nicht den Anschluss verlieren". Beim Kurs durch die Innenstadt Londons, der durch schwierige Kurven geprägt ist, zählt neben der Power der acht Ruderer auch die volle Konzentration, um sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen.

Am 7. April steigen Achim Harzheim und Benjamin Landis dann endlich für das Ruderduell ins Boot, mit nur einem Ziel: Als erstes über die Ziellinie zu fahren. Nach bisher 164 Rennen liegt die Cambridge University (83 Siege) knapp vor Oxford (80 Siege), ein Rennen im Jahr 1877 endete Unentschieden. Den Vorsprung von drei Siegen für Cambridge muss unbedingt verringert werden, wenn es nach Achim und Benjamin geht. Denn es geht um mehr als nur ein Rennen: Es geht um Ruhm und Ehre zwischen zwei historischen Konkurrenten.

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