Annika Bruhn schwam bei der Kurzbahn-WM in China mit der Staffel zu deutschem Rekord. (Foto: Imago, imago/Eibner)

Schwimmen | Kurzbahn-WM Bruhn schwimmt mit der Staffel deutschen Rekord

Nach dem Europameisterschafts-Titel im Sommer schwamm Annika Bruhn bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften mit der Staffel deutschen Rekord. Dabei sieht die Neckarsulmerin die Rennen in China nur als Zwischenstopp.

Gleich zwei Mal unterboten Annika Bruhn, Reva Foos, Jessica Steiger und Marie Pietruschka bei der Kurzbahn, Weltmeisterschaft in Hangzhou/China die 21 Jahre alte Bestmark. Im Finale der 4 x 100 Meter Freistilstaffel war das Quartett 0,38 Sekundenschneller als der frühere Rekord. In 3:34,31 Minuten schwammen die deutschen Schwimm-Frauen damit auf den sechsten Platz. Die siegreichen US-Frauen benötigten 3:27,78 Minuten.

"Ein cooles Zeichen"

"Das war ein cooles Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", berichtet Bruhn aus Hangzhou und ergänzt: "Da haben sich vier Mädels gefunden, es hat richtig Spaß gemacht zu schwimmen." In ihren beiden Einzelstarts schaffte es die 26-Jährige jeweils ins Halbfinale. Über 200 Meter Freistil landete sie in 1:55,31 Minuten auf dem 13. Rang, für Platz 16 in 53,75 Sekunden reichte es über 100 Meter Freistil.

Noch Steigerungspotential beim Start und den Wenden

Nach den Rennen gibt sich die für die Neckarsulmer Sport-Union startende Schwimmerin selbstkritisch: "Mit den Zeiten bin ich nicht ganz zufrieden, allerdings war ich auch nicht ganz optimal auf den Wettkampf vorbereitet."

Für Bruhn ist die Kurzbahn-WM nur ein Zwischenstopp. Der Trainingsplan gilt schon dem nächsten Jahr und wurde nicht auf die Rennen in China ausgerichtet. Dennoch flog sie nach Hangzhou, andere Schwimmerinnen zogen die nationalen Meisterschaften auf der 25-Meter-Bahn in Berlin vor. Viele Schwimmer ziehen die kurze Bahn den 50 Metern vor, nicht so die gebürtige Karlsruherin Bruhn: "Beim Start und den Wenden habe ich noch Steigerungspotential, deshalb fühle ich mich auf der langen Bahn wohler."

Ihr Trainer Christian Hirschmann findet dies nicht schlimm. Im Gegenteil: "Die wichtigen Titel werden ja sowieso auf den 50 Metern entschieden." Bruhn wird am Samstag noch in der 4 x 200 Meter Freistilstaffel ins Becken gehen, auch ein Start in der Lagenstaffel ist geplant, die Entscheidung darüber aber noch nicht gefallen.

Bewegendes Jahr 2018

Mit der WM geht für Bruhn ein äußerst erfolgreiches und erlebnisreiches Jahr zu Ende. Bei den European Championships in Glasgow gewann sie im Mixed-Wettbewerb über 4 x 200 Meter Freistil überraschend den EM-Titel. Zuvor siegte sie über 100 und 200 Meter Freistil bei den Deutschen Meisterschaften.

Außerdem schloss sie ihr Bachelor-Studium ab und wechselte aus dem Saarland nach Neckarsulm. "Es hat sich richtig viel getan bei mir in diesem Jahr, ich habe viel neuen Input bekommen und dadurch auch einen Schritt nach vorne gemacht, was auch der EM-Titel zeigt", blickt Bruhn, die beim SV Bietigheim ihre ersten Bahnen in Richtung Leistungsschwimmen zog, auf 2018 zurück. Die Kurzbahn-WM für sie nur ein Zwischenstopp. Nach den Olympischen Spielen in London 2012 und Rio 2016 möchte sie auch in Tokio 2020 wieder dabei sein.

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